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Sabotage – Dark Assassin

Originaltitel: Sabotage__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 1996__Regie: Tibor Takacs__Darsteller: Mark Dacascos, Carrie-Anne Moss, Tony Todd, Graham Greene, John Neville u.a.
Sabotage-Dark Assassin

Mark Dacascos in Sabotage-Dark Assassin

“Sabotage – Dark Assassin” ist ein B-Film, wie er im Buche steht – und das ist in diesem Fall uneingeschränkt als Kompliment zu verstehen:

Mit verhältnismäßig geringen technischen und finanziellen Mitteln inszenierte Regisseur Tibor Takacs, welcher den Semi-Kultfilm “Gate” sowie unzählige andere “direct to Video”-Produktionen (“Sanctuary”/”Deathline“) umsetzte, einen spannenden und actionreichen Film, bei dem er sich zudem auf eine Reihe guter Darsteller (Mark Dacascos, Tony Todd, Carrie Anne Moss, Graham Greene) verlassen konnte. Entscheidend ist sicherlich auch, dass die Drehbuchvorlage mehr als nur Standard-08/15-Actionkost hergab, denn die Handlung entfaltet sich in diesem Fall erstaunlich mehrschichtig und wendungsreich (ohne sie an dieser Stelle als (im allgemeinen Sinne) “ungewöhnlich komplex” bezeichnen zu wollen).

Bosnien, 1993: Der Scharfschütze Michael Bishop (Dacascos), Mitglied der Navy S.E.A.L.s, erhält von seinem kommandierenden Offizier (Greene) den Auftrag, zusammen mit seinem Partner eine Geiselbefreiung inmitten des Kriegsgebiets durchzuführen. Kurz vorm Zugriff erscheint jedoch plötzlich der Söldner Sherwood (Todd) am Einsatzort und liefert sich ohne erkennbare Zurückhaltung ein Feuergefecht mit den Entführern – als die beiden Soldaten eingreifen, richtet er sich ebenfalls gegen sie, wobei er Bishop mit einer Salve aus seiner Uzi niederstreckt und dessen Partner tötet. Ferner erschießt er im Anschluss alle Geiseln und “säubert” den Tatort schließlich mit einer Sprengladung…

Drei Jahre später: Bishop hatte den Anschlag damals schwer verletzt überlebt, war aber wegen des Missionsausgangs unehrenhaft aus der Armee entlassen worden – seitdem verdient er sich seinen Lebensunterhalt als Personenschützer, aktuell im Dienste des einflussreichen Geschäftsmanns Trent sowie dessen Frau. Als dieser am Flughafen beim Verlassen seines Privatjets Opfer eines Scharfschützen wird, gerät Bishop wegen seiner Vergangenheit in den Blickpunkt des FBI, vertreten durch die zuständige Agentin Louise Castle (Moss). Zusätzlich zu eigenen Nachforschungen, erfährt Michael von seinem Mentor, dem querschnittsgelähmten Follenfank (John Neville), dass Trent vor seinem Tod in Waffengeschäfte verstrickt gewesen sei, welche auch mit den Ereignissen damals (in Bosnien) in Verbindung standen. Nachdem Trents Frau kurz darauf ebenfalls vom Attentäter ausgeschaltet wird, kann Bishop den Schützen gar eindeutig als Sherwood identifizieren. Die Spuren scheinen tatsächlich auf jene Mission zu deuten, denn inzwischen ist sogar die CIA an den Untersuchungen beteiligt – und ein gewisser Agent Tollander (Greene), der Befehlsführer des damaligen Einsatzes, leitet nun die Ermittlungen für die Company. Die Verschwörung scheint sich quer durch alle Behörden bis in höchste Kreise zu ziehen, und aufgrund ihrer Untersuchungsergebnisse geraten Castle und Bishop schon bald direkt ins Visier von Sherwood, dessen Komplizen sowie den Hintermännern der Operation…

Mark Dacascos, der trotz der beiden fantastischen Christophe-Gans-Filme “Crying Freeman” und “Pakt der Wölfe” noch immer auf seinen großen Durchbruch wartet, wird zwar nie einen Oscar für seine Schauspielkunst gewinnen, überzeugt jedoch einmal mehr in einer sympathischen Hauptrolle. Leider bekommt man seine Kampfkünste nur in einer Szene richtig zu sehen, doch den Gebrauch diverser Arten von Schusswaffen beherrscht er ebenfalls perfekt. Im zur Seite steht Powerfrau Carrie Anne Moss (vor ihren Erfolgen mit “Chocolat” oder der “Matrix”-Triologie), die Gegenseite bilden Graham Greene (“Wounded”/”Dances with Wolves”) sowie der eiskalt und souverän agierende Tony Todd (der “Candyman” himself). Die Riege aus Vertretern der “zweiten Garde” wird schließlich von John Neville (“X-Files: Fight the Future”) als Bishops geheimnisvoller Mentor vervollständigt.

Die Regie bietet zwar keine wirklichen Überraschungen, ist aber absolut solide ausgefallen und vermag dabei jederzeit zu unterhalten, was diesen auf jeden Fall zu dem bislang besten Film von Regisseur Takacs macht. Die Story verleiht dem Gesamtbild einen weiteren Pluspunkt, denn sie bietet einige nette Wendungen und Verstrickungen (vor allem zwischen den beteiligten Parteien und Behörden), präsentiert gelungene Details, die man so bisher nicht oft zu sehen bekam (wie das Präzisionsgewehr von Sherwood, welches man wegen des Rückstoßes am Boden verankern muss), und hält bis zuletzt die Aufmerksamkeit neben der Action zusätzlich auf die Handlung gerichtet. Die interessante, wenn auch nicht ganz unvorhersehbare Auflösung (bezüglich des Drahtziehers) gefiel mir persönlich recht gut – noch mehr hingegen die im Anschluss daran folgende starke Schlußsequenz.

