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Hellhound

Originaltitel: Hellhound__Herstellungsland: Thailand__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Joshua Dixon__Darsteller: Louis Mandylor, Sahajak Boonthanakit, Ross Cain, Tanapol Chuksrida, Salita Klinchan, Vithaya Pansringarm, Van Quattro, Ron Smoorenburg, Winai Wiangyangkung, Bear Williams u.a.
Hellhound DVD Cover

Louis Mandylor entfesselt den „Hellhound“.

Ein wohlhabender 60-jähriger hat sich in Bangkok zur Ruhe gesetzt. Hier lernt er schnell eine junge Thai kennen, in die er sich verguckt. Blind vor Liebe überschreibt er ihr eine Eigentumswohnung in Bangkok und einen großen Teil seines Vermögens. Einen Tag später vollführt er einen Köpper aus dem Fenster seiner Wohnung. Splitterfasernackt. Die thailändische Polizei schließt den Fall schnell als Selbstmord ab.

Doch die leibliche Tochter des Mannes traut dem Braten nicht. Sie fährt nach Bangkok, wo sie die Geliebte ihres Vaters in deren neuer Wohnung mit einem neuen Freund ertappt. Sie zählt eins und eins zusammen und kommt schnell zu dem Schluss, dass ihr Vater nicht freiwillig gesprungen ist. Nun möchte sie Genugtuung für den Tod ihres Vaters. Also engagiert sie den Profikiller Loreno.

Der wollte eigentlich aussteigen, nimmt jedoch aus Loyalität zu seinem Freund Cetan, der ihn jahrelang mit einträglichen Jobs versorgte, diesen letzten Auftrag an. In Bangkok kommt Loreno der untreuen Geliebten schnell auf die Spur, muss aber sogleich feststellen, dass diese sich mit sehr gefährlichen Typen umgeben hat.

Schaut in den Film hinein

Actionthriller mit Louis Mandylor

Die Inhaltsangabe, der Hauptdarsteller und der Zuschnitt des Trailers machen es schwer, hinter „Hellhound“ mehr als einen simplen Actioner zu vermuten. Doch der Streifen entzieht sich ein wenig den üblichen Kategorisierungen. Treibt manchmal mehr vor sich hin, als eine verdichtete, flotte Actiongeschichte zu erzählen. Die atmosphärischen Bilder der thailändischen Metropole Bangkok und der tolle Soundtrack zum Film unterstreichen das nur.

Das geht soweit, dass „Hellhound“ irgendwann Episoden von Nebenfiguren lang und breit auswalzt, ohne das diese sonderlich auf die eigentliche Story einzahlen würden. Das ist nicht immer kurzweilig, pumpt aber viel Atmosphäre. Schade ist, dass der Film ansonsten nicht viel auf seine Charaktere gibt. Wer etwa Loreno wirklich ist, wie er wurde, was er ist, und was seine Motive sind, wird nie auch nur ansatzweise ergründet.

Louis Mandylor in "Hellhound"

Louis Mandylor als berufsmüder Profikiller in „Hellhound“.

Auch die Figuren an der Seite von Loreno werden kaum vertieft und die fiese Geliebte bleibt ein einziges Rätsel. Nur ihr Boss – und somit der eigentliche Fieswicht im Film – erhält so etwas wie einen „interessanten“ Background. Erst in seinem letzten Drittel schaltet „Hellhound“ dann einige Gänge rauf. Auch was die Dramaturgie angeht. Hier ballt sich dann auch die meiste Action in gleich drei Sequenzen.

Zunächst wird in einem Hotel geballert. Kurz darauf geraten Loreno und ein Mitstreiter in einem Parkhaus unter Feuer. Hier dürfen sogar ein Auto und ein Motorrad explodieren. Und Loreno ballert gerne mal aus nächster Nähe in Gesichter und Hälse. Der Showdown steigt in einer Nachtbar, in der Loreno kurz und trocken aufräumt. Die Actionszenen sind durch die Bank sauber inszeniert, setzen auf eine sehr agile Kamera und haben auch einen Sinn für derbere Nicklichkeiten.

Atmosphäre im thailändischen Actionthriller

Der thailändische Actionthriller setzt auf atmosphärische Bilder.

So darf Loreno in einer Sequenz einem Lump die Scherben einer zerbrochenen Blumenvase durch die Visage zerren. Und während er einen Lump würgt, sticht er ihm parallel mit einer der Scherben den Hals mit vielen kurzen Stichen auf. Das ist intensiv und derb anzusehen. Auch die platzenden Bloodpacks sorgen in den Ballereien für eindrücklichere Momente.

Louis Mandylor („Pay Day“) hat seine Rolle des Killers vollkommen im Griff und spielt sehr gut. In der Action darf er den Brawler geben und mit einem Boxer-Move-Set austeilen. Ab und an darf er seine Gegner auch mal werfen. Der Fight-Choreographer Jakkrit Kanokpodjananon („Kate“) achtete aber penibel darauf, Mandylor keine Muay-Thai-Spezialisten entgegenzuwerfen. Stattdessen darf Mandylor in seinen Fights gegen Kanten wie Ron Smoorenburg („Triple Threat“) oder Bear Williams („The Flood“) ran und denen roh und derb eine einschwenken. Die ansonsten weitgehend thailändischen Akteure, etwa Vithaya Pansringarm („Operation Mekong“) als Cetan, leisten ordentlichen Support.

„Hellhound“ packt erst im letzten Drittel zu

Allgemein gerät der Actionthriller in seinem Finish am interessantesten. Nicht nur, weil es hier unentwegt knallt. Vielmehr kommen auch interessante Untertöne aufs Tableau. Es geht um Glaube, Religion und Gott. Und „Hellhound“ entwickelt einen eigenen Zugriff auf das Thema Zufall. So deutet der Film mitten im Finale an, dass Loreno einen Kampf austrägt, für den das Schicksal eigentlich ganz andere Pläne hatte. Und in den sehr drangehängt wirkenden letzten Minuten gibt es sogar einen richtig schockierenden Zufall.

„Hellhound“ bemüht sich also um etwas Eigenes – auch in seinem ruhigen Einstieg. So richtig verfangen will das Bemühen aber nicht. Dazu wirken manche interessante Ansätze einfach nicht genug ausgelotet. Ein schlechter Film ist „Hellhound“ darum aber noch lange nicht. Man muss sich auf das Regiedebüt von Joshua Dixon einlassen, dann wird man zumindest atmosphärisch dicht unterhalten. Und im Finale bekommt man als Actionfan durchaus was geboten.

05 von 10

Der Film erscheint am 22. August 2025 von Lighthouse Home Entertainment auf DVD und Blu-ray. Mit einer Freigabe ab 18 ist der Actionthriller ungeschnitten. Ihr könnt „Hellhound“ auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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