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100 Feet

Originaltitel: 100 Feet__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2008__Regie: Eric Red__Darsteller: Famke Janssen, Bobby Cannavale, Ed Westwick, Michael Paré, Patricia Charbonneau, John Fallon, Kevin Geer, Tibor Pálffy, Kembe Sorel u.a.
100 Feet

In Eric Reds Geisterfilm „100 Feet“ gibt Michael Paré den untoten Prügelgatten und Famke Janssen sein Opfer

Als Autor von Werken wie „Hitcher“ oder „Blue Steel“ fiel Eric Red positiv auf, als Regisseur nur selten, gehen doch Gurken wie „Bad Moon“ auf sein Konto. 2008 versuchte der Mann sich in beiden Funktionen an dem Geisterfilm „100 Feet“.

Ein Mann und eine Frau fahren durch New York, sie sitzt auf der Rückbank – und ist in Handschellen gefesselt, wie eine Aufnahme ihrer Hände schließlich enthüllt. Marnie Watson (Famke Janssen) wird nun aus dem Knast entlassen, in den sie für die Tötung ihres gewalttätigen Mannes Mike (Michael Paré) einfuhr. Den Rest der Strafe soll sie unter Hausarrest gestellt verbringen, was den Titel erklärt: Mehr als 100 Fuß darf sie sich nicht von dem Peilsender in ihrem Haus entfernen.

Schnell wird klar, dass die Zeit nicht einfach werden wird: Der tote Gatte war Cop und der Polizist, der Marnie nach Hause bringt, sein damaliger Partner, der sie nun zurück im Kittchen sehen will. Er beobachtet das Haus genau, was ja bereits schon eine Ausnahmesituation ist, zumal Marnie noch mit den Erinnerungen fertig muss und zusätzlich lernen, wie man lebt ohne das Haus verlassen zu dürfen.

Die wahren Probleme fangen doch erst danach an: Der Geist des Ehemanns kehrt zurück und führt sein Lieblingshobby des Gattinnen-Verprügelns auch aus dem Jenseits fort. Diesmal kann Marnie seinen allnächtlichen Attacken jedoch nicht entfliehen…

100 Feet

Marnie (Famke Janssen) wird von Shanks (Bobby Cannavale), dem Partner ihres toten Mannes, zum Hausarrest geführt

Klingt nach einer Mischung aus „Poltergeist“ und „Disturbia“, schaut sich auch so, kommt aber leider nicht an die Vorbilder heran. Nach einer Weile wiederholt sich der Film zu sehr, reiht einfach nur Geisterattacke an Geisterattacke und füllt die Lücken dazwischen mit Marnies Versuchen einen Ausweg zu finden und gleichzeitig dem Misstrauen der Cops zu begegnen – die Wahrheit würde man ihr ja eh nicht glauben. Leider geht das Ganze auch so aus, wie man es von Anfang an vermutet, es stirbt genau jene Nebenfigur, von der man es annehmen muss, und auch sonst kann „100 Feet“ nicht überraschen.

So ist es dann vor allem die handwerkliche Ebene, die hier ein Totalversagen verhindert. Eric Red spielt so gut es geht mit der Bedrohung auf engstem Raum und inszeniert die Geisterattacken recht gruselig, wenngleich es an Abwechslung fehlt – da kann er noch so gut gegen die ewiggleiche Masche aninszenieren. Erst der Showdown, der ein kleines Inferno im Keller abfeiert, gibt dann wieder mehr Pep und zieht den Film wieder nach oben, wenn sich der Zuschauer gerade zu langweilen beginnt.

100 Feet

Michael Paré ist im Film meist mit Geistervisage zu sehen

Schade ist es dabei um die Figurenkonstruktion und die Ideen zum Thema häuslicher Gewalt, die „100 Feet“ anreißt. Der anfangs so mürrische Ex-Partner muss irgendwann seine Weltsicht überdenken und muss nach und nach zugeben, dass er Marnie doch irgendwie mag. Dazu muss er nur die Wahrheit über den Gemeuchelten anerkennen und gleichzeitig eingestehen, dass er selbst Schuld trägt – Marnie geht auf ignorierte Beschwerden vonseiten der Cops ein. Ehefrauen prügelnde Gesetzeshüter, das schweigt man lieber tot.

Auch an der Darbietung Famke Janssens („X-Men“), die den Film über weite Strecken allein tragen muss, kann man nicht herummeckern – sie verkörpert die kämpferische Frau in Bedrängnis äußerst überzeugend. Michael Paré („Abattoir“) rennt meist nur mit verfremdeter Geistervisage durch die Gegend und ist von daher nur teilweise gefordert. Es ist einfach Janssens Film, obwohl der Rest der Darsteller durchweg gute Leistungen erbringt, darunter Bobby Canavale („Ant-Man“) kurz vor seinem Durchbruch.

Da Eric Red normalerweise vor allem als Drehbuchautor seine Stärken hat, verwundert „100 Feet“ ein wenig: Gerade das Script ist vorhersehbar und teilweise belanglos, während Regie und Besetzung aus dem Stoff noch das Bestmögliche rausholen – aber damit schafft „100 Feet“ es nur noch so gerade ins Mittelfeld.

Die deutsche DVD und Blu-Ray kommt von Universum Film/UFA und ist mit FSK 16 ungekürzt. Im Bonusmaterial finden sich Trailer und ein kleines Making Of.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Universum Film/UFA__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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