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USS Legacy

Originaltitel: Dead Fire__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 1997__Regie: Robert Lee__Darsteller: Colin Cunningham, Monika Schnarre, Matt Frewer, C. Thomas Howell, Rachel Hayward, Lucie Zednícková, Gerard Whelan, Robert Russell, Jim Thorburn u.a.
USS-Legacy

Action im Weltraum nach “Stirb Langsam” Manier.

Die Erde ist nach Kriegen und Misswirtschaft radioaktiv verseucht. Bevor die gesamte Menschheit zugrunde ging, versetzte man die wichtigsten Köpfe der Welt in einen Cryo-Schlaf und verfrachtete sie auf die „USS Legacy“, eine riesige Raumstation. Diese treibt nun schon seit Jahrzehnten im All herum…

Eines Tages dreht eines der Mannschaftsmitglieder durch und killt andere „USS Legacy“-Mitarbeiter. Dem Wachmann Callum Brody gelingt es, den Kerl zu stellen. Auf eine nicht sonderlich menschenfreundliche Art und Weise. Brody wird für seine rüden Methoden bestraft und in die Cryo-Abteilung der Raumstation strafversetzt. Ein geschickter Schachzug einer Vorgesetzten von Brody, die so heimlich still und leise den fiesen Oberlump Trevor Durbin aus einem Gefängnis auf der Erde befreien und ihn unbemerkt auf die „USS Legacy“ schleusen kann.

Hier übernimmt jener die Führung der Raumstation, auf der auch Versuche laufen, die Erde wieder bewohnbar zu machen. Diese dürfen durch den Bösewicht nicht gefährdet werden und so ist es an Brody, den Tag zu retten…

„Stirb Langsam“ im All. Zumindest zu einem gewissen Teil, denn mit dem großen Vorbild kann „USS Legacy“ niemals mithalten. Sowohl was die Action, die Spannung als auch die Beengtheit des Schauplatzes angeht. Zumindest müht sich Colin Cunningham („Elektra“) als Held sichtlich, in Bruce Willis’ Fußstapfen zu treten, scheitert aber am Drehbuch, das ihn weder cool genug erscheinen lässt noch coole Sprüche in den Mund legen mag. In der Action schlägt er sich dafür ordentlich, bekommt aber durch die Bank viel zu wenig zu tun. Hier und da prügelt er sich mal mit Goons von Oberbösewicht Trevor Durbin oder liefert sich kleinere Feuergefechte mit ihnen, wirklich spektakulär will es aber nie werden. Also abgesehen davon, dass die Ballereien durch die Bank recht blutig ausgefallen sind.

Ansonsten wird Regisseur Robert Lee („Cyberjack“) der beengten Schauplätze nicht Herr und schafft es nicht, innerhalb der wirklich billig aussehenden Sets ordentliches Augenfutter zu zünden. Auch der overactende Matt Frewer („Boomer“) ist als Oberbösewicht eher eine flache Kopie von Alan Rickmans großartig sinistrem „Stirb Langsam“-Bösewicht. Monika Schnarre („Waxwork II“) ist als Wissenschaftlerin total unglaubwürdig und als Love Interest von Brody einfach viel zu blass. Und C. Thomas Howell („Hitcher – Der Highway Killer“), mit dem im Umfeld von „USS Legacy“ vornehmlich geworben wird, findet in dem Film trotz Signal-Blondschopf gar nicht statt. Seine Szenen für den TV-Film dürfte er an einem Tag runter gedreht haben.

Optisch krankt „USS Legacy“ an den billigen Setpieces, den immer gleichen langweiligen Raumschiffgängen und den grandios miesen Special Effects. Während die billigen Modelltricks noch antiquierten Charme versprühen, geraten die CGI-Effekte zum echten Trauerspiel. Des Weiteren kommt der Film nie über einen unterdurchschnittlichen DTV-Look hinaus. Einzig die Musik lärmt ab und an sehr ordentlich aus den Boxen und macht ordentlich Druck.

Das Hauptproblem von „USS Legacy“ ist allerdings sein schnarchiges Tempo. Nach einem ordentlichen Einstieg versackt der Film in gefühlt den immer gleichen Szenen: Brody klettert in einem Fahrstuhlschacht herum, Brody läuft durch leere Raumschiffgänge, Brody klettert in einem neuen Fahrstuhlschacht herum, … Nur kleinere Actionscharmützel bewahren einem immer wieder vorm Wegdösen. Doch weder Brody noch sein Antipode bringen irgendwie Stringenz in den Film, was in einem vollkommen sinnlosen Showdown kulminiert, in dem mit Satelliten Billard gespielt und eine finale Konfrontation zwischen Brody und Durbin vollkommen ausgespart wird. Was umso ärgerlicher ist, da der Film immer wieder versucht, zu verdeutlichen, dass zwischen beiden eine gaaanz üble Fehde gärt …

Was bleibt, ist ein zu beliebiger „Stirb Langsam“-im-All-Verschnitt, der niemals so recht durchzustarten versteht. Hemmnisse sind eine zerfahrene, ziellose Story, schwache Charaktere und noch schlimmere Dialoge. Dazu kommen diverse budgetbedingte Ausfälle, die sich in ärmlicher Ausstattung und ebensolcher, sehr langweiliger Optik äußern. Die Action weicht von Minute zu Minute mehr aus dem Film, was insofern schade ist, dass sie recht solide inszeniert daherkommt und einige platzende Bloodpacks mit sich bringt. Im Großen und Ganzen fehlt es „USS Legacy“ aber vor allem an Spannung und Tempo, um mit den ganz Großen mithalten zu können.

Die deutsche DVD kommt von Intergroove, ist mit einer FSK 18 uncut und hat gehörige Probleme mit der Schärfe.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Intergroove__Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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