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Below – Schrecken aus der Tiefe

Originaltitel: Below__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Robin Christian__Darsteller: Aaron Albertson, Garrett Forster, Logan Borsari, Keith Nussbaum, Summer Olshefski, Audra Schildhouse, Meitar Paz, Courtney Wax u.a.
Below – Schrecken aus der Tiefe Cover Artwork

„Below – Schrecken aus der Tiefe“ ist Giga-Trash.

„Below – Schrecken aus der Tiefe“ beginnt wahrlich obskur. Ein paar Suffköppe sind mit einem Boot unterwegs. Angeln wollen sie. Irgendwann fällt einem der auf dem Boot herumtorkelnden Idioten ein, man könne ja auch einen Hai ins Visier nehmen. Einer setzt das etwas zu wortwörtlich um und ballert mit seiner Kalaschnikow einen Hai kaputt. Das macht, wie einer der Knallköpfe feststellt, einen anderen Hai voll wütend!

Der Fisch schluckt also einfach den Angelhaken und lässt sich bereitwillig an Bord des Bootes ziehen. Hier wartet er ab. Als wenig später einer der Deppen aus seinem Alkoholkoma aufwacht, blickt er in die toten Augen eines übel zugerichteten Saufkumpanen. Und als er an sich herunter blickt, nagt da der Hai gerade sein linkes Bein ab! Mit einem anderen verbliebenen Dummdödel schnappt er sich den Hai und schmeißt ihn wieder ins Wasser.

Unser Rachehai entpuppt sich als Bullenhai und schwimmt ein paar Flüsse hinauf, um in einem abgelegenen See zu landen. Hier verheilen seine Wunden und er wächst zu einem noch stattlicheren Exemplar seiner Gattung heran. Eines Tages beschließen ein paar Jugendliche, ihren Tag auf der Badeplattform inmitten des Sees zu verbringen. Dabei müssen sie schnell merken, dass im Wasser unter ihnen etwas lauert.

Schaut in den „Film“ hinein

Irgendwas mit einem Hai

Reden wir direkt zu Beginn Tacheles. Es fällt schwer, „Below – Schrecken aus der Tiefe“ als Film ernstzunehmen. Das Creature Feature ist einfach nur sackendumm. Zum Beweis präsentiere ich fortfolgend einfach mal zehn bekloppte Szenen:

1.) Um den Hai abzulenken, machen die Jugendlichen Krach auf der Badeplattform. Einer tritt dabei so hart auf die verbauten Bretter, das ein so großes Loch entsteht, dass er direkt hindurch und ins Maul des Haies fällt. Muss man erstmal schaffen!

2.) Ein Segelboot hat mal einen Mast, mal einen Mast mit Segel und mal nichts von beidem. Ist ja auch egal.

3.) Das gleiche Segelboot kentert irgendwann und treibt nun mal mit dem Kiel nach oben oder halb, viertel oder ganz gesunken im See. Man kann ja als Verantwortlicher für die Continuity auch nicht an alles denken.

4.) Ein Typ rudert in seinem Boot zu der Badeplattform, vergisst aber, einen Stöpsel ins Boot zu stecken, woraufhin es einfach sinkt. Passiert den Besten! Sind Boote mit Stöpsel Standard heutzutage?

5.) Eine Frau will die Badeplattform mit der Seilwinde ihres Autos an Land ziehen. Sie parkt dazu ihr Auto IM See. Und zwar indem sie volle Kanne hineinrast. Frauen und Einparken, man(n) kennt das.

6.) Als ein Typ in seinem Fluggerät über dem See kreist und helfen will, springt der Hai aus dem Wasser und beißt ihm gezielt den Kopf ab. Genießer!

7.) Als zwei Jugendliche „Unter-Wasser-Tauschen“ spielen, was bedeutet, dass sie ihre Badehosen unter Wasser ausziehen und die des jeweils anderen anziehen, hat der männliche Jugendliche nach der Aktion seine Badehose nach wie vor an, während auch die Dame diese Hose trägt. Wo ist nur ihr sexy Bikinihöschen hin? Ewige Rätsel der Menschheitsgeschichte!

8.) Eine Dame will vom Land aus mit ihrem Handy Hilfe rufen und stolpert so genial, dass das Handy im Wasser landet. Gekonnt ist gekonnt.

