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Predator versus Black Panther: Jagd im Dschungel

Predator versus Black Panther Cover

„Predator versus Black Panther“ Copyright: Panini Verlag

Wie in meiner Kritik zu „Predator versus Wolverine: Ewige Jagd“ angemerkt, nutzte man den Übergang der Lizenzrechte an der Figur des Predators zu Disney/Marvel, um diesen auch vermehrt in Comics auftauchen zu lassen. Benjamin Percy, der auch die Story zu dem Crossover zwischen dem Predator und Wolverine ersann, lässt diesmal den Yautia mit dem Black Panther aneinandergeraten.

Im Wolfsystem gibt es einen Planeten, auf dem dank einer vorhandenen Atmosphäre das Leben blüht. Zwei verschiedene Yautia-Clans, die von miteinander konkurrierenden Brüdern angeführt werden, wollen ihn als exklusives Jagdrevier beanspruchen. Der jüngere der beiden Predatoren wurde schon immer durch seinen Vater gering geschätzt, da er einst mit nur einem Bein geboren wurde. Und auch in diesem Konflikt scheint ihn sein Vater zu benachteiligen, indem er seinem körperlich viel stärkeren Bruder eine besondere Waffe verleiht.

Auch dank dieser Waffe gewinnt der ältere Predator den Kampf um den Planeten. Sein jüngerer Bruder ist entsprechend sauer. Er schiebt den Triumph seines Gegners einzig und allein auf die Waffe des Vaters. Er weiß, dass diese aus Vibranium besteht und lässt das All nach dem Metall durchsuchen. Auf der Erde, im Staat Wakanda, wird man fündig. Mit seinen verbliebenen Yautia-Soldaten dringt er in das Königreich ein.

Hier entsendet der Anführer seine Mitstreiter, um das seltene Metall, das Wakanda seinen Reichtum und seine Fortschrittlichkeit sichert, zu bergen. Er selbst beginnt Jagd auf den Black Panther zu machen. Der Predator möchte den Kampfanzug von König T’Challa als Trophäe erbeuten, ist der doch mit Vibranium durchsetzt und macht seinen Träger schneller, stärker und widerstandsfähiger. So könnte der Predator seinem Vater beweisen, dass er stärker als sein Bruder ist. Freilich hat T’Challa nicht vor, sich freiwillig von dem außerirdischen Jäger abschlachten zu lassen.

Predator versus Superheld

Es ist schön, zu sehen, dass das nächste Crossover zwischen einem Marvel-Helden und dem Predator nicht wieder nur eine „Ewige Jagd“ mit zahlreichen Aufeinandertreffen der Hauptfiguren ist. Aufgrund der Konkurrenz der Yautia-Brüder untereinander und der Suche nach dem Vibranium bekommt die Story von „Predator versus Black Panther“ etwas Frisches und Unverbrauchtes.

Rund um den Black Panther und das Vibranium wird derweil ein Story-Element aufgenommen, dass man aus den Marvel-Filmen kennt. Warum ist T’Challa nicht bereit, die Macht des Vibraniums, die Fortschrittlichkeit seines Staates und dessen Reichtum mit seinen armen Nachbarn zu teilen? Eine befriedigende Antwort erhält man zwar nicht, die Einsprengsel sind aber durchaus spannend.

Ansonsten kommt es sehr schnell zu den ersten Konfrontationen zwischen den Yautias und den Anhängern T’Challas. Dabei fällt äußerst negativ auf, dass die Predatoren in den Kämpfen wie die Fliegen fallen. Wohingegen der Hofstaat um T’Challa kaum Verluste hinnehmen muss. Der Status der Predatoren als perfekte Jäger nimmt dadurch ordentlich Schaden. Da macht sich durchaus Entgeisterung breit, zumal keiner der Fights irgendwie ausgekostet wird.

Zumindest liefert Benjamin Percy ausreichend Predator-Fanservice: Leichen hängen von Bäumen, Schädel werden gesammelt, das fließende Blut der Predatoren ist schön grün, ihre Waffen und auch ihre spezielle Sichtweise durch ihren Helm werden häufiger präsentiert. Die Zeichner des Comics liefern zudem wirklich fett inszenierte Panels, in denen sich beispielsweise Yautias hinter ihren Opfern aus ihrer Unsichtbarkeit schälen.

Allgemein ist das Artwork klasse. Voller Details wird hier die Dschungelwelt Wakandas mit Leben erfüllt. Die Panels werden von viel grün und blau dominiert. Die aufgefahrenen Predatoren sehen allesamt unterschiedlich aus. Die Einblicke in ihre technologisierte Welt fetzen ebenfalls. Sobald die Predatoren mit T’Challas Anhängern zusammentreffen, wird es zudem teils sehr blutig. Interessant ist, dass das Artwork trotz gleich drei beteiligter Zeichner immer wie aus einem Guss wirkt.

„Predator versus Black Panther“ hat gute Ideen

Ein wenig enttäuscht war ich vom Finale des Comics. Der Final Fight wird urplötzlich abgebrochen. Der Leser fühlt sich um ein befriedigendes Ende betrogen. Doch Benjamin Percy reicht es nach. Und obschon es zumindest den Comicband ordentlich abschließt, fühlt es sich in seinem Verlauf und seiner letztendlichen Offenheit unbefriedigend an. Hier hätte ich es deutlich besser gefunden, den Fokus auf dem titelgebenden „Predator versus Black Panther“ zu behalten.

Davon abgesehen hat mir das flott erzählte Crossover gut gefallen. Vor allem die Abweichungen vom üblichen Jäger-Gejagter-Szenario gefielen. Die Erweiterungen der Predator-Mythologie machten ebenfalls Laune. Extrem gestört hat mich derweil das Überpowern der Figuren um T’Challa. In „Predator versus Wolverine“ brauchte der brutalste aller X-Men ein Jahrhundert, um einem Predator Einhalt zu gebieten. In „Predator versus Black Panther“ sterben mehr Predatoren als Menschen – und das in nahezu highlightlosen Fights.

Kurzum: „Predator versus Black Panther“ kann gegen das vorhergehende Crossover mit Wolverine nicht bestehen. Auf jeden Fall sieht das Artwork klasse aus und stimmen Tempo und Actiongehalt der Story. Zum leichten Wegsnacken kann der Comicband also empfohlen werden.

06 von 10

Zur Veröffentlichung von „Predator versus Black Panther“

In den USA erschien das Crossover über vier Einzelhefte verteilt. Für den deutschen Markt hat Panini die Hefte in einem Sammelband vereint. Der kommt mit Informationen zu den Figuren und den Schöpfern des Comics und hat ein paar Alternativcover zu bieten.

Predator versus Black Panther: Jagd im Dschungel
Originaltitel: Predator vs. Black Panther
Von Benjamin Percy (Autor), Chris Allen + Sean Damien Hill + Lee Ferguson (Zeichnungen)
Taschenbuch: 104 Seiten, Deutsch
Verlag: Panini Verlags GmbH
Auflage: 1. Edition (23. September 2025)
ISBN-13: 978-3741643477

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In diesem Sinne:
freeman

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