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Dark Nuns – Die Exorzistinnen

Originaltitel: Geomeun sunyeodeul__Herstellungsland: Südkorea__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Kwon Hyeok-jae__Darsteller: Song Hye-kyo, Jeon Yeo-been, Lee Jin-uk, Moon Woo-jin, Kim Guk-Hee, Shin Jae-hwi, Park Jung-hak, Jeon Su-ji, Park Ji-il, Yu Na, Choi Yu-ri u.a.
Dark Nuns - Die Exorzistinnen DVD Cover

Die „Dark Nuns – Die Exorzistinnen“ müssen gegen einen fiesen Dämon bestehen.

2015 erschien der Exorzismus-Streifen „The Priests“ und wurde in seinem Heimatland Südkorea zum Erfolg. Zu uns hat es der Streifen nur im Rahmen des Fantasy Filmfestes geschafft. Eine weitere Auswertung erfolgte nie. Zehn Jahre nach dem Hit um einen jungen Priester, der von einem erfahrenen Kollegen in die Welt der Dämonen eingeführt wird, brachte Regisseur Kwon Hyeok-jae mit „Dark Nuns – Die Exorzistinnen“ eine Quasi-Fortsetzung auf den Weg.

Diese spielt im gleichen Universum wie „The Priests“, hat einige Anknüpfungspunkte an den Vorgänger und beschert einem der Hauptdarsteller ein kleines Cameo. Kennen muss man „The Priests“ aber nicht, um „Dark Nuns“ genießen zu können.

Der junge Schüler Hee-Joon hat einen Selbstmordversuch begangen. Seine Lehrer äußern den Verdacht, dass er gemobbt und so zu der Verzweiflungstat getrieben worden sein könnte. Doch seine Mutter vermutet mehr hinter dem Vorfall. Dämonisches gar. Entsprechend wird Schwester Giunia entsandt. Die Nonne ist auf Dämonen und Exorzismen spezialisiert, selbst wenn sie letztere eigentlich nicht ausüben darf. Sie findet schnell heraus, dass Hee-Joon besessen ist.

Obendrein wird er von einer der zwölf Manifestationen besessen. Das sind Dämonen, die so mächtig sind, dass sie sogar Priester in Besitz nehmen können. Bei ihren Nachforschungen begegnet Giunia der jungen Nonne Michaela, die über eine besondere Gabe zu verfügen scheint. Gemeinsam machen sie sich daran, Hee-Joon von dem Dämon zu befreien.

Schaut in den Film hinein

Exorzistinnen gegen fiese Dämonen

Prinzipiell ist es Nonnen ja nicht erlaubt, Exorzismen durchzuführen. Filmen wie „La Exorcista“ oder „The Devil’s Light“ war das zuletzt reichlich Wumpe und sie rückten Nonnen in den Fokus ihrer Erzählung. Neu ist dieses erzählerische Element also nicht mehr. Aber gerade im Vergleich zu dem direkten Vorgänger „The Priests“ nimmt sich das Umschwenken auf gleich zwei weibliche Heldinnen jedenfalls sehr interessant aus.

Zumal sich „Dark Nuns“ zwei Heldinnen gönnt, die nicht so wirklich dem sonst vermittelten Bild von Nonnen entsprechen. Giunia und Michaela rauchen, fluchen und scheinen den weltlichen Genüssen wahrlich nicht abgeneigt. Das hat durchaus seinen Reiz. Leider gerät das Kennenlernen der beiden eher spröde denn unterhaltsam. Man hat den Eindruck, dass beide gar nicht an dem jeweiligen Gegenüber interessiert sind. Und sie wirken auch nie wirklich vertraut im Umgang miteinander.

Schwester Michaela im Exorzistenhorror aus Südkorea

Schwester Michaela stellt sich dem Dämon entgegen.

So findet man nur schwer in die Paarung aus den beiden Nonnen hinein. Dafür spielen Song Hye-kyo („The Grandmaster“) als Giunia und Jeon Yeo-been („Alienoid“) als Michaela ihre Rollen engagiert und ergeben so ordentliche Mitfiebermasse. Was aber erst spät im Film wichtig wird. Denn in den ersten 80 Minuten passiert in „Dark Nuns“ nicht wirklich viel. Der besessene Hee-Joon treibt seine Mutter in den Tod, viel mehr darf der fiese Dämon in ihm nicht bewirken.

Schwester Giunia in Dark Nuns

Schwester Giunia will ihrem Schutzbefohlenem helfen.

Und wer Exorzismusfilme wie „The Wailing“, „Exhuma“ (im Übrigen vom „The Priests“-Regisseur) oder „The Divine Fury“ kennt, der weiß, dass die Südkoreaner das Thema Dämonen und Geister gerne mal ganz anders angehen. Entsprechend wird auch in „Dark Nuns“ beispielsweise eine Schamanin aufgesucht, die ihren Hokuspokus veranstalten darf.

Und wenn Giunia mit einem 20-Liter-Wassertank die Besessenen förmlich Waterboarded, hat man das so noch nie gesehen. Wer sich aber dichten Horror von „Dark Nuns“ erwartet, sollte umdisponieren. Der Film ist lange eher Drama als Horror, mit dem Nachteil, dass das Drama nicht richtig zündet. Dazu bleibt die Erzählung zu ereignislos und lassen einen sämtliche Figuren einfach zu kalt.

In den letzten 30 Minuten wird dann aber voll aufgedreht. Die beiden Nonnen stellen sich dem fiesen Dämon in einer lang und breit ausgespielten Exorzismus-Sequenz. Leider verlässt sich Regisseur Kwon Hyeok-jae hier zu sehr auf altbekannte Subgenre-Klischees und zu vertraute Bilder. So darf auch hier ein ans Bett Gefesselter nicht fehlen, der sich verrenkt und viele unflätige Worte in den Mund nimmt. Erst im wahrhaft infernalischen Finale lässt „Dark Nuns“ die Klischees dann endlich Klischees sein. So richtig zupacken will er aber dennoch nicht.

„Dark Nuns – Die Exorzistinnen“ hätte dämonischer sein dürfen

Der mit fahlen Farben, interessanten Bildkompositionen und einem gelungenen Score aufwartende „Dark Nuns – Die Exorzistinnen“ hätte im Duktus des Vorgängers „The Priest“ viel mehr auf das Miteinander der beiden Nonnen setzen sollen. Die beiden Darstellerinnen spielen nämlich stark und hätten eine solche Schülerin-Mentorin-Beziehung mühelos wuppen können. Vermutlich wäre man als Zuschauer dann auch besser in der Story drin gewesen und selbige hätte sich vielleicht weniger sperrig entwickelt.

So bleibt ein Film, in dessen ersten zwei Dritteln de facto nichts passiert und der erst im letzten Drittel das bietet, was er so lange teaste. Da haut er zwar audiovisuell ordentlich einen raus, der blanke Horror stellt sich aber wahrlich nicht ein. Auch weil Regisseur Kwon Hyeok-jae nichts wirklich Neues in Sachen Exorzismus-Tam-Tam einzufallen vermag. Das Ergebnis ist hinlänglich okay, insgesamt hätte ich mich aber über eine deutsche Lokalisiserung von „The Priests“ mehr gefreut.

05 von 10

Der Film erschien am 25. Juli 2025 von PLAION Pictures, ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16 auf DVD und Blu-ray. Die Datenträger warten mit einem Making of (3:30 Minuten), einer Figuren-Featurette (2 Minuten) und einer Pressekonferenz mit Cast und Regisseur (55 Minuten) auf. Ihr könnt den Film auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label PLAION Pictures__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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