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Dracula 3000

Originaltitel: Dracula 3000__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2004__Regie: Darrell Roodt__Darsteller: Casper Van Dien, Erika Eleniak, Tom „Tiny“ Lister, Coolio, Udo Kier, Alexandra Kamp u.a.
Dracula 3000

Cooles Cover, nix dahiner: “Dracula 3000” mit Casper Van Dien.

Ein Stern, der Transsylvanien heißt und sich in einem Sternensystem namens „Die Karpaten“ befindet. Ein Raumschiff mit dem Namen „Demeter“. Dazu ein Held, der den Namen Van Helsing trägt, und eine junge Dame mit dem Namen Mina: „Dracula 3000“ hat durchaus ein paar hübsche Ideen, um den Mythos um Graf Dracula ins Weltall zu übertragen. Nimmt man dann noch die Punchline des deutschen Covers her, die verkündet, dass es im All nun einmal kein Tageslicht gäbe, fragt man sich schon, warum sonst noch kaum jemand auf die Idee kam, Vampire im Weltall wüten zu lassen.

„Dracula 3000“ vertraut selbst aber erst recht spät auf seine eigentliche Handlungsidee. Stattdessen spielt man zunächst sehr lange „Ghost Ship“ und „Virus“ nach. Soll heißen: Ein kleines Schiff findet ein großes, führerloses Schiff und will es in den nächsten Hafen schleppen. Dort wartet eine stattliche Prämie für die Erfüllung der Quest. Und wo „Ghost Ship“ und „Virus“ eben noch mit echten Schiffen arbeiteten, sind es in „Dracula 3000“ eben Raumschiffe. Leider arg schlecht getrickste, detailarme Raumschiffe.

Schaut in “Dracula 3000” mit Casper Van Dien hinein

Hat das kleine Raumschiff um Van Helsing an dem großen Raumschiff angedockt, beginnt das große Ganggeschleiche. Hätte man die Vampire bereits installiert, hätte man hier eine schöne Variation einer Erkundungstour durch ein vampirverseuchtes Schloss mit vorbeihuschenden Schatten und vielen Andeutungen auffahren können. Doch „Dracula 3000“ vertraut eben wie gesagt nicht auf seine Grundidee. So übernimmt ganz allmählich die Langeweile das Ruder. Sinnlose Dialoge, unlustige Oneliner und krampfige Charaktervorstellungen inklusive.

Dracula 3000 mit Tom Tiny Lister

Tom “Tiny” Lister ist der Held des Filmes! Man mag es kaum glauben…

Zudem fällt auf, wie unattraktiv Erika Eleniak („Bordello of Blood“) in dem ihr zugeschusterten Outfit ausschaut, das hundertprozentig erotisch rüberkommen soll, das ehemalige „Baywatch“-Übergeschoss aber einfach nur unförmig und so gar nicht heiß wirken lässt. An ihrer Seite lächelt sich ein mega entspannter Casper van Dien („Revenge of the Giant Mummy“) durch die zunehmend dünnere Handlung und hat erstaunlichen Spaß an dem Streifen. Der zündet dann auf der Hälfte seine eigentliche Handlung. Man findet einen Raum voller Särge. Alle bis oben hin voll mit Sand. Doch – Ei der Daus! – natürlich ist in einem Sarg doch jemand drin: Dracula!

Dracula 3000 mit Erika Eleniak und Casper Van Dien

Zumindest der Ausschnitt passt bei Erika Eleniak…

Der hat nach langem Schlaf viel Durst und mit seinen Kumpanen bereits die eigentliche Besatzung des Raumschiffes ausgesaugt. Um weiterhin Nachschub zu haben, programmierte er den Kurs des Schiffes auf die Erde. Natürlich müssen das nun die Mannen um Van Helsing verhindern. Und sie geben auch ihr Bestes… Zumeist bedeutet das übles Overacting. Allen voran Rap-Star Coolio, der aufgrund seiner Verwandlung zum Vampir vom schluffigen Dopehead zum überdrehten Hibbelvampir mutiert und ab sofort allen, auch dem Zuschauer, gewaltig auf die Eier geht.

Auch Alexandra Kamp amüsiert mit stocksteifem Spiel und peinlicher Botoxlippe, wohingegen ausgerechnet Tom „Tiny“ Lister („Men of War“) mal erstaunlich sympathisch rüberkommen darf. Und gegen Ende sogar zum Held der Chose mutiert! Jahaaaa! Zeichen und Wunder. All das bedeutet nun aber nicht, dass der Film irgendwie an Qualität zulegen würden. Das Tempo bleibt enorm verhalten, die Dialoge bleiben dumm und Action oder gar Horror wollen zu keinem Zeitpunkt aufbranden. Ein bisschen Blut darf zumindest mal spritzen, wirklich spektakulär wird es aber nie.

Und Dracula? Der stapft ungelogen im altbekannten Kostüm (mit steifem Stehkragen!!!) durch die Gänge des Raumschiffes und kann… nix. Also außer Schwachsinn labern. Zudem zieht „Dracula 3000“ auch nur noch sporadisch Potential aus seiner Grundidee. So werden Billardqueues als Pflöcke missbraucht und das Raumschiff wird in Richtung einer Doppelsonne gelenkt, um die Vampirlumpen zu grillen. Wirklich witzig oder unterhaltsam ist das alles aber nicht.

Dracula 3000 mit Coolio

Und Coolio, warum hast du so rote Augen? Damit ich dich besser mit meinen Plastikzähnen beißen kann!

Auch der öde Look will nicht wirklich gefallen. Das Interieur des Raumschiffs etwa sieht nach x-beliebigen Fabrikgängen aus. Glaubwürdige Konsolen findet man nirgendwo und die Ausstattung macht allgemein schon einen sehr kargen Eindruck. Zudem hat man irgendwann das Gefühl, dass die Charaktere eh immer den gleichen Gang entlang latschen, den man immer nur anders abfilmte. Der Look der Vampire beschränkt sich auf Plastikgebisse und rote Kontaktlinsen und allgemein hat es keine nennenswerten Masken- oder Special-Effects. Die Musik verfängt sich nicht für eine Sekunde in den Gehörgängen und diverse Kamera-Spielereien wie Zooms und Drehungen um die eigene Achse klangen in den Besprechungen am Set sicherlich deutlich besser, als sie nun letzten Endes ausschauen.

“Dracula 3000” entpuppt sich als filmische Nullnummer

Was bleibt, ist leider eine ziemlich langweilige Nullnummer von einem Film. Man hätte einfach die Idee, die Geschichte rund um Dracula ins Weltall zu verlegen, konsequenter und gewitzter angehen sollen. Denn wenn „Dracula 3000“ genau das macht, hat er durchaus ein paar nette Momente. Leider kann man die an einer Hand abzählen. Zumindest hat Casper Van Dien Spaß bei den Dreharbeiten gehabt und Erika Eleniak wurde vermutlich von mehreren Mitarbeitern vorgelogen, wie heiß sie in dem Outfit ausschaut. Soll ja gut sein fürs Ego. Was man allerdings Udo Kier („Blade“) dafür versprochen hat, dass er hier ein paar Zeilen von einem Teleprompter abliest und dabei wie ein Nachrichtenmann immer in die Kamera starrt… man weiß es nicht. Unterhaltsamer Trash schaut dann doch ganz anders aus.

3 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray kommt von Koch Media und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Koch Media__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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