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Drug Lord – Ein Mann riskiert alles

Originaltitel: No Way Out__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__ Regie: Hector Echavarria__Darsteller: Hector Echavarria, Danny Trejo, Estella Warren, Carlotta Elektra Bosch, Robert Miano, Patrick Kilpatrick, Christian Rodrigo, Amin Joseph, Rob Fuller, Celso Franco u.a.
Drug Lord

Hector Echavarria jagt in der Actiongurke “Drug Lord” Danny Trejo.

Juans Leben ist arg aus den Fugen geraten: Kurz bevor er den wichtigsten Drogendealer Lateinamerikas ausschalten konnte, wurde der selbst aktiv und nietete Juans Frau um. Dabei erwischte es auch Juan. Ins Herz, wie er sagt. Nur blöd, dass das Drehbuch ab sofort behauptet, er sei in den Kopf geschossen wurden. Naja, das Drehbuch wird’s wohl besser wissen. Warum in den Kopf? Weil Juan so immer gut getimte Aussetzer haben kann, bei denen er alles vergisst. Das macht seinen Rachefeldzug gegen den Drogendealer recht schwierig, denn immer wenn er kurz davor ist, jenen auszuschalten, haut Juan irgendwer vor die Denkerstirn und schon hat er wieder alles vergessen.

Klingt irgendwie wirr? Ach, wenn es das nur wäre. Denn letzten Endes ist „Drug Lord“ vor allem eines: Stinklangweilig. Erzählt wird er aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund als ewig lange Rückblende. In dieser werden munter Figuren installiert, die der Film gar nicht braucht. Irgendwelche Nutten, Straßenkinder, Transsexuelle, Bösewichter und Helden. Dabei verliert „Drug Lord“ immer wieder seine eigentliche Handlung aus den Augen. Konzentriert er sich dann doch mal darauf, wird es auch nicht spannender. Inmitten dieses Nichts an Handlung, das auf 83 Minuten gestreckt wirkt, als sei der Film 180 Minuten lang, wird endlos viel Mist gelabert.

Zusammenhangloser Stuss. Breit ausgewalzt. Da wird beispielsweise minutenlang ein unkomischer Witz erzählt. Oder der ach so witzige Transsexuelle fabuliert über den knackigen Arsch von Juan. Apropos: Gespielt wird dieser von Hector Echavarria. Einer der C-Helden, die selbst im B-Kino nie einer sehen wollte, weshalb er irgendwann einfach begann, sich selbst in billigen Actionern zu inszenieren. Dabei kam immerhin EIN Knaller heraus: „Unrivaled“. Der Rest war durch die Bank pomadiger Schwachsinn wie „Drug Lord“.

In dem fetzt nicht einmal die Action. Zunächst gibt es nicht einmal welche. Fast 60 Minuten lang gibt Regisseur und Hauptdarsteller Echavarria alles, um wirklich jeden Moment, der irgendwie in Action münden könnte, großräumig zu umschiffen. Das gelingt ihm famos. Der Zuschauer dankt es ihm… nicht. Zum Ende hin soll es dann kinetischer werden. Doch die Action ist so lahm, so öde und so undynamisch umgesetzt, dass man zwischen den wenigen Shootouts durchaus auch mal wegnicken kann.

Weder gibt es Trefferwirkungen in den Sets noch in den Bäddies. Blut spritzt keines, brutal wird es auch nicht. Echavarria, der sich ja eigentlich gerne in kämpferischer Pose inszeniert, bestreitet nur einen einzigen Fight und der ist einfach nur Panne. Die finale Autoverfolgungsjagd ist dann so granatenschlecht produziert wurden, dass man gar nicht weiß, worüber man sich mehr aufregen soll: Die miesen Rückprojektionen, vor denen die Helden und Antipoden wild am Lenkrad zerren, oder die peinlichen CGIs, die ALLE Außenansichten der „Actionszene“ bebildern.

Oberbösewicht Danny Trejo („Machete“) hat derweil nicht einmal auf die Action Lust gehabt. Um die macht er nämlich einen großen Bogen. Er sitzt am liebsten zwischen dick bemoppten Chicas… und labert Müll. Wie der restliche Cast… Darunter die eigentlich hübsche, hier aber total verlebt ausschauende Estella Warren („Planet der Affen“), mit der der Film überhaupt gar nichts anfangen kann, und Patrick Kilpatrick, der sich schon durch Echavarrias misslungenen „Cage of Glory“ quälen musste.

Optisch ist der angeblich 5 Millionen Dollar teure „Drug Lord“ einfach nur megabillig. Von dem vermeintlichen Handlungsort Paraguay (gedreht wurde in Spanien) bekommt man rein gar nichts zu sehen. Es dominieren billige Innenraumsettings und wenig glamouröse Nachtclub-Bilder. Es überwiegt ein viel zu cleaner HD-Look und bis auf ein paar coole Schnittfolgen, die immer dann einsetzen, wenn sich Juan an irgendwas erinnert, bleibt nichts in Erinnerung. Wobei, der Score macht Laune. Der wurde offensichtlich für einen echten Actionfilm komponiert. Nun gibt es halt heldenhaft treibende Mucke, wenn der Held heldenhaft eine Treppe hoch latscht, die nur von einem heldenhaften Held heldenhaft bezwungen werden kann. Oder so…

Am Ende bleibt ein mal wirklich mies geschriebener, wenig durchdacht wirkender und katastrophal konstruierter Actionthriller, der weder Action macht noch thrillt. Behäbig und lahm schleppt sich das Vehikel über die Runden und bietet wirklich keinen einzigen irgendwie positiv in Erinnerung bleibenden Moment. Selbst die einzige nackte Dame des Filmes verursacht eher Augenkrebs denn ein Jucken in der Hose. Das gilt dann auch für die Optik und die wenige im Film vorhandene Action. Hier hat Echavaria wirklich gar nichts irgendwie unter Kontrolle bekommen. Man schaue sich nur mal die hilfesuchenden Gesichtsverrenkungen seiner Co-Stars an, die allesamt in jeder Szene wirken, als bekämen sie von dem Käse, den sie labern müssen, selbst Kopfschmerzen!

Die deutsche DVD/Blu-ray von „Drug Lord“ kommt von dem Label Indigo und ist mit einer haarsträubend überzogenen FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Indigo__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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