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A Time to Die – Keine Zeit zu sterben

Originaltitel: A Time to Die__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1991__Regie: Charles T. Kanganis__Darsteller: Traci Lords, Jeff Conaway, Richard Roundtree, Robert Miano, Bradford Bancroft, Nitchie Barrett, Gino Dentie, Daphne Cheung, Jesse Thomas, Victor Vidales u.a.
A Time to Die mit Traci Lords DVD Cover

Das Cover verspricht mehr, als der Film zu halten vermag.

Jackie brummt gerade eine Bewährungsstrafe wegen Drogenbesitzes ab. Währenddessen muss sie auch Sozialstunden ableisten. Aufgrund ihrer Profession als Fotografin wird sie dazu verdonnert, dem örtlichen Polizeirevier Image-fördernde Fotos zu erstellen. Was relativ entspannt klingt, ist es nicht. Denn Jackie wurde zu Unrecht verurteilt. Aufgrund der Verurteilung verlor sie zudem das Sorgerecht für ihren Sohn an ihren Ex.

Entsprechend brodelt es in Jackie. Als sie eines Tages den Cop sieht, der hauptsächlich für ihre Verurteilung verantwortlich war und sich in freier Wildbahn höchst auffällig verhält, folgt sie dem Kerl mit ihrer Kamera. Und sie ertappt den Bullen, wie er eiskalt einen Zuhälter ermordet.

Freilich kann der Polizist keine Zeugin und schon gar nicht Bilder seiner Tat gebrauchen. Fortan lebt Jackie sehr gefährlich. Zum Glück ist ihr aktueller Freund ebenfalls ein Polizist.

Schaut in den Film hinein

Traci Lords ganz züchtig in einem Thriller von PM Entertainment

Das Studio PM Entertainment war vor allem unter actionaffinen Videothekenfans wohl gelitten. Um das eigene Programm etwas zu diversifizieren, versuchten sich dessen Chefs Merhi und Pepin auch in anderen Genres. „A Time to Die“ von Regisseur und Drehbuchautor Charles T. Kanganis („Intent to Kill“) soll einen Thriller darstellen. Leider klappt das nur semi.

Ein gewichtiger Grund ist die Erzählung. Die braucht mal eben 40 Minuten, um überhaupt die grundlegende Story zu etablieren. Zuvor setzt es gefühlte Ewigkeiten uninteressante Entwicklungen, seifige Mutter-Sohn-Momente, unerotische Pimpereien und ganz viel zielloses Gelaber.

Ist die eigentliche Story dann endlich angeschoben, geht das Interesse beim Zuschauer ganz kurz hoch. Zumal plötzlich eine PM-Entertainment-typische Actionsequenz mit fliegenden und explodierenden Karren abgefeuert wird. Doch das Interesse – um im Traci-Lords-Duktus zu bleiben – erschlafft schnell wieder. Denn „A Time to Die“ kann den kurzzeitigen Vortrieb nie ausnutzen.

Schnell wird wieder viel dummes Zeug gelabert und die eigentliche Thriller-Handlung kommt überhaupt nicht vom Fleck. Zudem spielen alle Darsteller im Film reichlich übel. Während Robert Miano („Pig Killer“) als Fieswicht noch ein oder zwei Akzente zu setzen vermag, dilettieren Hauptdarstellerin Traci Lords („The Diamond Killing“) und Jeff Conaway („The Banker“) als Liebespärchen munter vor sich hin.

Während die ehemalige Pornodarstellerin Traci Lords schlichtweg von ihrer Rolle überfordert ist und keine von deren emotionalen Zuständen transportiert bekommt, kann ich nicht sagen, was Conaway da eigentlich die 90 Minuten lang treibt. Es ist einfach nur eine Qual, sich das anzuschauen. In einer Nebenrolle ist zudem „Shaft“-Star Richard Roundtree („Fist of Justice“) als Chef des Polizeireviers zu sehen. Zumindest Nebendarstellerin Nitchie Barrett gab für den Film alles und holte ihren Knackarsch und ihre Moppen raus. Immerhin etwas fürs Auge.

Das bekommt ansonsten nicht viel mehr geboten als den typischen PM-Look. Es dominieren also immer etwas weich gezeichnet wirkende Tageslicht- und stahlblaue Nachtaufnahmen. Die auftoupierte Lockenpracht von Traci Lords gibt einem dann den Rest. Die gereichten Settings sind funktional, aber weit weg von ansehnlich. Und abgesehen von der bereits erwähnten Autostunt-Einlage, die so wenig zelebriert wird, dass man schnell denkt, sie sei nur Stock Footage, gibt es nichts Aufwändiges zu sehen.

„A Time to Die“ hat sein Haltbarkeitsdatum längst überschritten

Der ebenso spannungs- wie überraschungsfrei daherkommende Thriller „A Time to Die“ ist wahrlich keine Zierde für sein Genre. Alleine die ellenlange Exposition, in der nichts wirklich Interessantes erzählt wird, ist alleine schon eine brutale Geduldsprobe. Das Unvermögen aller Darsteller, blöde Dialoge und zahlreiche extrem seifige Momente strapazieren die Geduld des Zuschauers zusätzlich.

Und leider war niemand so schlau und hat Regisseur Kanganis empfohlen, entweder seine Hauptdarstellerin immer wieder nackt oder schlichtweg mehr Action zu machen, um von seinem Unvermögen als Thriller-Regisseur zumindest ansatzweise abzulenken. Das Ergebnis ist ein langweiliger Stinker.

02 von 10

Die deutsche DVD zum Film erschien von Imperial Pictures und ist mit einer absurd hohen Freigabe ab 18 ungeschnitten. Die Bildqualität entspricht einer digitalisierten VHS und die Dialoge sind im Vergleich zum Rest der Tonspur unfassbar leise (und teils kaum verständlich) abgemischt.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label Imperial Pictures__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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