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Die Alone

Originaltitel: Die Alone__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Lowell Dean__Darsteller: Frank Grillo, Carrie-Anne Moss, Douglas Smith, Kimberly-Sue Murray, Steven Roy, Jonathan Cherry, Amy Matysio, Harlan Blayne Kytwayhat, Leo Fafard, Laura Abramsen, Ryland Alexander u.a.
Die Alone mit Carrie-Anne Moss und Frank Grillo DVD Cover

Frank Grillo gibt in „Die Alone“ einen undurchsichtigen Patriarchen.

Ethan und Emma sind mit ihrem Auto unterwegs. Sie wollen in die Einsamkeit fliehen. Weg vom Chaos dieser Welt. Denn die Natur rächt sich an der Menschheit und entfesselt einen Virus, der sie verändert. Er verwandelt die Menschen in Mischwesen aus Mensch und Pflanze. Und er verleiht ihnen großen Hunger auf das Fleisch nicht infizierter Menschen.

Während Ethan und Emma also über die Straßen rasen, verliert Ethan die Kontrolle über den Wagen. Als er zu sich kommt, leidet er an Amnesie. Nur weil sich Emma einst auf seinem Gipsarm verewigt hat, ahnt Ethan, dass er eigentlich nicht alleine in dem Unfallwagen sitzen dürfte. Er bahnt sich den Weg in die Freiheit und startet seine Suche nach Emma.

Dabei begegnet er alsbald der taffen Mae. Die rettet ihm nicht nur das Leben, sondern lässt ihn auch bei sich unterschlüpfen. Doch Ethan merkt schnell, dass mit Mae etwas nicht stimmt. Hat sie etwas mit dem Verschwinden von Emma zu tun?

Schaut in den Film hinein

Mysteriöses mit Frank Grillo

Es ist schwer, über „Die Alone“ zu schreiben, ohne zu spoilern. Denn der sehr verrätselt erzählte Film gibt wirklich alles, sich sein Mysterium bis zum Ende zu bewahren. Und das funktioniert gar nicht schlecht. Erinnerungsfetzen Ethans werfen immer neue Fragen auf. Das verschlossene Wesen von Mae trägt ebenfalls zur Rätselei bei. Und dass alle in den Film geworfenen Figuren selten die sind, die sie vorgeben zu sein, sorgt ebenfalls für falsche Fährten.

Doch Regisseur und Drehbuchautor Lowell Dean belohnt aufmerksame Zuschauer. Denn wer trotz des eher niedrigen Erzähltempos immer dran bleibt, bekommt Hinweise, die die Zusammenhänge bereits vor der großen Auflösung erahnen lassen. Die Auflösung hält dann aber trotzdem noch einige interessante Details bereit.

Carrie-Anne Moss als Mae in "Die Alone".

Mae (Carrie-Anne Moss) hat eine Menge zu verbergen.

Neben der mysteriös und verzwickt gereichten Story ist Carrie-Anne Moss („Matrix Resurrections“) als Mae der größte Pluspunkt des Streifens. Die Schauspielerin darf herrlich taff auftreten und hat prächtige Oneliner abbekommen, überzeugt aber auch in den ruhigeren und emotionalen Momenten ihrer Figur. Und wer genau hinschaut, bekommt in „Die Alone“ auch ihren Real-Life-Ehemann Steven Roy zu sehen.

Douglas Smith („Ouija“) spielt als Ethan ebenfalls prächtig auf und überzeugt durchgehend in dessen doch sehr verschiedenen Gemütslagen. Frank Grillo („Hounds of War“) spielt für die große Auflösung eine gewichtige Rolle. Der Mime gibt dabei souverän einen Familienvater, der immer wieder auch sehr unberechenbare Züge offenbart.

Zombiewesen aus Lowell Deans Film

Dir wächst da was aus dem Kopf…

„Die Alone“ spielt weitgehend auf dem Anwesen von Mae. Dieses wird ausführlich bespielt, hält viele witzige Details bereit und wird eigentlich nie langweilig. Sobald der Film in die gefährliche Außenwelt aufbricht, setzt es vornehmlich kanadische Laubwälder als Settings. Was langweilig klingt, ist nicht so. Denn in diesen Wäldern leben die transformierten Menschlein. Diese sind teils dicht mit Pflanzen, Zweigen, ja ganzen Ästen bewachsen. Das vermischt sich mit einem höchst effektiven Zombie-Make-up. Zuletzt habe ich ähnliche Exemplare in „Shaky Shivers“ bewundern dürfen.

Wann immer diese wirklich cool aussehenden Kreaturen zuschlagen, wird es sehr blutig. Dabei sind die Effekte durchgehend handgemacht. Dass Regisseur Lowell Dean das kann, hat er mit den Publikumslieblingen „WolfCop“ und „Another WolfCop“ hinreichend bewiesen. Einzig, dass der Regisseur mit den Auftritten der Kreaturen so sehr haushaltet, rechnet man ihm negativ an. Von denen hätte man gerne mehr gesehen. Dabei gibt es nicht nur mit der groben Kelle, denn wenn aus den Infizierten kleine Pflanzensprösslinge – etwa aus den Ohren – herauszuwachsen beginnen, hat das direkt schöne Seiten.

„Die Alone“ spielt gekonnt mit den Erwartungen des Zuschauers

Quasi von den ersten Filmminuten an spielt „Die Alone“ sein Blatt gekonnt aus. Während man fast schon ein wenig genervt mit den Augen rollt, wenn Lowell Dean das Ende seines Streifens direkt zu Beginn vorwegzunehmen scheint, wird man alsbald eines Besseren belehrt. Der Regisseur und Drehbuchautor hat in den folgenden, langsam erzählten und meines Erachtens trotzdem gut getakteten 90 Minuten Film sichtlichen Spaß daran, den Zuschauer in die Irre zu führen – ohne es zu übertreiben. Denn er türmt nicht einfach nur Frage auf Frage, nein, er gibt den Aufmerksamen auch Geheimnisse preis.

Dementsprechend macht es wirklich Spaß mitzurätseln. Nebenbei wird man mit tollen Darstellerleistungen, einer technisch wertigen Inszenierung, einem klasse Kreaturen-Design, einigen spannenden Höhepunkten und kleineren, dafür sehr effektiven Blutmatschereien belohnt. Das Ergebnis hebt sich mit seiner vollkommenen Konzentration auf seine rätselhaft ausgeformten Charaktere wohltuend vom üblichen Zombie-Geschmadder der Güteklasse B ab – und wird im Finale sogar zu etwas ganz Anderem.

07 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray kommt am 24. Oktober 2025 von Lighthouse Home Entertainment und ist mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten. Ihr könnt „Die Alone“ auch im Mediabook erstehen oder ihn streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Lighthouse Home Entertainment__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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