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Demolition High

Originaltitel: Demolition High__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1996__Regie: Jim Wynorski__Darsteller: Corey Haim, Alan Thicke, Dick Van Patten, Jeff Kober, Melissa Brasselle, Kimberley Roberts, Trey Alexander, Richard Styles, Gerrit Graham, Stacie Randall, John Henry Richardson u.a.
Corey Haim in Demolition High

Corey Haim besucht die „Demolition High“.

Corey Haim („Fast Getaway“) war Ende der 1980er-Jahre mit Filmen wie „Lucas“ und „The Lost Boys“ zum Teeniestar und Mädchenschwarm aufgestiegen. Der damit verbundene Ruhm machte den Schauspieler für Drogen und Alkohol empfänglich. Zahlreiche Versuche, wieder clean zu werden, endeten in Rückfällen und einem steten Abstieg. Entsprechend landete er bereits 1996 in kleinen Produktionen wie „Demolition High“ und sorgte auch hier beim Dreh mit seinen Drogeneskapaden für negative Publicity. Trotzdem ist „Demolition High“ ein unterhaltsames „Stirb Langsam“-Rip-Off geworden.

Lennys Vater arbeitet als Cop in Brooklyn und hat die Schnauze voll von den dauernden Risiken und Gefahren. Er will eine ruhigere Kugel schieben. Also zieht er mit seinem Sohnemann nach Mayfield. Obschon hier der Hund verreckt zu sein scheint, zeigt auch diese Stadt irgendwann ihre dunklen Seiten.

Denn eines Tages rollt ein weißer Transporter auf den Schulhof der örtlichen High School. Eine Handvoll Halunken entsteigt dem Gefährt, nimmt zahlreiche Schüler und Lehrer als Geiseln und installiert eine Rakete, die auf das Kernkraftwerk von Mayfield ausgerichtet wird. Lenny kann sich des Zugriffes durch die Terroristen entziehen und startet gegen sie einen Guerilla-Krieg.

Schaut in den Film hinein

Stirb-Langsam-Action mit Corey Haim

Trashpapst Jim Wynorski („Piranhaconda“) steigt mit unvermutetem Furor in sein „Stirb Langsam“-Plagiat ein. Die Terroristen überfallen ein Lagerhaus und entwenden hier ein Raketensystem. Direkt im Anschluss werden sie von Cops verfolgt. Die Verfolgungsjagd endet auf dem Schulhof von Lennys Schule. Der legt sich als „der Neue“ parallel mit den Schülern und der Lehrerschaft der High School an.

Nebenbei erfahren wir in Nebensätzen alles über die Gründe, die ihn und seinen Vater gen Mayfield führten. Und schon wird die Geiselnahme installiert und Lenny als McClane-Ersatz etabliert. Fortan wird durch die Gänge der Schule gehetzt, die Lumpen killen Geiseln, die Polizei auf dem Vorplatz hält Maulaffen feil und Lenny entwickelt MacGyver’sche Qualitäten im Lumpen-Abräumen.

Denn Lenny nutzt alles, was das Schulgebäude zur Ganovenbekämpfung bereithält: Gas im Chemieklassenzimmer, Werkzeuge im Werkraum und Schreibgriffel im Kunstraum. Ab und an ballert auch er mal mit erbeuteten Schusswaffen, doch das ist eher selten der Fall. Entsprechend gerät die Beseitigung der Terroristen durchaus gewitzt und auch mal derb blutig.

Wird geballert, platzen Bloodpacks. Zwei wertig inszenierte Modellexplosionen sorgen für infernalische Bilder. Und auch eine menschliche Fackel gilt es zu bestaunen. Actiontechnisch ist also für Kurzweil gesorgt. Die Tatsache, dass „Demolition High“ nur knapp 75 Minuten Laufzeit auf der Uhr hat, sorgt ebenfalls für Vortrieb. Langweilig wird es eigentlich nie, wenngleich schon das eine oder andere Mal zu oft unmotiviert durch die Gänge der Schule gelatscht wird.

Hirnrissig wird es eigentlich erst gegen Ende, wenn offenkundig wird, was die Terroristen eigentlich wollen. Da denken Drehbuch und Regie ihren kleinen Actioner viel zu groß – inklusive gigantischen Logiklöchern. Die Logik nimmt sich allgemein immer mal wieder Auszeiten. Beispielsweise lassen sich die Terroristen etwas zu bereitwillig von Lenny auf der Nase herumtanzen.

Im Gegenzug lässt der diverse Möglichkeiten ungenutzt, Gegner endgültig aus dem Spiel zu nehmen. Darauf gründen diverse dämliche Momente. Und was die Polizei da vor dem Gebäude treibt, ist mit dumm noch nett umschrieben. Highlight ist hier ganz klar das Gewese um das Abschalten des Stromes im Gebäude. Herrlich!

Darstellerisch zieht sich der Film ordentlich aus der Affäre. Corey Haim macht als locker-flockiger Held der Chose einen guten Job. Wie alle anderen Schülerdarsteller war er zur Zeit der Dreharbeiten gute zehn Jahre zu alt für seine Rolle, aber das kennt man ja aus US-Schülerklamotten zur Genüge. Der auf Bösewichter abonnierte Jeff Kober („Windfall“) liefert auch hier durchaus ab, bekommt aber einen echt lahmen Abgang kredenzt. Auffällig ist noch Rocky DeMarco (aka Melissa Brasselle „Raptor“) als bitchy Sidekick von Kobers Oberlump. Sie darf herrlich überziehen und diversen lüsternen Kerlen einen auf den Pelz brennen. Regisseur Jim Wynorski selbst ist im übrigen als Sniper mit kuriosem Waffenhandling zu sehen.

„Demolition High“ bietet solide Action

„Demolition High“ überträgt wie der deutlich aufwändigere „Boy Soldiers“ (1991) das Stirb-Langsam-Handlungskorsett auf den Schauplatz einer Schule. Und er schlägt sich dabei gar nicht mal so übel. Hohes Tempo, gut über den Film verteilte, durchaus blutige Action und ein sympathischer Corey Haim sorgen für ordentlich Kurzweil.

Immer mal wieder lässt der Film aber Körner liegen. Die Behandlung des Oberschurken etwa ist eine einzige Enttäuschung. Diverse Klischees hätte sich der Film auch gerne schenken können. Irgendwer hätte das Drehbuch noch einmal auf diverse unlogische Momente hin abklopfen sollen. Und wie die Fieswichter hier ihr Ziel erreichen wollen, ist mit hirnverbrannt wahrlich noch nett umschrieben. Kurzum: „Demolition High“ bietet formvollendet blöde B-Action – was gar nicht mal sooo böse gemeint ist.

05 von 10

Der Film erschien in deutschen Landen uncut mit einer Freigabe ab 16 auf Video. Der Sprung auf digitale Datenträger ließ eine ganze Weile auf sich warten. 2024 machte WMM im Verbund mit AVV und Multimedia Ulrich einen ersten Anfang und präsentierte den Streifen als DVD only im Mediabook.

Dieses wartet mit einem informativen Booklet zum Leben von Corey Haim auf, enthält eine Autogrammkarte des Stars und präsentiert den Film in seiner 4:3-Originalfassung und als „selbstgebastelte“ Widescreen-Version. Beide Fassungen verfügen über eine tolle Bildqualität. Um das zweite Tray des Mediabooks zu befüllen, liegt der annehmbare B-Actioner „Full Contact Champ“ auf DVD bei. Wenig später legte WMM den Film auch als DVD in einer Amaray auf.

In diesem Sinne:
freeman

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