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Raven

In dem 1996er B-Actionfilm „Raven“ markiert ein gealterter Burt Reynolds durchaus überzeugend den titelgebenden harten Hund, der als früherer Leiter einer Spezialeinheit von der CIA gelinkt wurde. Als vermeintliche tote Raven wieder auftaucht, muss sein früherer Partner Duce (und mit ihm der Zuschauer) rausfinden, ob er einer von den Guten oder den Bösen ist.

Originaltitel: Raven__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1996__Regie: Russell Solberg__Darsteller: Burt Reynolds, Matt Battaglia, Krista Allen, David Ackroyd, Richard Gant, Angela Harry, Walter Olkewicz, Madison Mason, Kim Chase, Christopher Mayer, Charles Wahlheim u.a.
Raven

Burt Reynolds gibt den harten Knochen in Russell Solbergs „Raven“

„Raven“ von Russell Solberg („Forced to Kill“) war jahrelang nur gekürzt in Deutschland erhältlich, ist ein leider bloß durchschnittliches Stück B-Action, welches nach dem starken Auftakt leider arg nachlässt.

Jerome Katz (Burt Reynolds), genannt Raven, und sein Raven-Team arbeiten für den CIA. Bei ihren aktuellen Mission sollen sie einen zweiteiligen Decoder aus Bosnien beschaffen, doch der Einsatz erweist sich als Himmelfahrtskommando und so kommen bis auf Raven und Duce (Matt Battaglia) alle Mitglieder des Teams nach und nach zu Tode. Der Auftakt ist ein absolut hochwertiges Stück B-Action mit massig Geballer, coolen Stunts und gewaltigen Explosionen, was dem Genrefan das Herz aufgehen lässt – wenn dies auch nur in der ungekürzten Fassung voll zum Tragen kommt.

Duce entwickelt den Wunsch aus dem Geschäft auszusteigen, was sowohl an dem Blutbad, in dem der Einsatz endet, als auch an der Kaltblütigkeit, die vor allem Raven an den Tag legt, liegt. Auch Raven denkt an den Ausstieg, aber vor allem aufgrund der Tatsache, dass man der CIA sie wohl nach dieser Mission liquidieren will. Er will deshalb freischaffend arbeiten und der Decoder auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Es kommt zum Streit zwischen ihm und Duce sowie zu einem Unfall, bei dem jeder einen Teil des Decoders behält und Raven scheinbar zu Tode kommt. Burt Reynolds („Dungeon Siege“) spielt hier überraschend unsympathisch, dafür dass er der Hauptdarsteller ist, aber dies stellt sich als gewollt heraus.

Zwei Jahre später: Duce hat ein neues Leben unter einem neuen Namen angefangen, als die CIA-Bosse einen Anruf erhalten: Raven ist noch am Leben und verlangt von ihnen die zweite Hälfte des Decoders. Doch gleichzeitig will er auch Rache an den Männern nehmen, die ihn verrieten und beginnt mit einem privaten Feldzug. Bald wird auch Duce in die ganze Angelegenheit reingezogen…

Raven

Jerome Katz (Burt Reynolds) alias Raven ist mit allen Wassern gewaschen

Die Story von „Raven“ gewinnt sicher keinen Blumentopf, da es der Mischung aus Racheplot und Decoderhatz stellenweise an Plausibilität und Logik mangelt. Immerhin zieht der Film seinen Plot mit einem gewissen Tempo durch, so dass immerhin etwas Spannung aufkommt und keine größeren Längen auftreten. Doch leider sind die Dialoge eher mau und die Wendungen kommen trotz einiger Überraschungen nicht zahlreich genug, um die Story wirklich interessant zu machen.

Eher interessant ist dagegen die Figur des Raven, da man nie so genau weiß, ob es sich hierbei um einen Guten oder einen Bösen handelt und diese Frage bis zum Ende offen bleibt bzw. man immer wieder seine Meinung über ihn ändert. Leider sind die meisten anderen Charaktere eher platt: Die Fieslinge sind profillos und die weiblichen Darstellerinnen größtenteils nach Aussehen gecastet, was in ein paar eher lächerlichen Bettszenen deutlich zum Vorschein kommt.

Raven

Ravens Ex-Kollege Duce (Matt Battaglia) beim Relaxen mit weiblicher Begleitung

Leider konzentriert sich die meiste Action von „Raven“ auf den Auftakt. Dieser ist auch sehr gelungen und bietet rund 10 Minuten mit Handgreiflichkeiten, Geballer, einigen Explosionen und gelungenen Stunts (der Flug des Brennenden nach der Explosionen ist genial gemacht), die wirklich top inszeniert sind und vom Hocker hauen. Doch den Rest des Films über gibt es kaum noch Action, wobei vor allem der Showdown enttäuschend kurz ausfällt. Immerhin sind auch die weiteren Explosionen des Films wieder sehr gut inszeniert und liegen auf hohem B-Niveau. Doch würde der Film so weitermachen wie er beginnt, dann wäre daraus ein Genrehighlight geworden.

Burt Reynolds hat nicht nur die beste Figur vom Drehbuch abbekommen, sondern spielt auch mit Abstand am besten. Die Fieslinge und Ravens zweites Team agieren noch auf recht gutem B-Niveau, während die anderen Darsteller eher schwach sind. Vor allem bei Matt Battaglia („Half Past Dead“) ist dies ärgerlich (immerhin hat er eine ebenso große Rolle wie Reynolds). Zu den bekannteren Gesichtern im Cast gehören Krista Allen („Silent Venom“) und Richard Grant („Glimmer Man“).

Ein furioser Auftakt und ein gute Inszenierung auf B-Niveau können leider nicht den Actionmangel und die Storyschwächen komplett wettmachen – daher ist „Raven“ nur Durchschnitt, wobei man allerdings nur die ungekürzte Fassung sehen sollte.

„Raven“ ist seit dem 14. Juli 2016 endlich auch ungeschnitten in Deutschland von dem Label MIG erschienen. Die DVD trägt eine Freigabe ab 18 und kommt in erstaunlicher Bild- und leider eher schwachbrüstiger Tonqualität. Die bislang geschnittenen Szenen verblieben im Originalton, da es sich dabei aber ausschließlich um Actionszenen und Explosionen handelt, gehen dem Fan außer „Schieß!“- und „Geh in Deckung“-Anweisungen keine wesentlichen Informationen verloren.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: MIG__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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