Amandla Stenberg im Interview zu „The Darkest Minds – Die Überlebenden“
Eine der angesagtesten und talentiertesten jungen Schauspielerinnen Hollywoods, Amandla Stenberg, spielt die Hauptrolle in „The Darkest Minds – Die Überlebenden“. Die 19-Jährige gab ihr Filmdebüt 2011 im Film „Colombiana“. Größere Bekanntheit erlangte sie in der Rolle der Rue in „Die Tribute von Panem“ (2012).
Stenberg wird immer wieder dafür gelobt, dass sie ihre Social Media Kanäle als positive Plattform nutzt und sich mit persönlichen Abhandlungen für Themen wie kulturelle Aneignung, Feminismus und die Identität von Kindern aus ethnisch verschiedener Elternschaft stark macht. In Zusammenarbeit mit Stranger Comics erschuf sie das Graphic Novel „Niobe: She is Life“ über eine weibliche Kriegerin, die zur Hälfte Mensch und Elfe ist. Neben ihrer Schauspielkarriere ist sie auch eine begabte Musikerin, spielt Geige und singt.
Amandla Stenberg über den Inhalt von „The Darkest Minds“ und ihre Rolle der Ruby

Amandla Stenberg bei der Premiere von „The Darkest Minds“. Copyright: 20th Century Fox
Was ist die Prämisse der Story von „The Darkest Minds“?
Amandla Stenberg: The Darkest Minds“ spielt in einer Welt, die nicht allzu weit von unserer eigenen entfernt ist und in der eine mysteriöse Seuche 98% der Kinder ausgelöscht hat. Diejenigen, die noch am Leben sind, haben aus ungeklärten Gründen übernatürliche Fähigkeiten entwickelt, weshalb die Erwachsenen Angst vor ihnen haben und sie in Camps gesteckt haben. Ich spiele Ruby, der es mit der Hilfe der mysteriösen Cate (gespielt von Mandy Moore) gelingt, aus dem Camp zu fliehen, in dem sie eingesperrt ist. Während sie versucht, ihren Platz in der Welt zu finden, trifft sie eine Gruppe anderer Kids, mit denen sie sich anfreundet.
Wie würdest du Ruby beschreiben?
Amandla Stenberg: Ruby hat mit vielen Themen zu kämpfen: Aufgrund einiger Vorfälle aus ihrer Vergangenheit ist sie unsicher und quält sich mit Zweifeln und Selbsthass. Sie verfügt über Kräfte, die sie selbst nicht versteht – die Fähigkeit, die Erinnerungen von Menschen zu manipulieren, in ihre Köpfe zu schauen und ihre Gedanken und Gefühle zu beeinflussen. Zu Beginn des Films ist Ruby verängstigt und niedergeschlagen, was daran liegt, dass sie in einer schrecklichen Umgebung aufgewachsen ist. Auf ihrer Reise lernt sie gemeinsam mit ihren neuen Freunden, ihre Kräfte zu verstehen und kann sie am Ende des Films kontrollieren.
Wie sehr kannst du dich mit Ruby identifizieren?
Amandla Stenberg: Ich kann mich definitiv mit ihr identifizieren. Und da es sowohl im Buch als auch im Drehbuch Raum für Interpretation gibt, hatte ich die Chance, sehr viel von mir selbst und meiner eigenen Reise einzubringen – meinem eigenen Weg zu mir selbst und wie ich gelernt habe, Stärke zu entwickeln und mit Selbstzweifeln umzugehen. Um Ruby zu verstehen, habe ich auch meine eigenen Gedanken zu unserer Regierung hier in Amerika und wie es sich anfühlt, unter dieser Regierung zu leben, eingebracht.
Wie wurdest du zum ersten Mal auf den Film aufmerksam?
Amandla Stenberg: Die Rolle der Ruby wurde mir angeboten. Ich denke, die Produzenten waren auch deshalb interessiert an mir, da ich mich immer wieder zu Themen wie kultureller Aneignung und „Black Lives Matter“ geäußert habe. Ruby ist eine Anführerin beziehungsweise wird im Laufe der Geschichte zu einer und ich denke, dass sie einige von Rubys Qualitäten auch in mir wieder erkannt haben. Außerdem ging ich zusammen mit der Tochter des Produzenten Shawn Levy zur Schule, sodass er meine Arbeit kannte.
Ist Amandla Stenberg eine geborene Actionheldin?
Im Film gibt es auch viel Action – wie viel Training war dafür nötig?
Amandla Stenberg: Ich habe überhaupt keinen Sport gemacht (lacht). Ich musste allerdings ein kleines Stunt-Training absolvieren, bei dem ich gelernt habe, glaubhaft zu kämpfen. Außerdem musste ich viel rennen und mit Haltegurten arbeiten, aber das war ziemlich einfach für mich.

