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Under Fire

Originaltitel: Under Fire__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Steven C. Miller__Darsteller: Dylan Sprouse, Mason Gooding, Emilio Rivera, Declan Michael Laird, Bayardo De Murguia u.a.
Under Fire DVD Cover

Zwei Männer werden in „Under Fire“ von einem Sniper belagert.

Dylan Sprouse und Mason Gooding haben bereits bei dem Actioner „The Bridge“ gemeinsam vor der Kamera gestanden. Allerdings auf verschiedenen Seiten des Gesetzes. In „Under Fire“ spielen sie nun unfreiwillige Buddys. Und obschon ihr zweites Werk deutlich weniger aufwändig daherkommt als „The Bridge“ ist „Under Fire“ bedeutend unterhaltsamer. Worum geht es?

Die Kleinganoven Griff und Abbott haben mit einem örtlichen Verbrecherboss einen lukrativen Deal eingefädelt. Sie versorgen ihm eine Reisetasche voller Knarren, er bezahlt sie mit hochwertigen Drogen. Diese wollen Griff und Abbott strecken und einen ordentlichen Gewinn einfahren. Doch der Verbrecherboss ist höchst paranoid und will aktuell nicht mit Drogendelikten in Verbindung gebracht werden. Also bezahlt er die beiden mit Cash und mexikanischen Golddublonen.

Doch unsere beiden Ganoven stecken nicht auf. Griff fädelt einen neuerlichen Deal ein. Ein mexikanischer Drogenboss ist bereit, ihnen die Drogen für das Geld und die Dublonen zu verkaufen. Am Übergabeort angekommen, ist vor allem Abbott extrem alarmiert. Das von Bergen eingekesselte Tal ist ihm höchst suspekt. Man sitze wie auf dem Präsentierteller. Doch zunächst läuft alles nach Plan. Die Drogendealer tauchen auf und wollen den Deal abwickeln.

Da gibt sich urplötzlich Abbott höchstselbst als DEA-Agent zu erkennen. Quasi gleichzeitig mit Griff, der brüllt, vom FBI zu sein. Verdutzt blicken sich die beiden an. Die Drogendealer hingegen reagieren sofort und legen auf sie an. Da bricht plötzlich ein weit entfernter Schuss. Ein Sniper hat die Szenerie unter Feuer genommen. Das nachfolgende Massaker überleben nur Griff und Abbott, die in Deckung gehechtet sind.

Das Blöde: Der Sniper zieht nicht einfach ab. Er belagert die beiden Bundesagenten, die schnell ahnen, dass er etwas von der Szenerie benötigt. Nur was? Und vor allem: Warum?

Schaut in den Film hinein

Im Visier eines Snipers

Steven C. Miller („Werewolves“) hält sich bei seinem Actioner nicht mit langen Erklärungen auf. Er verortet seine Charaktere kurz und knapp, etabliert die Vorgeschichte mit leichtem Pinselstrich und deutet früh an, dass es sich zumindest bei Abbott nicht um einen x-beliebigen Gangster handelt. Hernach steigt auch schon das angedeutete Drogendealer-Massaker. Und dieses ist wahrhaft furios in Szene gesetzt.

Alles wird mit einer Kugel eingeleitet, die sich durch die rechte Wange eines Drogenlumps fräst, durch seinen Mundraum fliegt und sich hernach durch dessen linke Wange wieder in die Freiheit bohrt. Garniert mit einem gewaltigen Blutschwall, der aus dem Mund des Erschossenen suppt. Alles in extremer Zeitlupe präsentiert und herrlich eklig anzuschauen.

In weiteren ultra Slow-Motion-Momenten bohren sich Kugeln in Schädel und platzen am Hinterkopf ultrablutig wieder heraus, Finger werden abgeballert und Körper durchschlagen. Andere Drogenlumpen haben mehr Glück und werden „nur“ von einer verbuddelten Personenmine getötet. Und als die Tasche mit der Kohle und den Dublonen von einer Kugel zerfetzt wird, werden die Goldmünzen so beschleunigt, dass auch sie zu tödlichen Projektilen werden. Ein Fest – massig Bullet Time inklusive.

