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Death Fighter

Originaltitel: Death Fighter aka White Tiger__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2017__Regie: Toby Russell__Darsteller: Matt Mullins, Don Wilson, Cynthia Rothrock, Chiranan Manochaem, Joe Lewis, Jawed El Berni, Gigi Velicitat, Yuhkoh Matsuguchi, Prasit Suanphaka u.a.
Death Fighter DVD Cover

Don Wilson und Cynthia Rothrock geben sich in “Death Fighter” Saures!

Draco ist ein russischer Lump, der seinen Lebensunterhalt mit dem Handel von Drogen, wertvollen Mineralien und Menschen verdient und dabei eine Spur aus Leichen hinter sich herzieht. Aktuell hat er seine Zelte in der Nähe einer reichhaltigen Goldmine im Herzen von Thailand aufgebaut. Natürlich hat ein Mann wie Draco Feinde. Etwa den seit 15 Jahren hinter ihm her jagenden FBI-Agenten Conrad.

Als der bei dem Versuch, einen großen Deal von Draco zu verhindern, umgebracht wird, schwört dessen junger Protegé Michael Rache. Mit einem versoffenen Söldner bricht er in den dichten Dschungel Thailands auf, um Draco aufzuschrecken und ihm das Handwerk zu legen…

Der zunächst als „White Tiger“ firmierende und nun als „Death Fighter“ vermarktete B-Streifen ist Joe Lewis gewidmet, einem der bekanntesten Kampfsportler der 60er und 70er Jahre, der ganz sporadisch sein Können auch in Filmen wie „Die Macht der Fünf“ oder „Kill ’em All“ zeigte. Die Rolle des Conrads in „Death Fighter“ war seine letzte, bevor er im Jahre 2012 verstarb. Und somit fünf Jahre vor der Veröffentlichung von „Death Fighter“, der dementsprechend eine ganze Weile auf Halde lag, bevor er auf die Menschheit losgelassen wurde.

Schaut in den B-Actioner “Death Fighter” mit Don Wilson und Cynthia Rothrock hinein

Zumindest aus Sicht des B-Actionfans dürfte das weniger an den Qualitäten des Filmes gelegen haben, denn der funktioniert mit seiner simplen, aber flott durchgezogenen Story erstaunlich gut, lässt niemals Langeweile aufkommen und hat einige hübsche, wenngleich nicht sonderlich spektakuläre Actionszenen an Bord.

Klar, die in den Film eingebaute Lovestory ist hinreißend doof und der im Mittelteil aufbrandende Ethno-Kitsch samt buddhistischem Dorffest und fliegenden Laternen so krass klischeehaft, dass der thailändische Dschungel beschämt zu Boden schauen möchte. Auch die Dialoge sind teilweise grauenerregend stumpf. Aber hey. Was erwartet ihr von einem Film, der „Death Fighter“ heißt?

Ein großer Pluspunkt von „Death Fighter“ ist sein unverbrauchtes Thailand-Setting. Zunächst eher in den Hinterhöfen von Bangkok angesiedelt, pumpen der nach 30 Minuten wichtiger werdende thailändische Dschungel und die damit verbundenen Settings ordentlich Atmosphäre in den Film. Was sich auch auf die Actionsettings auswirkt. Wo zunächst noch in finsteren Spelunken gekickt wird, sind bald Dschungeldörfer und natürliche Höhlenformationen die deutlich reizvolleren Tatorte.

Die werden wie Thailand zwar nicht optisch überragend in Szene gesetzt, aber billig sieht „Death Fighter“ nun weiß Gott auch nicht aus. Vor allem in der Action setzt Regisseur Toby Russell gerne mal auf Go-Pro-Kameras und sorgt so für eine nicht zu verachtende Dynamik. Davon abgesehen wird die Action angenehm altmodisch und ohne viele Schnitte dargereicht.

Zudem sind die Actionszenen ganz ordentlich über den Film verteilt. Russell und das Drehbuch finden ergo diverse nichtige Gründe, um die Besetzung vornehmlich um sich schlagen zu lassen. Zwar wird auch einige Male blutig geballert (einmal mit üblen CGI-Effekten gepimpt), diese Szenen wirken im Vergleich zur Martial-Arts-Action aber immer wieder arg hüftsteif. Auch die optisch mittels CGI gepimpten Explosionen sind zum einen eher rar gesät und zum anderen recht unspektakulär geraten.

