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Dead of Winter – Eisige Stille

Originaltitel: Dead of Winter__Herstellungsland: USA, Deutschland__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Brian Kirk__Darsteller: Emma Thompson, Judy Greer, Marc Menchaca, Laurel Marsden, Gaia Wise, Cúán Hosty-Blaney, Dalton Leeb, Paul Hamilton u.a.
Dead of Winter DVD Cover

„Dead of Winter – Eisige Stille“ kombiniert Survival- mit Entführungsthrill.

Barb ist in einer pittoresk schönen Schneelandschaft auf dem Weg zum Eisfischen. Sie möchte das an einem See machen, an dem sie einst ihr erstes Date mit ihrem innig geliebten Karl hatte. Doch Karl ist nicht mehr. Entsprechend wird schon der Weg zum See zu einer kleinen Reise in die Vergangenheit. Irgendwann begegnet Barb einem seltsamen Typen, den sie nach dem Weg zu dem See fragt. Doch es bleibt bei einer flüchtigen Begegnung.

Wenig später jedoch sieht sie den Mann wieder. Er jagt hinter einer Frau her, ballert herum und bedroht sie. Barb beobachtet all das aus sicherer Entfernung und beschließt, die Augen nicht zu verschließen. Sie folgt den beiden. Der Typ hält die junge Frau in einer einsamen Waldhütte gefangen. Und er agiert nicht alleine. Eine Frau in einem lila Skianzug stößt bald zu ihm. Was haben die beiden mit der jungen Frau vor? Barb bleibt beherzt dran und gibt alles, die junge Frau zu retten.

Schaut in den Film hinein

Survival-Thriller mit Emma Thompson

Der zu weiten Teilen in Finnland gedrehte „Dead of Winter – Eisige Stille“ steigt mit fantastischen Bildern schneebedeckter Weiten ein. Der Drehort, der Minnesota doubeln soll, versprüht pure Magie und sorgt für eine Menge Atmosphäre. Was durch den im Verlauf des Filmes immer stärker und intensiver werdenden Score von Volker Bertelmann nur unterstrichen wird.

Die deutsch-amerikanische Produktion profitiert zudem vom starken Spiel der Hauptdarstellerin Emma Thompson („Last Christmas“), die „Dead of Winter“ auch produzierte. Ihre Barb ist eine Anpackerin, die sich nicht unterkriegen lässt, obgleich der Tod ihres Mannes extrem an ihr zehrt. Spätestens, wenn sie die im Keller der Waldhütte angekettete Entführte erspäht, springen alle Lebensgeister in ihr wieder an.

Emma Thompson in Dead of Winter

Emma Thompson produzierte den Thriller und gibt dessen Heldin.

Leider holt das Drehbuch aus der Grundsituation nicht so viel heraus. Die beiden Lumpen scheinen ausschließlich mit sich selbst beschäftigt zu sein. Das geht soweit, dass sie ihr Entführungsopfer weder richtig bedrohen noch quälen. Letzteres kommt auch nie so wirklich verzweifelt rüber. Und hinter Barb wollen die Lumpen auch nie her jagen. Obschon die ihre Aktionen häufiger torpediert – wobei auch das nie zu zwingend gerät.

Infolgedessen mangelt es „Dead of Winter“ leider immer wieder an Spannung. Das Drehbuch verdichtet nicht genug und es erzählt zu betulich. Die an und für sich schön inszenierten Rückblenden in das Leben von Karl und Barb bremsen das Erzähltempo ebenfalls immer mal wieder empfindlich aus. Der einzige Spannungsbringer ist im Grunde das verrätselte Motiv der beiden Lumpen. Dieses Geheimnis verschleiert Regisseur Brian Kirk („21 Bridges“) bis ins Finale hinein ganz ordentlich. Ist es dann aber auf dem Tisch, wirkt es direkt ein wenig drüber.

Judy Greer im Thriller von Brian Kirk

Judy Greer als Frau im lilafarbenen Skianzug.

Was unisono für das Spiel von Judy Greer („Ant-Man“) gilt. Die overacted ihre Dame im lilafarbenen Skianzug als wild herumballerndes Flintenweib immer wieder extrem. Damit drängt sie vor allem den eigentlich stark aufspielenden Marc Menchaca („The Creator“) als ihren Kompagnon immer wieder unfein ins Abseits. Blöderweise passt all das gar nicht so wirklich auf den sonst so ruhigen Thriller.

Der punktet bis zum Abspann mit seinen prächtig in Szene gesetzten, endlosen Schneelandschaften. Majestätische Drohnenflüge über die Schauplätze hinweg sorgen immer wieder für Gänsehautmomente. Störend fallen eigentlich nur kleinere CGI-Schnitzer rund um ein brennendes Zelt oder einen explodierenden Jeep auf. Vor wessen Augen nun Bilder mit fetter Action entstehen, der sei zumindest darauf hingewiesen, dass in dem Film durchaus mal geballert und auch getroffen wird, Action im eigentlichen Sinne gibt es in „Dead of Winter“ aber nicht zu bestaunen.

„Dead of Winter – Eisige Stille“ gerät ein wenig zu still

Es macht wirklich Spaß, Emma Thompson zuzuschauen, wie sie in dem Survival-Part von „Dead of Winter“ ihr beigebrachte Wunden im Rambo-Stil selbst versorgt oder beinahe übermenschliche Kräfte entwickelt, wenn es darum geht, sich und das Entführungsopfer zu retten. Auch die Momente, in denen sie ihre Gegner übertölpelt sind richtig klasse. Die Mimin bringt das mit Verve und enormer Spielfreude rüber. Außerdem punktet der Film mit seinen stilvollen, richtig schönen und musikalisch hervorragend untermalten Bildern.

Leider macht all das die etwas arg spannungsbefreite Inszenierung nicht wett. Der Thriller beginnt sich immer mehr zu ziehen und nicht einmal das etwas überdreht anmutende Motiv der Lumpen zieht einen richtig in den Film und seine Dramaturgie hinein.

06 von 10

Der Thriller erscheint am 03. Juli 2026 von LEONINE Studios auf DVD und Blu-ray. Er hat ungeschnitten eine Freigabe ab 12 erhalten und kommt mit einem netten, 20-minütigen Making-of. Ihr könnt den Film auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: LEONINE Studios__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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