Die Härten des Films beschränken sich auf blutige Einschüsse, allerdings bekommen Actionfans fast ständig irgendwelche Anschläge, Verfolgungsjagden, Schusswechsel und Explosionen geboten, welche zudem an abwechslungsreichen Schauplätzen stattfinden (Bosnien, Flugplatz, Eisstadion etc). Es ist zu erwähnen, dass der zweite Akt etwas gebremster daherkommt – in ihm entwickelt sich verstärkt die Story weiter, was aber geringfügig auf Kosten der Spannung sowie des Tempos geschieht. Die finale Konfrontation zwischen Bishop und Sherwood fand ich durchaus gelungen, persönlich hätte ich mir das Duell jedoch ruhig ein wenig länger und direkter gewünscht. Trotzdem: “Sabotage” lebt von seiner straffen Inszenierung, den überzeugenden Darstellern und der gut umgesetzten Action, welche sich trotz des begrenzten Budgets absolut sehen lassen kann.

Fazit: Ein hervorragender B-Film – knallhart, action- und abwechslungsreich, verpackt in einer überraschend interessanten Story

© StS


Im Auftrag der CIA soll Michael Bishop (Mark Dacascos) während des Bosnienkonflikts als Anführer einer Spezialeinheit Geiseln aus der Hand des brutalen Söldners Sherwood (Tony Todd) befreien. Doch die Aktion endet in einem Blutbad. Jahre später, nachdem er unehrenhaft entlassen wurde, arbeitet Bishop als Leibwächter. Als seine Klienten nacheinander ermordet werden, stösst er bei seinen Nachforschungen auf ein brisantes Komplott – und Sherwood scheint auch daran beteiligt…

Mark Dacascos ist mir noch immer nicht wirklich bekannt. Bad Guy in “Cradle 2 the Grave“, Hauptdarsteller in “The Hunt for Eagle One” plus dessen Fortsetzung – weitere Werke des asiatischen Hawaiianers könnte ich jetzt noch nicht aufzählen. Jedoch auch der Rest des Casts darf als äusserst prominent angesehen werden. Carrie-Anne Moss machte sich durch ihren Auftritt als Trinity in der Matrix-Trilogie Weltberühmt. Tony Todd, der hier den Bad Guy spielt, ist ein bekannter und äusserst beliebter Nebendarsteller in einer beinahe unendlichen Liste an Hollywood-Produktionen. Von “The Rock” zu “Candyman”, von “Star Trek” bis zu “24” – Tony Todd ist ein sicherer Wert. Graham Greene ist dem grösseren Publikum wohl durch Auftritte in “Die Hard 3” oder dem neuen “Twilight – New Moon” bekannt. Fazit – Cast sehenswert!

Mit “Sabotage” bekommt der Actionliebhaber einen richtig geilen kleinen B-Kracher aus der Zeit präsentiert, als Actionfilme noch nicht in Osteuropa gedreht wurden, sondern noch die guten alten Vereinigten Staaten und Kanada als Ballerspielplatz herhalten durften. Die Neunziger waren toll. Man sieht dem Film seine gelungenen Locations richtiggehend an.

An Action wurde zwar nicht unbedingt gespart, aber sie wurde eher gezielt eingesetzt. Im Gegensatz zu vielen billigen aktuellen Krachern, bei denen die Story um die Action herum gebaut scheint, steht hier die Geschichte im Vordergrund, welche zwar nicht unbedingt brandneu erscheint, jedoch einfach richtig umgesetzt wurde. Dacascos ist vielleicht nicht der größte Schauspieler, bringt jedoch für seine Rolle genau die richtige Prise an Ruhe, Coolness und Explosivität mit – und weiß stets, wann er was einsetzen muss. Carrie-Anne Moss weiß mit ihrer Rolle als Mutter und Cop ebenfalls umzugehen. Tony Todd könnte man Overacting vorwerfen. Da wir hier jedoch immer noch in einem B-Kracher sind, geht dies jedoch unter “äußerst engagiert” durch und wird akzeptiert. Graham Greene kann leider nicht soviel Screen Time für sich beanspruchen, hinterlässt jedoch einen zumindest soliden Eindruck.

Gefallen hat mir bei manchen Szenen der Realismus. Dies müsste zwar auch in Klammern gesetzt werden, aber die Action erscheint realistischer als in manch anderen Filmen dieser Art. Der Härtegrad ist ebenso ganz beachtlich. Zudem kann ich das Cinema-Zitat “Ein Fest für Waffennarren!” wirklich bejahen. Die Waffe als todbringendes Objekt wird hier stellenweise fast zelebriert.

Fazit: Regisseur Tibor Takács lieferte einen äusserst guten B-Kracher ab, dem höchstens angekreidet werden könnte, dass eine Prise zusätzliche Action dem Film sicherlich gut getan hätte und gleichzeitig die eine oder andere überflüssigere Minute hätte weggestrichen werden können. Aber alles in allem – well done! Für Actionfreunde sehr empfehlenswert.

In Deutschland erschien der Film von dem Label HDMV auf DVD und ist mit einer FSK 18 Freigabe uncut.

© DomPatHug

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Copyright aller Filmbilder: HDMV__FSK Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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