Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

The Legend of Sleeping Beauty

Originaltitel: Sleeping Beauty__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Casper Van Dien__Darsteller: Grace Van Dien, Finn Jones, Catherine Oxenberg, Casper Van Dien, Edward Lewis French, Maya Van Dien, Celeste Van Dien, Clive Sawyer, Christina Ulfsparre u.a.
The Legend of Sleeping Beauty

Casper Van Dien dirigierte als Regisseur von “The Legend of Sleeping Beauty” seine ganze Familie.

„Maleficent“, „Die Schneekönigin“, „Snow White and the Huntsman“, „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“… Wenn die großen Studios schon fette Kohle mit Märchen-Neuinterpretationen scheffeln, will „The Asylum“ freilich auch sein Stück vom Kuchen abhaben. Also flott „Dornröschen“ durch den Fleischwolf gedreht und die altbekannte Mär mit Zombies und Ungeheuern anreichern.

Obendrein karrte man noch die gesamte Familie Van Dien an den Drehort in Bulgarien. Hier krallte sich Vater Casper Van Dien („Avengers Grimm“) neben einer Hauptrolle auch den Regisseursjob. Seine Frau spielte der Einfachheit halber die Frau von Caspers Charakter und die gemeinsamen Kinder wurden in diversen Haupt- und Nebenrollen von „The Legend of Sleeping Beauty“ untergebracht.

Ein Familienausflug auf „The Asylum“-Kosten. Was will man mehr? Nun, vielleicht einen brauchbaren Film? In selbigem geht es zunächst einmal um ein glückliches Königspaar (Casper van Dien und seine Ehefrau Catherine Oxenberg („Sharktopus vs. Whalewolf“)). Die haben eine wunderbare Tochter (später Grace van Dien) bekommen und wollen deren Ankunft auf Erden gebührend feiern. Dazu laden sie auch die mächtigsten Feen des Landes ein. Doch eine Fee erhält ihre Einladung nicht und reagiert darauf enorm verschnupft. Sie taucht freilich dennoch auf der Party auf und gibt die Partypooperin: Verflucht sei die kleine Rose. Sterben solle sie mit 16, wenn sie sich an einer Spindel steche.

Die anderen anwesenden Feen können den Fluch nicht aufheben, ihn aber zumindest etwas abwandeln. Der Tod von Rose ist nun nicht mehr zu befürchten, wohl aber ein ewiglicher Schlaf, der sich über das gesamte Königreich legen soll. Obwohl die Eltern von Grace nun alles versuchen, dass sich Grace nie an einer Spindel sticht, spielt die fiese Fee höchstselbst Schicksal und nutzt den 16. Geburtstag von Grace, um der Prinzessin doch ihren ersten… äääh… den verfluchten Stich zu verpassen.

Viele Jahre später schickt sich ein junger Kerl an, die Prinzessin aus ihrem Schlaf zu erretten. Denn ein Kuss aus wahrer Liebe könne den Fluch von ihr und dem Königreich nehmen. Blöderweise hat die fiese Fee diverse Hindernisse in den Weg des holden Retters geräumt: Untote, Seemonster und Drachenviehzeugs sorgen für den „The Asylum“-typischen Blutzoll und sollen Spannung in die Chose bringen…

Was nicht gelingt. Dazu ist „The Legend of Sleeping Beauty“ einfach mal viel zu formelhaft geraten. Klar, Untote und Co. hat es im Originalmärchen nicht, leider sind diese Ungeheuer aber auch schon die einzige echte Abwandlung zu dem Originalstoff. Dank der daraus resultierenden Vorhersehbarkeit gelingt es Regisseur Van Dien einfach nicht, irgendwie Spannung in den Film hineinzubringen. Das liegt auch daran, dass der Held von ein paar seltsamen Luftpumpen begleitet wird, die einem mit ihrem Gelaber alsbald gehörig annerven. Mit Humor wollte es das Drehbuch auch nicht versuchen und das Tempo geht spätestens mit dem Anrollen der Queste zum Wohle von Grace komplett in die Knie.

