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Bounty Hunters

Originaltitel: Bounty Hunters__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1996__Regie: George Erschbamer__Darsteller: Michael Dudikoff, Lisa Howard, Benjamin Ratner, Freddy Andreiuci u.a.
Bounty Hunters

Michael Dudikoff und Lisa Howard frotzeln sich durch “Bounty Hunters”

Die Kopfgeldjägerin B.B. (Lisa Howard) hat den Auftrag, den Kautionsflüchtling Isidor Snyderman einzufangen, einen notorischen Autodieb. Ihr Kollege Jersey Bellini (Michael Dudikoff), der grade erfolgreich einen Kautionsflüchtling aufgespürt hat, sucht neue Arbeit. Widerwillig setzt ihn sein Agent ebenfalls auf Snyderman an. Dieser klaut munter weiter Autos, hat inzwischen einen Rolls Royce des Gangsters Deimos geklaut und ihn bei seinem Kontaktmann, der eine Autowerkstatt besitzt, abgeliefert. Die beiden Kopfgeldjäger ertappen Snyderman in der Autowerkstatt, als er gerade über seine Belohnung verhandelt, können sich gegen eine Horde böser Buben durchsetzen und nehmen Snyderman mit. Durch eine Unachtsamkeit kann er jedoch wieder entkommen. Im Kofferraum des geklauten Rolls Royce entdecken die beiden Kopfgeldjäger eine Nutte, die einen Mord in Deimos’ Haus beobachtet hat.

Der Film hat bei mir nach der zweiten Sichtung einen stärkeren Eindruck hinterlassen, als nach dem ersten Ansehen. Nur eins möchte ich von vornherein klarstellen: Der Film ist kein reinrassiger Actionfilm. Ich würde eher sagen, es handelt sich um eine Krimi-Komödie mit einigen dezenten Actioneinlagen. Wie auch im zweiten Teil besteht die Action vorwiegend aus Prügeleien. Am ehesten bleibt hierbei die Schlägerei in der Autowerkstatt in Erinnerung. Diese ist recht gut gemacht und enthält ein paar Kicks, die man ansatzweise mit Martial Arts in Verbindung bringen könnte, bleibt insgesamt aber recht bodenständig und geerdet.

Im Verlauf des Films gibt es noch drei, vier weitere Schlägereien, die meiner Meinung nach noch etwas unspektakulärer ausgefallen sind, aber vom Stil her wie die erste Schlägerei daherkommen. Man kann feststellen, dass die wenige vorhandene Action immer gut in die Story eingebunden ist und praktisch gar nicht zum Selbstzweck gebracht wird. Zu erwähnen wäre noch, dass es einen kurzen und unblutigen Shootout und eine kleine Explosion am Ende gibt.

Das Stärkste an dem Film ist meines Erachtens die Story. Sie ist gut durchdacht und entwickelt: Die Figur des Isidor Snyderman kommt nicht durchgehend vor und verschwindet auch mal von der Bildfläche, um kurze Zeit später wieder aufzutauchen. Fast eine Nebenhandlung ist die Beziehung Michael Dudikoffs („American Fighter“) zu seinem etwa 12-jährigen, schwarzen Nachbarsjungen. Die beiden tüfteln zusammen an speziellen Einbruchssicherungen herum und der Junge gibt Dudikoff wichtige Tipps bei seinen Ermittlungen. Natürlich wird er im Verlauf der Geschichte von den Gangstern als Druckmittel entführt. Alles nicht neu oder innovativ, dafür aber sehr solide umgesetzt.

Wie auch im zweiten Teil herrscht eine recht locker-leichte, beinahe schon gelassene Stimmung vor. Das Duo Dudikoff/Howard ist gut aufgelegt, überzeugt schauspielerisch und überhaupt scheint sich der ganze Film nicht so recht ernst zu nehmen. Ich persönlich fand allerdings den zweiten Teil etwas lustiger, hier ist es mehr die Gesamtstimmung, die für wohlige (Ent)Spannung und Unterhaltung sorgt.

Letzten Endes bietet „Bounty Hunters“ aka „Outgun – Die Kopfgeldjäger“ von George Erschbamer („Snake Eater“) nicht viel Action und die Story geht zwar soweit in Ordnung, ist aber auch nicht neu im Genre. Es hat mir etwas an emotionaler Bindung zu den Hauptcharakteren gemangelt. Die Gangster sind irgendwie nie richtig böse. Auch wirkliche Spannung baut sich nur in wenigen Szenen auf, das wäre allerdings für einen gut gemachten Krimi schon erforderlich gewesen. Der Schwerpunkt wurde hier auf die Genres „Krimi“ und „Komödie“ gelegt, nur leider zündet beides nicht so, wie es vielleicht bei der Story sein könnte. Kann man den 2. Teil noch für Actionfans und Action-Vielgucker empfehlen, so ist „Bounty Hunters“ wenn überhaupt nur für hartgesottene Allesgucker und Dudikoff/Howard-Fans eine Option. Es hilft viel, seine Erwartungen im Vorfeld zurechtzurücken und dem Film gegebenenfalls auch eine Zweitsichtung angedeihen zu lassen. Es könnte sich für euch lohnen, denn der Film kann in der rechten Stimmung schon Spaß machen
Knappe:

Die FSK 16 freigegebene, ungeschnittene DVD/Blu-ray der im April 2014 erschienenen Platinum Cult Edition verfügt über ein tolles Bild, das einem Quantensprung im Vergleich zu den bisherigen DVD-Veröffentlichungen gleichkommt. Die Farben sind homogen, die Schärfe stimmt, Verschmutzungen findet man keine, der Bildstand ist ruhig. Top! Leider hat man das Originalformat wieder beschnitten, um auf ein 16:9 Bild zu kommen. Folglich fehlen am oberen und unteren Bildrand wieder Informationen. Bis auf eine Szene fällt dieser Umstand aber nicht weiter ins Gewicht. Der Sound ist ordentlich. An Extras findet man den Vorspann der „Outgun“ betitelten früheren deutschen Fassung des Filmes, eine Slideshow, einen Bodycount, den Trailer zum Film, eine Filmographie und eine Artwork-Galerie.

© Cyborg Cop

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