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Wake

Originaltitel: Wake__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2012__ Regie: Lin William Oeding__ Darsteller: Serinda Swan, Johnny Messner, Jimmi Simpson, Dennis Keiffer, Nick Brett, Stephen Oyoung, Daniel Arrias, Danny Le Boyer
Wake (2012)

Wake (2012)

 

Secrets never die…

Bei „Wake“ handelt es sich um einen (ohne Abspann) knapp vierminütigen „Short“ aus dem Jahre 2012. In Szene gesetzt wurde er von Lin William Oeding, der bereits im Kindesalter damit begonnen hatte, mit der 8mm-Kamera seines Dads „herumzuexperimentieren“, bevor er sich im Rahmen entsprechender Aktivitäten in seiner Kirchengemeinde in Houston erste konkrete Kenntnisse in den Bereichen Editing und Videography aneignete sowie nach dem Erreichen seines High-School-Abschlusses die Fächer Drehbuchschreiben und Regie an der „University of Texas“ studierte. Parallel dazu trieb er sein umfangreiches Turn- und Martial-Arts-Training weiter voran: Eine ergiebige Kombination, die es ihm ermöglichte, seit 1997 sowohl als Stuntman und Stunt-Koordinator (bei Produktionen wie „Olympus has fallen“ oder „the Equalizer“) ebenso wie als Kurzfilm-Regisseur und Second Unit Director (u.a. bei „the Baytown Outlaws“ und „Straight outta Compton“) tätig zu werden…

Aus der Feder Matt Olmsteads stammend, welcher zuvor hauptsächlich Teleplays für Serien á la „NYPD Blue“ und „Prison Break“ verfasste, entfaltet sich das Geschehen (mit Ausnahme eines kurzen, drei-geteilten Flashbacks) in den Räumlichkeiten eines Kolumbariums, in dem sich Alex (Serinda Swan) eingefunden hat, um dort (an der betreffenden Urnen-Nische) um ihren kürzlich verstorbenen Vater zu trauern. Begleitet seitens eines Wachmanns (Nick Brett) tritt wenig später ihr Bruder Elkins (Johnny Messner) an sie heran – Gefängniskleidung tragend sowie an Knöcheln und Handgelenken gefesselt. Sie kommen ins Gespräch – etwa darüber, dass eine gewisse Bargeld-Summe nie gefunden wurde – bis sie plötzlich von einigen Angreifern (unter ihnen Jimmi Simpson und Dennis Keiffer) unter Beschuss genommen werden und es dem verwundeten Elkins inmitten des ausgebrochenen Chaos gerade noch so gelingt, seiner Schwester einen Zettel mit einer Adresse und Ziffernkombination zuzustecken…

An sich macht „Wake“ echt Laune. Die Sache ist nur, dass das gesamte Werk im Grunde wie nicht mehr als bloß ein Ausschnitt aus einem „gängigen Spielfilm“ anmutet: Einem Kontext-frei veröffentlichten bzw. präsentierten Clip gleichend, dessen Inhalt eigentlich noch von diversen anderen relevanten Geschehnissen umschlossen wird, die man im Vorliegenden allerdings nicht geboten erhält. Der Zuschauer sieht sich damit konfrontiert, quasi auf Anhieb in die bereits vorangeschrittene Handlung „hineingeworfen“ zu werden. Spärliche Dialoge verraten einem u.a., dass Elkins weiß, wo sich die verschwundenen Dollar befinden, dass er kein allzu gutes Verhältnis zu seinem Dad hatte und dass er der Meinung ist, dass man ihn keinesfalls mehr freilassen würde. Offenbar ein durchaus ernstes Vergehen, das er da begangen hat – welches genau, bleibt ungenannt. In Anbetracht dessen ist es aber nicht unbedingt glaubwürdig, dass ihn nur ein einziger Sicherheitsbeamte beaufsichtigt…

Der gewählte Schauplatz weiß zu gefallen: Ein edles Kolumbarium – komplett mit Säulen, Kronleuchtern, ziervollen „Kirchenfenstern“ und mindestens zwei Ebenen. Die Rückblenden wurden dagegen in einer Indoor-Trainingseinrichtung angesiedelt, in der die Geschwister gemeinsam Kampfsport betreiben und er sie eindringlich dazu anspornt, niemals aufzugeben – schließlich würde er nicht immer für sie da sein können. Dass sich Alex jedoch sehr gut allein zur Wehr setzen kann, beweist sie in der Story-Gegenwart eindrucksvoll: Hauptdarstellerin Serinda Swan („Recoil“) sieht nicht nur attraktiv aus – sie vermag auch prima mit Waffen umzugehen und hat so einige coole Moves parat – wogegen ihre Co-Stars Johnny Messner („Kill ’em All“) und Jimmi Simpson („White House Down“) deutlich weniger gefordert sowie die verbliebenen Parts von erfahrenen Stunt-Leuten wie Dennis Keiffer („Project: S.E.R.A.“) und Nick Brett („Double Team“) verkörpert werden…

Oeding hat den „Short“ für rund $20.000 realisiert – wobei die meisten Beteiligten mit ihm und/oder Olmstead in der Vergangenheit schonmal zusammengearbeitet hatten. Stark choreographiert, vollzieht sich die zentrale Action-Sequenz rasant und wartet mit Eigenschaften wie fein anzusehenden Abläufen und Bewegungen auf. Ja, das Blut der verschiedenen Einschüsse wurde „digital“ hinzugefügt – geht qualitativ aber in Ordnung – worüber hinaus ich es als erfreulich empfand, dass im Ganzen völlig auf die Verwendung von Zeitlupen-Einstellungen verzichtet wurde. Generell fühlte ich mich an die Beschaffenheit der Shootouts in „John Wick“ erinnert. Oeding scheint „ein Händchen dafür“ zu haben – das hat er mit „Wake“ recht augenfällig bewiesen. Schade nur, dass einen das an sich ja ansprechend dargereichte Werk schlichtweg aufgrund des „fehlenden Drumherums“ letzten Endes nur eingeschränkt zufrieden gestellt zurücklässt…

Stefan SeidlWake

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Wake

Copyright des Postermotivs und der Screenshots: Lin William Oeding

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