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American Poltergeist 4 – The Curse of the Joker

Originaltitel: Joker’s Wild__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__Regie: Christopher S. Lind__Darsteller: Eric Roberts, Martin Kove, Lacy Marie Meyer, Ari Boyland, Robert Bogue, Mandy Bruno Bogue, Eliza Roberts, Caroline Heinle, Matthew Douglas Goodrich, Ken Del Vecchio u.a.
American Poltergeist 4 mit Eric Roberts DVD Cover

In “American Poltergeist 4” spielt Eric Roberts eine winzige Nebenrolle.

„American Poltergeist 4 – The Curse of the Joker“ heißt im Original „Joker’s Wild“ und hat demzufolge mit den vermeintlich anderen „American Poltergeist“-Filmen nichts zu tun. Hier hat die deutsche Titelgebung mal wieder zugeschlagen. In dem Streifen dreht sich alles um einen altehrwürdigen Kinopalast. Der wird eines Tages Ort einer wahren Tragödie, als ein Besucher in Clownsmaske ein Massaker unter den anwesenden Kinobesuchern anrichtet.

Ein!!! Jahr später will Aurora, deren Vater bei dem Massaker getötet wurde und der ihr den Kinopalast vermacht hat, das Kino wiedereröffnen. Mehr noch, sie will die Wiedereröffnung nutzen, um gemeinsam mit ihrer Selbsthilfegruppe, deren Mitglieder allesamt bei dem Massaker zugegen waren, die Ereignisse zu verarbeiten.

Blöderweise spielt eine unheimliche Macht in dem Kino da so gar nicht mit. Und sie steht anscheinend auf Clowns. Infolgedessen machen gleich mehrere Killerclowns Jagd auf Aurora und Co.

Schaut in den Horrorstreifen mit Eric Roberts hinein

So richtig weiß man gar nicht, wie man sich „American Poltergeist 4 – The Curse of the Joker“ annähern soll. Denn dessen Ausgangspunkt stellt ein Massaker dar, das so ähnlich 2012 bei der Premiere von „The Dark Knight Rises“ in den USA passierte und bei dem zwölf Menschen zu Tode kamen. Von diesem Ereignis ließ sich Regisseur Christopher S. Lind definitiv nicht nur inspirieren.

Vielmehr schlachtet er es aus. Spätestens wenn die Hauptfigur den gleichen Namen trägt wie der Ort, wo der Amoklauf tatsächlich passierte, und im Titel und im Film selbst immer wieder auf den Joker angespielt wird, gerät das ganze Unterfangen schon sehr geschmacklos. Davon abgesehen wird schon früh deutlich, dass „American Poltergeist 4 – The Curse of the Joker“ außer dieser Skandalisierung nichts zu bieten hat, was irgendwie für ihn spräche.

Denn obschon ein gewaltiger Filmpalast als Setting eines atmosphärischen Horrorfilmes viel Potential böte, ist „ American Poltergeist 4 – The Curse of the Joker“ kaum mehr als ein filmischer Offenbarungseid geworden. Nichts funktioniert. Die Schauspieler sind durch die Bank eine Katastrophe und taugen nicht als Identifikationsmasse. Die Story macht ganz oft keinen Sinn und viele Szenen wirken total unzusammenhängend. Infolgedessen weiß man nie, ob nun gerade jemand träumt oder der Cutter einfach Scheiße gebaut hat. Der finale Twist ist nach wenigen Minuten Film enttarnt. Zugutehalten kann man der Handlung, dass das Motiv hinter den Aktionen der Killerclowns etwas hat. Problematisch ist nur, dass ebenjenes Motiv die bisherige Filmlogik komplett torpediert.

Dazu gesellt sich eine extrem billige Digitaloptik, die es nicht schafft, dem imposanten Schauplatz schöne Seiten abzugewinnen. Zwar ist der Regisseur bemüht, mit ein paar schrägen Perspektiven zu punkten. Wenn dabei aber irgendwann der zweite Kameramann weithin sichtbar und lange im Bild steht, wird’s dann doch peinlich. Peinlich passt auch gut zur Bewertung der Filmmusik.

Etwas mehr handwerkliches Geschick beweisen die Make-up-Künstler. Dementsprechend wirkt mancher Einschuss profund umgesetzt. Auch die Clownsmasken haben etwas. Ansonsten war auch in Sachen Special Effects / Blut und Geschmodder Schmalhans Küchenmeister. Da man anscheinend aber doch ein paar Taler angespart hatte, konnte man mit Martin Kove („Rambo 2“) und Eric Roberts („The Expendables“) zumindest ein paar bekanntere Nasen für die Nebenrollen verpflichten.

Erwarten darf man sich von beiden aber nichts, zumal beide keinerlei gemeinsame Szenen mit den anderen Gestalten haben. Während Kove einfach zehn Minuten vor einer Greenscreen herumhampelte, wo man dann im Nachhinein schlecht einen Jahrmarkt hineinkopierte (warum auch immer), hat man bei Eric Roberts den Eindruck, er habe seine Szenen einfach im heimischen Keller mit einem Handy selbst gedreht.

„American Poltergeist 4 – The Curse of the Joker“ ist nix und kann nix

Selbst wenn man verdrängen kann, dass die Macher von „American Poltergeist 4 – The Curse of the Joker“ explizit darauf abzielten, mit einer plumpen Provokation für Aufmerksamkeit zu sorgen, die das Endergebnis in keiner einzigen Kategorie verdient hat, bleibt nicht viel mehr als ein unfassbar katastrophal zusammengeschraubter Scheißfilm. Ein riesiger Haufen schlecht geschissener Filmscheiße, an dem gar nichts passt, der keinen wirklichen Sinn macht und der es obendrein schafft, bei 65 Minuten Nettolaufzeit richtig krass zu langweilen. Chapeau.

00 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erschien im Vertrieb von Edel Germany und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Edel Germany__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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