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Airline Disaster – Terroranschlag an Bord

Originaltitel: Airline Disaster__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2010__Regie: John Willis III__Darsteller: Meredith Baxter, Lindsey McKeon, Scott Valentine, Geoff Meed, Jude Gerard Prest, Matt Lagan, Bart Baggett, Londale Theus, Chip Bent, Nicholas J. Leinbach u.a.
Airline Disaster

Langweilige Stirb-Langsam Wanna Be Action gibt es in “Airline Disaster”

Die „Starquest“ ist ein neues, ultramodernes Flugzeug, das dank fortschrittlichster Technik quasi alleine fliegt und Piloten nur benötigt, damit diese dumm aus dem Cockpit schauen. Dieses Passagierflugzeug wird auf seinem Jungfernflug vom Bruder der amerikanischen Präsidentin gesteuert. Und genau wegen dieser Prominenz an Bord wird das Flugzeug auch sogleich von ein paar fiesen Übelwichten übernommen, die zudem am Boden die Familie des Piloten in ihre Gewalt gebracht haben. Sie wollen mit der Aktion zehn inhaftierte Mitglieder ihrer arischen Bruderschaft freipressen. Die Präsidentin steht nun vor der Wahl: Die Gefangenen freilassen oder das Flugzeug einfach abschießen und den Bruder opfern. Mir persönlich wären zwar noch andere Optionen eingefallen, aber hey, ich kann nicht andauernd Drehbücher schreiben! Zum Glück für die Präsidentin befindet sich an Bord der „Starquest“ auch eine junge Dame namens Gina Vitale, die – als Sky Marshall eingeteilt – eigentlich auf den Bruder der Präsidentin aufpassen sollte und nun klar Schiff auf dem Flugzeug macht …

So sieht also ein Asylum Mockbuster aus, wenn die Asylum Macher Filme wie „Air Force One“, „Stirb Langsam 2“ oder „Einsame Entscheidung“ einmal zu oft gesehen haben. Was man ihnen zugute halten muss, ist, dass sie sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufhalten. Schneller als man „Heiliger Mockbuster“ sagen kann, haben die arischen Vollhonks das Flugzeug gekapert und die Pilotenfamilie geschnappt. Blöderweise stellen sich die Macher nun aber zu blöd an, aus der Grundsituation ein wirklich rasantes Stirb Langsam Rip-Off zu machen. Stattdessen versteckt das Drehbuch lecker Gina Vitale im Frachtraum des Flugzeuges, wo sie im Grunde nur darauf wartet, dass mal wer vorbeikommt, den sie killen kann. Selber wird sie nie aktiv. Stattdessen fokussiert „Airline Desaster“ mehr auf die Befreiung der Familie vom Präsidentinnenbruder und auf vollkommen abstruse Versuche des Regierungsstabes der USA, eine Lösung für das Problem zu finden. Da will man das Flugzeug fernsteuern, mit Raketen abschießen und von einem Laser rösten lassen und nichts funktioniert. Asylum nutzt diese haarsträubenden Problemlösungsansätze, um die Rechenpower seiner Rechenknechte zu demonstrieren. Blöderweise waren wohl nur noch Amigas oder 286er PCs da, weswegen es jetzt wirklich peinlich wird. Sah schon die „Starquest“ einfach schrecklich schlecht getrickst aus, wird es in den Desasterszenen ganz ganz übel.

Zunächst mal funktionieren die Szenen immer nach dem gleichen Prinzip: Der Regierungsstab hat eine „Lösung“, diese lässt das Flugzeug jedes Mal fast abstürzen, die Piloten können es jedoch kurz vorm Aufprall abfangen und streifen nun andauernd Dachspitzen usw., welche sofort gen Erdboden stürzen und Menschen platt machen. Diese Schilderung sollte verdeutlichen, dass man durchaus erkennt, was die Tricks darstellen sollen, die Ausführung des Ganzen, die B-Note sozusagen, animiert aber nur zu Lachanfällen. Beständig fragt man sich in der Folge, warum Asylum auf derartige Szenen fokussiert, wenn man doch Gina hat, die stattdessen in einer billigen Flugzeugkulisse für Rambazamba sorgen könnte. Kurz vor Schluss fällt „Airline Disaster“ genau dieser Joker wieder ein, Gina nietet in ungelogen 45 Sekunden ALLE Bäddies um und das halb explodierte Flugzeug wird wie ein Wasserflugzeug auf einem Fluss gelandet. Ende. Hand an die Stirn. Kopfschütteln. Und die große Frage: Was war denn das bitte?

Die Antwort ist einfach: Ein Zeugnis des Asylum-Unvermögens einen simplen, krachigen „Stirb Langsam“-Klon auf die Beine zu stellen. Wäre die Musik nicht durchgehend am Hämmern und Antreiben, man wüsste gar nicht, dass man einen Actionfilm anschaut. Die schlagkräftige Heldin verzieht sich gleich zu Beginn in den Laderaum des Flugzeugs und macht dort Ferien. Die Regierung der Vereinigten Staaten verhandelt wie gewohnt nicht mit Terroristen und die Terroristen haben freilich noch ganz andere Ziele, als nur die Kameraden freizupressen. Man muss ja schließlich ganz viel Handlungsballast in den Film stopfen, damit man ja keine echte Action zeigen muss. Die kostet ja schließlich Geld. Die Folge: Eine Autoverfolgungsjagd ohne Drive, ein oder zwei Schlägereien unter Involvierung von Gina Vitale und eben ganz viel Desasteraction aus den Computern. Dazu ordentlich Anschlussfehler (Wie viele Kampfjets begleiten nun eigentlich das Flugzeug? 2 oder 3?), dumme Dialoge, schlechte Darsteller (Mir war nur der Darsteller des Oberbäddies, Geoff Meed aus „Kickboxer 5“, ein Begriff. Lindsey McKeon als Gina sah zumindest ganz nett aus.), Billigoptik, tolle Rollennamen (Ein Nazi heißt beispielsweise Heitler …), unblutige, unspektakuläre Action und die dümmsten Abschussversuche eines Flugzeuges in der Filmgeschichte. Wer will kann hier durchaus mal eine Runde ablachen. Wenn er nicht vorher eingeschlafen ist …

Die deutsche DVD kommt von Great Movies/dtp entertainment und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Great Movies/dtp entertainment__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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