9.) Ein Typ scheint tot zu sein. Man entsorgt ihn schnell ins Wasser, woraufhin der wieder auftaucht und quicklebendig scheint. Man lässt ihn aber doch lieber im Wasser treiben. Akzeptiere dein Schicksal du Opfa!

10.) Der absolute Burner ist aber die finale Szene um den Sieg über den Raubfisch. Die muss man selbst gesehen haben, um es glauben zu können.

Das sind nur einige der Szenen, die mir in Erinnerung geblieben sind. Es gab aber noch viele andere Dummbrotmomente mehr. Das nahm irgendwann so wahnsinnige Züge an, dass sich „Below – Schrecken aus der Tiefe“ wie ein Fiebertraum anfühlte. Aus dem man zumeist lachend hochschreckte. Denn dieser Wahnsinn ist wirklich irrwitzig. Unfreiwillig zwar, aber dennoch amüsant. Zumal, weil auch sonst nichts bei dem Film zusammengeht.

Denn „Below – Schrecken aus der Tiefe“ präsentiert pures filmisches Unvermögen. Die egale Story ist turboöde erzählt, es gibt keinerlei Spannungsaufbau oder Dramatik zu verzeichnen, die Dialoge sind ein Graus und das Timing in den einzelnen Szenen ist einfach nur verunglückt. Mieses Editing, erbärmliche Unterwasserfotografie, Billo-Musik und eine allgemein billige Optik muss man zusätzlich ertragen. So werden gerade mal 66 Minuten Laufzeit erstaunlich lang. Was auch daran liegt, dass einem die Figuren kackegal sind. Zum einen, weil der Film nichts über sie erzählen mag, zum anderen, weil die Darsteller durchweg eine Katastrophe sind.

Bereits die ersten fünf Minuten um die besoffenen Angler setzen dabei die Pace. Und man mag es kaum glauben: Diese wird noch einige Male unterboten. Die einzige Darstellerin, die irgendwie in Erinnerung bleibt, ist Meitar Paz („C.O.R.N.“). Und das auch nur, weil Regisseur Robin Christian („Disconnect“) alles gibt, dass die gigantischen Brüste von Frau Paz in all ihren Szenen hypnotisch auf und ab hüpfen.

Der eigentliche Hauptdarsteller, also der Hai, ist sehr wenig zu sehen. Er wird an teils okayen, teils richtig üblen CGI-Effekten gereicht. In einigen Szenen kommt zudem ein Modellhai zum Einsatz, der durchaus gut aussieht. Allerdings hatten die Macher keine Ahnung, wie sie mit dem Modell effektive Angriffe inszenieren sollten. Entsprechend bekommt man hier planloses Wasser-Geplantsche, viel Geschrei und etwas Blut im Wasser anstelle von harten Splatter-Momenten. Die Größe des Hais variiert dabei je nach zum Einsatz kommender Tricktechnik. CGI: riesengroß; Handmade: geradezu winzig.

„Below“ ist wahrlich ein „Schrecken aus der Tiefe“

Kurzum: Objektiv betrachtet, ist „Below – Schrecken aus der Tiefe“ definitiv einer der schlechtesten Haifilme überhaupt. Das sei an dieser Stelle nicht unterschlagen. Dabei ist er jedoch so schlecht, dass er mir alleine aufgrund des filmischen Unvermögens, das sich hier abzeichnete, zahlreiche Großlacher entlockte. Und die häuften sich in diesen 66 Minuten Irrsinn derart, dass sich tatsächlich skurril und lustig gemeinte Haifilme wie „3 Headed Shark Attack“, „Sharknado“, „Sand Sharks“ oder „Land Shark“ dagegen wie ernste Dramen ausnehmen.

Von daher fühlte sich der Streifen immer mal wieder beinahe wie guter Trash an. Leider nahm der Film diese Hürde niemals vollends, denn am Ende nimmt er sich selbst zu ernst und lachte ich eben immer mehr über ihn als mit ihm. Und das ist leider nur selten ein gutes Zeichen.

03 von 10

Tiberius Film wertet den ungeschnitten ab 16 freigegebenen Film nur digital aus. Als solcher startet er ab dem 17. Juli 2025 bei den verschiedensten VoD-Plattformen durch. Die Synchronisation ist mit gruselig noch wohlmeinend abgeurteilt.

In diesem Sinne:
freeman

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