In größeren Nebenrollen dabei: Don Wilson und Cynthia Rothrock

Dagegen geht es in den Kampfszenen ordentlich zur Sache. Möchte ja auch sein, bei einem Don „The Dragon“ Wilson („Lion Strike“) Film *hust hust*. Doch so gerne ich den Mimen auch schelte, Toby Russell lässt ihn in dessen Kampfszenen durchaus gut aussehen. Spektakuläre Moves hat Don als versoffener Söldner mit trauriger Vergangenheit zwar nach wie vor nicht drauf, aber für sein Alter präsentiert er sich erstaunlich fit und erstaunlich flott. Ein kleines Bonbon für die Fans des Videotheken-Zeitalters ist freilich Don Wilsons Showdownkick gegen Cynthia Rothrock („Guardian Angel“).

Rothrock darf als fiese rechte Hand Dracos agieren und mit gewohnt stylisch zurechtgezauberter Frisur mal mit Peitsche und mal mit ihren Extremitäten nett austeilen. Letzten Endes sehen aber sowohl Rothrock als auch Wilson im Vergleich zu den anderen Kampfsportlern des Streifens (logischerweise) ziemlich alt aus.

Schon Hauptdarsteller Matt Mullins (Aktuell gut beschäftigt als Stunt-Koordinator von Serien wie „Marvel’s Luke Cage“ oder „Marvel’s The Defenders“ und immer mal wieder vor der Kamera, etwa als Johnny Cage in der „Mortal Kombat“-Serie) sorgt da für deutlich augenöffnendere Momente, wenn er im Scott-Adkins-Stil auf seine Gegner eindrischt und in spielerisch leicht wirkenden Choreografien 3-4 Gegner auf einmal ausschaltet. Zudem kommt der Mime durchaus sympathisch rüber, wirkt allerdings in manchen Momenten reichlich steif in seinem Spiel.

Die coolsten Szenen hat aber fraglos Prasit Suanphaka als thailändische Version eines menschlichen Schweizer Taschenmessers mit dem vielsagenden Namen Otto auf den Leib choreografiert bekommen. Der Mime geht offenbar gerne auf engstem Raum ab und liefert sowohl auf der geschlossenen Ladefläche eines LKWs als auch unter einem Stelzenhaus, unter dem sich alle Kontrahenten nur im Entengang fortbewegen, ein paar höchst beeindruckende Moves und Kombinationen ab, in denen vor allem das Brachiale des Muay Thai gerne mal durchschimmert.

Als kampfkräftiger Love Interest bringt Chiranan Manochaem noch etwas mehr Weiblichkeit ins Spiel, wenngleich die Dame in den meisten ihrer Martial-Arts-Szenen (sehr gut!) gedoubelt wirkt. Auf Seiten der Lumpen haut auch Jawed El Berni („Savage Dog“) noch ein paar sehr feine Aktionen raus, während sich Gigi Velicitat („Hard Target 2“) als Draco vornehmlich um das für einen Bösewicht wichtige Augenrollen und das damit einhergehende Overacten kümmert.

“Death Fighter” bietet grundsolide B-Action

Was am Ende bleibt, ist ein grundsolide durchgezogener B-Actioner mit einer absolut funktionalen Simpelstory, die im reizvollen Thailand-Setting möglichst viele Vorwände zu generieren versucht, die durch die Bank sympathischen Darsteller bei dem zu zeigen, was sie wirklich können: Action! Selbige mag keine Genre-Referenz sein, bietet aber dennoch einige brauchbare Szenen für das actionhungrige Auge. Ein wenig mehr Konsequenz und die eine oder andere Derbheit hätten den guten Choreografien allerdings gut gestanden.

6 von 10

Über eine deutsche Veröffentlichung ist mir bislang nichts bekannt. Das Review basiert auf der kanadischen Code 1 DVD von dem Label Vision Films und wurde hier mit einer Freigabe ab 14 versehen.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label der kanadischen VÖ: Vision Films__Freigabe: ab 14__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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