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Succubus – Die Dämonin

Originaltitel: Succubus: Hell Bent__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2006__Regie: Kim Bass__Darsteller: Gary Busey, David Keith, Lorenzo Lamas, Robert L. Mann, Kelly Hu, Natalie Denise Sperl, Jayson Blair, Shawna Marie Nelson, Tim Herzog u.a.
Succubus

Kelly Hu und ein paar weitere B-Nasen stolpern in Winzrollen durch den miesen “Succubus”.

Adam ist ein verzogenes kleines Bengelchen, das dank des Reichtums seines Vaters in Saus und Braus leben kann und das nur zu gerne ausnutzt, um zig Ladys in seine Kiste zu zerren. Bei einer Stippvisite auf dem Spring Break angelt er sich allerdings die Falsche. Denn Lilith steht so gar nicht darauf, dass Adam neben ihr noch diverse andere Damen vögelt.

Und mehr noch: Lilith ist ein uralter Dämon, der dem untreuen Hallodri das Leben nun so richtig schwer macht. Plötzlich häufen sich im Umfeld von Adam die Leichen. Hauptverdächtiger ist immer er selbst. Wie wird er seine dämonische Liebschaft nur wieder los?

Hoffentlich gar nicht! Denn ein unsympathischer Fatzke wie Adam hat genau das verdient, was ihm hier im Film widerfährt. Keine Ahnung, wie irgendein Drehbuchautor auf die glorreiche Idee kommen konnte, dass der Zuschauer einem Spacko wie Adam jemals die Daumen halten würde. Zumal “Succubus – Die Dämonin”  nicht irgendeinen Grund dafür liefert. Adam wird als asoziales Arschloch eingeführt und bleibt es über 90 Minuten Laufzeit hinweg.

Schaut in den Horror-Trash “Succubus” mit Kelly Hu und Lorenzo Lamas hinein

Dazu gesellt sich ein allgemein gruseliges Frauenbild, das mit misogyn noch ziemlich beschönigend umschrieben wäre. Etwas „Bling, Bling“ hier, dazu ein bisserl Alkohol und Party-Maniac-Züge und schon gehen die Beine der Damen in “Succubus” auseinander. Sehr weit auseinander…

Keine der Damen in dem wahrhaft gruseligen Streifen hat eine eigene Meinung, einen eigenen Kopf oder gar eine Motivation, die übers sich Flachlegen-Lassen hinausgeht. Nicht einmal Lilith kann den frauenfeindlichen Anstrich des Filmes wieder gerade rücken, da sie unserem tollen Hecht niemals so wirklich ans Leder darf. Zudem scheint Drehbuchautor und Regisseur Kim Bass nicht so wirklich recherchiert zu haben, was einen Succubus eigentlich ausmacht, denn Lilith zehrt nicht in einer einzigen Filmsekunde von Adams Lebensenergie und seinen Samen raubt sie auch alles andere als heimlich.

Damit wären wir beim nächsten Punkt: Selten wurde Erotik in einem Film so mies umgesetzt wie hier. Wobei man sich allgemein schwer tut, in dem hektischen Aufeinandergerubbel irgendeine Form von Erotik zu erkennen. Und trotz des seltsamen Frauenbildes in “Succubus” gibt es bis auf ein paar Bikini-Schönheiten nicht einmal nacktes Fleisch zu sehen. Hier passt irgendwie so gar nichts zusammen.

Die Story kommt derweil auch nicht vom Fleck. Weder verdichtet Lilith ihre Attacken noch kommt die ermittelnde Polizei Adam bedrohlich nahe. Die Polizei wird im Übrigen von Kelly Hu („Born 2 Die“) angeführt, die gerade einmal zwei kurze Auftritte in dem Film bestreiten darf. Und es haben sich noch mehr B-Stars in “Succubus” verirrt. Etwa David Keith („Left to Die“). Der darf in besonders verfahrenen Situationen als reicher Dad die „Kommt aus allen fiesen Lagen heraus“-Karte ziehen und wird ansonsten vom Skript ebenfalls komplett verschenkt. Genauso wie Lorenzo Lamas („Snake Eater“) als Pilot der Sportmaschinen, mit denen Adam gerne herum rast.

In diesem Zusammenhang hat der im billigen Digitallook erstrahlende Streifen seine optisch ansprechendsten Momente. Was die Flugzeuge da aber genau machen, das erschließt sich auch trotz hektischer Funksprüche der Piloten nie. Ein kleiner Knaller ist der total beknackte Auftritt von Gary Busey („Surviving the Game“), der als Dämonenjäger Sentinel für etwas Humor sorgt, dem Film aber dennoch nicht den richtigen Drall in Sachen Handlung geben kann. Der flüchtet sich im Finale einfach in ein „Versteckspiel“-Finish und wird von Augenblick zu Augenblick immer lachhafter. Zumindest sehen die Special Effects im Finale dank ihrer Neonfarbigkeit erstaunlich stylish aus.

Was am Ende bleibt, ist ein mal wirklich mieser Streifen mit einem grundunsympathischen Helden, der sich total frauenfeindlich durch einen bekloppten Plot quält und alles verdient hat, was ihm widerfährt. Leider ist das nicht besonders viel, denn eigentlich muss nur sein Umfeld unter Liliths lachhaft getricksten, wenig blutigen Attacken leiden. Weder macht “Succubus” etwas aus seinem eigentlichen „Rosenkrieg“-Ansatz noch schafft er es irgendwie, die Mythologie des Succubus gewinnbringend für sich einzusetzen. So bleiben nur die Auftritte der B-Stars halbwegs in Erinnerung. Die haben in ihren kurzen Auftritten auch kaum eine Möglichkeit, sich so zum Horst zu machen, wie der gesamte Film es am Ende geschafft hat.

1 von 10

Die deutsche DVD von “Succubus” kommt von dem Label SchröderMedia und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten. Die deutsche Synchronisation tönt dabei sehr suboptimal, vor allem Kelly Hu klingt einfach nur gruselig…

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: SchröderMedia__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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