Das resultiert vor allem daraus, dass ein wirklich wunderschönes Schloss in Bulgarien das gesamte Königreich, um das es hier geht, darstellen soll. So versucht man, im Schlosspark, im Schlossgarten und auf dem Wassergraben rund ums Schloss Action zu machen, scheitert aber komplett an der immer spürbaren räumlichen Beschränkung. Warum die Helden nicht erst durch verwunschene Wälder streifen, von Kreaturen verseuchte Meere überqueren und durch furztrockene Wüsten stapfen müssen, kann uns zumindest ein Blick aufs Budget verraten. Das fiel leider viel zu dünne aus und so kommt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Abenteuer und Aufregung auf.

The Legend of Sleeping Beauty

Casper Van Dien und seine Ehefrau Catherine Oxenberg geben ein Königspaar.

Zumindest müht sich Regisseur Van Dien, seinem Film einen hübschen Look mitzugeben. Vor allem die ersten Minuten, in denen sein König und dessen Königin auf rosa Wolken wandeln, taucht er in angenehm warme Farben, bemüht sich um bewusst kitschig gehaltene Bildkompositionen und setzt auch in der Ausstattung auf Schnörkel und Verspieltheit. Bricht dann der Schlaf übers Schloss herein, wird die Optik trister und grauer, was freilich zum Ton der Story passt, den Film aber auch wie beliebige Ostblockware wirken lässt. Van Dien wäre gut beraten gewesen, den märchenhaften Look konsequenter beizubehalten. Oder ihn noch stärker zu kontrastieren mit Ekel und Geschleim. Aber das Budget…

Actiontechnisch passiert nichts Spektakuläres in „Sleeping Beauty“. Beständig wird auf Untote eingehackt. Dabei geht auch mal ein Arm verloren, insgesamt ödet das Hack & Slay aber tierisch an, vor allem, wenn es gegen Ende gar kein Ende mehr nehmen mag. Das Eingehacke auf die Ungeheuer bietet da keine echte Abwechslung, folgt es doch ebenso keiner Choreografie und keinen spannungsfördernden Mustern.

The Legend of Sleeping Beauty

Töchterchen Grace Van Dien spielt… äääh schläft auch mit.

Stattdessen gruselt die bescheidene CGI-Qualität, die man in dieser Form zumindest bei „The Asylum“ schon überwunden glaubte. Splattrig wird es diesmal erst gegen Ende, wenn Herzen herausgerissen und Köpfe mitsamt Wirbelsäule vom Hals gepflückt werden. Der Splatterfan goutiert das mit einem zufriedenen Grunzen, wird aber unumwunden zugeben, dass die Härten in diesem Film keinen rechten Sinn machen und zu inkonsequent abgefeuert werden, um als filminhärent begriffen zu werden.

Was am Ende bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Kinder von Casper van Dien und Catherine Oxenberg einiges an guten Genen in die Wiege gelegt bekommen haben. Das sind schon ein paar hübsche junge Leute. Überaus hübsch ist auch das Schloss, in dem der Film beinahe komplett spielt. Zudem erstaunen die MILF-Qualitäten von Olivia D’Abo in ihrer Rolle als fiese Fee. Abgesehen von diesen „Schauwerten“ sieht es für „The Legend of Sleeping Beauty“ aber eher mau aus. Die Modernisierungen des Stoffes halten sich in Grenzen, die Chose nimmt sich viel zu ernst, Spannung und Action wollen einfach nie aufkommen, das Schauspiel ist mit grenzwertig noch nett umschrieben und irgendwann ist dieses krude Märchen einfach nur noch stinklangweilig… und damit zum Stoff passend angenehm schlaffördernd.

3 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von dem Label Starmovie/The Asylum und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Starmovie/The Asylum__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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