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In der Hitze von New York (+ Videokritik)

Originaltitel: Certain Fury__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1985__Regie: Stephen Gyllenhaal__Darsteller: Tatum O’Neal, Irene Cara, Nicholas Campbell, George Murdock, Moses Gunn, Peter Fonda, Rodney Gage, Jonathon Pallone, David Longworth, Dawnlea Tait u.a.

„In der Hitze von New York“ ist Teil einer unserer Videokritiken. Schaut doch mal rein, sie startet direkt bei der Besprechung des Filmes.

Schaut in die Videokritik von “In der Hitze von New York”

In der Hitze von New York DVD Cover

“In der Hitze von New York” bietet ruppig gute Unterhaltung.

Arzt-Tochter Tracy wurde von der Polizei in einem gestohlenen Auto aufgegriffen. Dafür wird sie vor einen Haftrichter geführt. Doch in dem Gerichtssaal kommt es zu einem wilden Tumult, in dessen Verlauf zig Polizisten von anderen Angeklagten brutal umgenietet werden. Die unbedarfte und geschockte Tracy hängt sich an die tough wirkende Scarlet, die das Tohuwabohu zur Flucht nutzt und so sich und Tracy aus der Gefahrenzone schafft.

Blöderweise fliehen auch diejenigen mit Scarlet und Tracy, die das Massaker in dem Gerichtssaal angerichtet haben. Dementsprechend glaubt die Polizei, dass auch die beiden jungen Damen schuldig sind. Sie verfolgen sie mit unerbittlicher Härte. Dabei wird ein weiterer Cop bei einem Unfall getötet. Die Lage scheint aussichtslos für unsere beiden Heldinnen.

„In der Hitze von New York“ wirkt wie eine Momentaufnahme aus einem absolut chaotischen, seltsam vermüllten und wenig anheimelnden New York. Ein New York, das zwei junge Frauen aufsaugt, ordentlich durchkaut und am Ende achtlos ausspuckt. Bekommen unsere Heldinnen am Ende ein Happy End? Wer weiß das schon. Längst zoomt „In der Hitze von New York“ da schon wieder aus der Szenerie, scheinbar auf der Suche nach einer anderen wüsten Story aus den Eingeweiden der großen Stadt.

Schaut in den Actioner „Certain Fury“ hinein

Dazu passt auch, dass der Film kein richtiges Ziel zu haben scheint. Überleben ist das einzige Ziel. Ansonsten treibt die Figuren gefühlt keinerlei Motivation an. Rache nehmen? Missverständnisse aufklären? Nix davon ist Teil des Drehbuchs des Actionthrillers. Der zudem nur knapp an einer Laufzeit von 80 Minuten kratzt und sich keinerlei Zeit für irgendwelche Nebenschauplätze oder allzu tiefgehende Charakterbeschreibungen nimmt.

Die wirklich extrem ansprechend ausschauende Tatum O’Neal als Scarlet und Irene Cara („Flashdance“) als Tracy funktionieren sofort auf den Punkt, was Regisseur Stephen Gyllenhaal, genau, der Herr Papa von Jake und Maggie, sofort erkennt und ab sofort nur noch darauf fokussiert, wie die beiden Frauen zu echten Freundinnen werden. Das hätte gerne noch mehr Zeit einnehmen dürfen, so kommt aber nie Langeweile auf und sitzt jede Handlung auf den Punkt.

Das gilt auch für die selten aufkommende, aber ordentlich funktionierende Action. Dabei ragt natürlich die Eingangsballerei in dem Gerichtssaal heraus, die mit rüden Shootouts und derben Treffereffekten aufwartet. Im weiteren Verlauf setzt es eher kurze Gewalteskalationen, in denen ebenfalls teils gigantische Bloodpacks aufplatzen dürfen. Eine zweite größere Actionszene spielt sich in einem brennenden Gebäude ab, hat allerdings nicht mehr den Impact wie die Anfangsballerei.

Dass der Film nicht viel kosten durfte, sieht man ihm früh an. Der Gerichtssaal ist definitiv der mondänste Schauplatz. Hernach hetzen Tracy und Scarlet nur noch über finstere Hinterhöfe und durch verdreckte Kanalisationen und räudige Straßen. Alle Schauplätze sind unfassbar vermüllt, was einen teilweise denken lässt, man schaue eine Dystopie. Doch der dadurch entstehende Look überzeugt, passt zum rauen Ton des Streifens und verstärkt dessen Wirkung.

„In der Hitze von New York“: Klein, aber Oho!

„In der Hitze von New York“, der gleichzeitig das Regiedebüt von Stephen Gyllenhaal darstellte, ist ein kleiner Actionthriller, der dank rauer Atmosphäre, ruppiger Action, flottem Tempo und starker Darsteller (zu denen auch ein sehr junger Peter Fonda („Enemy – Fatal Mission“) als dandyhafter Verbrecher zählt) zu punkten versteht. Dabei will es der kleine Wadenbeißer mit leichtem Exploitation-Einschlag und diversen politisch unkorrekten Momenten dem Publikum aber nicht zu einfach machen und verabschiedet sich häufiger in Richtung Sleaze.

Häufiger fragt man sich zudem, wohin sich der Film aufgrund der mal wirklich verfahrenen Grundsituation entwickeln wird. Wodurch er hin und wieder recht ziellos wirkt. Und ein wenig mehr Laufzeit hätte ihm sicherlich auch nicht geschadet. Vor allem, da ausgerechnet die beiden Heldinnen reichlich eigenschaftslose Hüllen bleiben. Dennoch: Ein angenehm unterhaltsames Werk!

06 von 10

Die deutsche DVD erschien am 19. Juni 2020 bei dem Label Pidax und hat eine tolle Bildqualität zu bieten. Extras zum Film findet man leider keine. Der Streifen ist ab 18 freigegeben. Beim Anfangsshootout wirkt der Film immer mal wieder ein wenig unrund. Vor allem die Ermordung eines Richters wirkt sehr hakelig. Laut ofdb ist er ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Pidax__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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