Hernach muss sich „Under Fire“ erst einmal sammeln. Wer lebt eigentlich noch? Natürlich Abbott und Griff. Die müssen sich ihrerseits auch erst einmal sortieren. Ist das jeweilige Gegenüber wirklich auch ein Undercover-Agent? Wie konnte man sich so in ihm täuschen? Kann man ihm fortan vertrauen? Freilich müssen sich beide bald mehr auf den Sniper konzentrieren. Und der hält sie gut unter Kontrolle. Gezielte Schüsse unterbinden dementsprechend diverse Ausbruchsversuche. Bald wird auch einer der beiden verletzt. Der Sniper meint es weiterhin ernst.

Bei unseren beiden Helden rotieren demzufolge die Hirnwindungen. Sie versuchen krampfhaft, herauszufinden, was hier los ist. Dabei wechseln sie immer mal wieder die Deckung und proben die Flucht. Das ist nicht megaspannend, hält den High-Concept-Streifen, der nun nur noch einmal den Schauplatz wechseln wird, aber immer am Laufen. Dazu gesellt sich ein wirklich genial vorwärtstreibender Actionscore, der zusätzliches Tempo in den Film pumpt und vor allem die actionreicheren Momente heftig pusht.

Leider kreiert „Under Fire“ keine weitere Großactionszene wie das Eingangsmassaker. Das ist schade, aber verkraftbar, da vor allem das Tempo erquickend hoch bleibt und nicht einmal in den Charaktermomenten lahmt. Wenngleich diese auch nur rudimentärer Natur sind und freilich nur dazu dienen, die beiden Agenten mehr zusammenzuschweißen.

Die werden von ihren beiden Stars Dylan Sprouse („Piggy Banks“) und Mason Gooding („Heart Eyes“) überzeugend zum Leben erweckt. Sprouse gibt den redseligeren Griff mit seltsamer Frise und so noch mehr betonten Pausbäckchen und Gooding den laut Drehbuch erfahreneren und vor allem abgeklärteren Abbott. Diese Rollenverteilung funktioniert gut und ist für die kurze Laufzeit von „Under Fire“ überzeugend genug. In einer weiteren Rollen erleben wir unter anderem Odette Annable („Banshee – Staffel 1“) als Love Interest von Abbott, die gegen Ende des Filmes auch stärker in dessen Dramaturgie eingreifen darf.

Die Choreographie der Action übernahm der versierte Simon Rhee („Boss Level“), der für wirklich frappierend blutige Momente sorgen darf. Gegen Ende kommt auch ein wenig Car-Action hinzu, die mit einem hübschen Überschlag endet. Ansonsten dominiert das früh im Film etablierte Geballer. Dabei wirkt der Sniper nicht immer sattelfest. So gibt es einige Szenen, in denen unsere Helden sichtlich ohne Deckung agieren und trotzdem nicht erwischt werden. Hier verrät der Film immer mal wieder sein eigenes Konzept.

Optisch wurde der Film von Steven C. Miller absolut solide in Szene gesetzt. Das beschränkte Setting funktioniert und wird eigentlich nie langweilig. Ein paar Drohnenbilder sorgen immer mal wieder für Abwechslung. Während über weite Strecken die Sonne das Setting mit Licht durchflutet und für eine angenehme, immer ins leicht Erdige tendierende Farbigkeit sorgt, steigt der Showdown bei Nacht und gerät so nicht zu gleichförmig mit dem Einstieg.

„Under Fire“ bietet sehr unterhaltsame Action

Eine simpel und geradlinig durchgezogene Story, die gut aufgelegten Darsteller, ein paar freche Dialoge, ein dynamischer Schnitt, der tolle Actionscore und die coole, blutige Action machen „Under Fire“ zu einem extrem unterhaltsamen und vor allem extrem kurzweiligen Actionfilm-Snack. Dem kann man eigentlich nur vorwerfen, dass er sein MacGuffin null erklärt, allgemein nicht die intelligenteste Story auffährt und auch aus der Grundsituation um die beiden Undercover-Agenten nicht wirklich das Optimum herausholt.

Für die wirklich kurze Netto-Laufzeit von 87 Minuten stört all das allerdings so gut wie gar nicht. Und im Abspann findet sich obendrein noch eine Art Outtake-Szene, die sich gut im Film selbst gemacht hätte. Kurzum: „Under Fire“ mag alles andere als perfekt sein, macht aber als unterhaltsame Variation des dramatisch angelegten „The Wall“ mit Aaron Taylor-Johnson und John Cena oder des spannenden Ryuhei-Kitamura-Bangers „Downrange“ richtig Spaß!

07 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film kommt von dem Label Splendid und ist mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten. Ihr könnt den Film auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Splendid Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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