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Tatort: Presidio

Originaltitel: Murder at the Presidio__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2005__Regie: John Fasano__Darsteller: Lou Diamond Phillips, Victoria Pratt, Martin Cummins, Leslie Easterbrook, Daniel Roebuck, Eugene Clark, Ona Grauer, Jason Priestley u.a.
Tatort: Presidio

Lou Diamond Phillips ermittelt in einem Frauenmord.

Chandler hat seine besten Zeiten längst hinter sich. Meist hängt er zugelötet in Bars ab und prügelt sich mit anderen Gästen. In den Zeiten zwischen den Keilereien ermittelt er für das CID. Eine militärische Polizeieinheit, die immer dann tätig wird, wenn auf militärischem Gelände Morde passieren. An einem besonders trinkseligen Abend ist es mal wieder soweit. Chandler wird auf das Gelände der Militärakademie Presidio gerufen. Die Frau eines Militärpolizisten scheint ein paar Einbrecher überrascht und dies mit dem Leben bezahlt zu haben.

Als Chandler die Ermittlungen aufnehmen will, muss er schnell bemerken, dass er wieder und immer wieder auf Mauern des Schweigens trifft und die Militärpolizei offensichtlich versucht, den Fall an sich zu reißen. Als er auch noch von seinem Vorgesetzten von dem Fall abgezogen wird, riecht Chandler vollends Lunte und wirft sich noch vehementer in die Ermittlungen. Schnell offenbart er Ungereimtheiten und muss sich erst einmal klar werden, wem er wirklich noch vertrauen kann…

Schaut in “Tatort: Presidio” mit Lou Diamond Phillips hinein

„Tatort: Presidio“ wirbt damit, auf Tatsachen zu beruhen. Dieses Mal diente der einzige verbriefte Mord an einer Frau auf dem Presidio-Gelände in San Francisco als Vorlage. Viel spannender macht das den behäbigen Thriller allerdings nicht. Der hangelt sich relativ ungelenk von Erkenntnis zu Erkenntnis und bekommt keinerlei Drive in die Ermittlungen seines Helden. Der stapft von einem Zeugen zum anderen, nur um zwischendurch nicht näher erklärte Visionen zu haben und sich immer wieder einen hinter die Binde zu kippen.

Tatort: Presidio

Chandler am Tatort…

Selbst die Leute, die ihn vom Ermitteln abhalten wollen, bringen kein zwingendes Moment in den Film. Ein einziges Mal muss Chandler einem heranrasenden Auto ausweichen, ansonsten kommt er mit keinem Antipoden in Kontakt. Was freilich auch bedeutet, dass „Tatort: Presidio“ so gut wie keine Action zu bieten hat. Eine kurze Ballerei verirrte sich in den Film. Dazu eine blitzschnell aufgelöste Verfolgungsjagd zu Fuß. Fertig. Diese „Highlights“ sind weder mitreißend inszeniert noch bringen sie den Film wirklich voran.

In technischer Hinsicht fällt sofort auf, für welches Medium der Film gemacht wurde. Schwarzblenden vor den geplanten Werbebreaks sprechen eine deutliche Sprache. Und TV-Niveau ist auch das Maximum, das der Film in optischer Hinsicht erreicht. Vor allem zu Beginn nervt die unnötig nervöse Steadycam-Kameraarbeit, die man dann urplötzlich wieder fallen lässt. Extrem hässliche Zeitlupen zerdehnen immer mal wieder die Erzählzeit und der Soundtrack unter den Geschehnissen ist genauso öde wie der Film selbst.

Zumindest Lou Diamond Phillips („Extreme Justice“) lässt sich als Chandler nicht von der Tranigkeit des Drehbuches anstecken und versucht, das Beste aus seiner Rolle herauszuholen. Das klappt immer dann besonders gut, wenn er mit Victoria Pratt („Mayday“) interagiert, deren Frauenrolle überraschend offensiv angelegt wurde. Wenn ihre Tara auf Chandler losgeht und diesen mit ihrer Direktheit immer wieder überrascht, hat der Film ein paar sehr hübsche Momente. In einer kleinen Nebenrolle ist auch „Beverly Hills 90210“-Star Jason Priestley zu sehen, der dem Film bis auf seinen Namen aber wirklich gar nichts bringt.

Tatort: Presidio

Chandler beim Verhör…

“Tatort: Presidio” ist ein behäbiger TV-Thriller

Am Ende bleibt ein behäbiger Thriller im militärischen Umfeld, der in versierteren Händen deutlich mehr Spaß und Spannung hätte bringen können. „Presidio“ von John Hyams hat das Jahre vorher schon bewiesen. In Form einer 45-minütigen „NCIS“-Folge, in deren Umfeld „Tatort: Presidio“ spielt, hätte die dünne Story vermutlich auch deutlich besser funktioniert. Auf Spielfilmlänge gestreckt bleibt nun nur fade TV-Optik, ein sichtlich schmales Budget, öde Action und eine extrem vorhersehbare Dramaturgie. Immerhin veredelt die ordentliche Leistung von Lou Diamond Phillips den Film. Das Ergebnis bleibt dennoch gepflegte, höhepunktlose Langeweile.

3 von 10

Die deutsche DVD erschien von Sony Pictures Home Entertainment und ist mit einer FSK 12 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Sony Pictures Home Entertainment__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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