Amandla Stenberg mit Harris Dickinson in „The Darkest Minds“. Copyright: 20th Century Fox
Im Film gibt es auch eine aufregende Liebesgeschichte. Zwischen dir und Harris Dickinson, der Liam spielt, herrscht eine tolle Chemie.
Amandla Stenberg: Ich liebe Harris so sehr. Er ist ein großartiger Typ, er ist lustig, talentiert und unglaublich clever. Wir haben genau denselben Sinn für Humor und so wurden wir ziemlich schnell sehr gute Freunde. Schon als wir uns zum ersten Vorsprechen, dem „Chemistry Read“ getroffen haben, wusste ich nach ungefähr drei Sekunden, dass er die Rolle bekommen würde. Es war wirklich großartig, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Die Zusammenarbeit mit Regisseurin Jennifer Yuh Nelson und den Cast von „The Darkest Minds“
Wie war es, mit der Regisseurin Jennifer Yuh Nelson, die eine erfolgreiche Regisseurin von Animationsfilmen ist, bei ihrem ersten Live-Action-Film zusammenzuarbeiten?
Amandla Stenberg: Jennifer ist unglaublich, sehr nett und die Meisterin der Tarnung. So haben wir sie während der Dreharbeiten genannt, denn sie hat das gesamte Set mit ihrer ruhigen Art kontrolliert, ohne auch nur einmal die Stimme zu erheben. Jeder am Set fühlte sich wohl und respektierte sie so sehr, dass alle ihr Bestes gaben. Für mich war das sehr beeindruckend und sie wirkte irgendwie wie ein Ninja.
Der Cast ist sehr vielfältig, findest du nicht?
Amandla Stenberg: Er ist definitiv erfrischend vielfältig, besonders angesichts der Tatsache, dass es sich um ein großes Franchise handelt. Es ist offensichtlich, dass ich kein Teil des Films geworden wäre, wenn sie nicht einen vielfältigen Cast gewollt hätten. Die Rollen von Chubs (der schwarz ist) und Zu (die Asiatin ist) waren bereits im Buch so angelegt, aber die Vermutung liegt nahe, dass Ruby im Buch weiß ist. Daher war ich überrascht und begeistert davon, dass mir die Rolle angeboten wurde. Es hat sich wie eine große Chance angefühlt und es ist toll, dass ein schwarzes Mädchen die Hauptrolle in solch einem Film spielt.“

Die jungen Leute von „The Darkest Minds“ müssen ihren Platz in der Welt noch finden. Copyright: 20th Century Fox
Wie würdest du das Verhältnis der jungen Darsteller am Set beschreiben? Habt ihr euch auch nach er Arbeit getroffen?
Amandla Stenberg: Es war eine sehr familiäre Atmosphäre. Wir haben in Atlanta gedreht, sodass wir in einen Freizeitpark in der Nähe gegangen und dort Achterbahn gefahren sind. Außerdem sind wir oft gemeinsam essen gegangen. Ich habe mich sehr gut mit Miya Chech, die Zu spielt, und ihrer Mutter verstanden. Wir waren wie Schwestern und ich habe versucht, sie zu beschützen, weil es ihre erste Erfahrung an einem großen Set war und ich mich noch genau erinnere, wie ich mich gefühlt habe, als ich in ihrem Alter war und „Die Tribute von Panem“ gedreht habe. Damals hat Jennifer Lawrence auf mich aufgepasst und mir das Gefühl von Sicherheit gegeben, das ich diesmal an Miya weitergeben wollte.
Jennifer Lawrence als Vorbild
War Jennifer Lawrence eine Inspiration für dich?
Amandla Stenberg: Sie war ein großes Vorbild als ich ein Kind war. Sie war so nett und hat dafür gesorgt, dass ich mich am Set sicher gefühlt habe. Außerdem hat sich mich immer mit ihren Witzen zum Lachen gebracht. Sie ist eine der bodenständigsten Personen, die ich kenne – Familie und Freundschaft sind ihr sehr wichtig. Ich finde, sie hat bereits eine beeindruckende Karriere hingelegt und ist immer noch dabei, nach den Sternen zu greifen.

Amandla Stenberg bei der Weltpremiere in Los Angeles. Copyright: 20th Century Fox
Was sind deine Träume und Ziele?
Amandla Stenberg: Ich werde mich immer für schwarze Frauen einsetzen – das ist meine absolute Priorität. Worüber ich sprechen möchte, hängt natürlich davon ab, was in der Welt passiert. Momentan ist es für mich das wichtigste, noch mehr Aufmerksamkeit für die Projekte zu gewinnen, an denen ich arbeite. Ich hoffe, dass ich mit positivem Beispiel voran gehen kann. Mein Hauptaugenmerk liegt darin, jungen Menschen und besonders schwarzen Mädchen dabei zu helfen, sich weniger alleine und mehr wertgeschätzt zu fühlen. Ich möchte Regie führen, an meiner Musik arbeiten, Spaß haben und Menschen dabei helfen, gesehen und gehört zu werden.
Was hat „The Darkest Minds“ seinem Publikum zu bieten?
Was glaubst du, sind die Themen, die beim Publikum und besonders bei jungen Menschen Anklang finden werden?
Amandla Stenberg: Es geht darum, deine Kräfte und Stärken kennenzulernen und deine Stimme einzusetzen. Außerdem geht es um Freundschaft – die Stärke, die entsteht, wenn du mit anderen zusammenkommst und gegen etwas kämpfst, an das du nicht glaubst. Aber es geht auch darum, sich selbst zu akzeptieren. Ruby ist etwas unbeholfen, bis sie ihre eigene Stärke erkennt. Sie ist unsicher, mag sich selbst nicht und weiß nicht, wohin sie gehört. Erst im Laufe der Geschichte beginnt sie, sich selbst besser zu verstehen.
Worauf können sich die Leute bei „The Darkest Minds“ freuen?
Amandla Stenberg: Eine großartige Zeit! Ein Abenteuer! Ich glaube, die Leute können sich darauf freuen, unterhalten zu werden. In der heutigen Zeit ist es gerade wichtig, auch einfach Spaß dabei zu haben, einen Film zu sehen.
Interviews geführt von Elaine Lipworth
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