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Die Jagd auf Eagle One

Originaltitel: Hunt for Eagle One, The__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2006__Regie: Brian Clyde__Darsteller: Mark Dacascos, Theresa Randle, Rutger Hauer, Joe Suba, Zach McGowan u.a.
Die Jagd auf Eagle One

Mark Dacascos und Rutger Hauer in “Die Jagd auf Eagle One”

Mark Dacascos‘ und Rutger Hauers Wege haben sich schon mehrfach gekreuzt. So bei dem Katastrophenfilm “Scorcher”, wo man gemeinsam die USA, ja die ganze Welt, vor ihrem Untergang bewahrte und bei dem Blut und Moppen Epos “Deathline“. Beide Filme sind alles andere, nur keine echten Highlights in den Filmographien dieser beiden Actionrecken. Und so tat man sich erneut zusammen, um mit der dritten Zusammenarbeit ein zumindest solideres Ergebnis zu fabrizieren. Und, soviel kann man getrost vorwegnehmen, dies ist mehr als gelungen …

Auf den Philippinen ist die Hölle los. Die philippinische Regierung jagt hier gemeinsam mit amerikanischen Bodentruppen Horden von Rebellen, die mit Unterstützung internationaler Terroristen einen Umsturz planen. General Lewis soll mit seinen Truppen diesen Rebellen den Garaus machen. Da gelingt es den Rebellen einen Hubschrauber der philippinischen Armee vom Himmel zu holen und die Besatzung – darunter auch Amerikaner – festzunehmen. Die Vorgesetzten von Lewis machen ihm daraufhin massiv Druck, diese Gefangenen wieder zu befreien, da man verhindern will, dass die Terroristen mit diesen Geiseln in der Hand den Amerikanern Druck machen und damit das Image der unbesiegbaren USA im eigenen Land gefährden. Also entsendet Lewis seinen besten Mann und dessen Team, um die inzwischen einzige verbliebene US Geisel – Captain Jennings – zu befreien. Nicht nur muss man dazu weit in Feindesland vordringen, nein, obendrein bleibt Leutnant Matt Daniels nicht viel Zeit zur Befreiung der Geisel, denn die philippinische Armee plant einen massiven Angriff auf das Gefängnis in dem man Captain Jennings vermutet …

Die Jagd auf Eagle One

Mark Dacascos in “Die Jagd auf Eagle One”

Man könnte die Geschichte auch mühelos zusammenfassen mit: “Black Hawk Down” im Dschungel … denn im Grunde ist die Ausgangssituation ja absolut die gleiche. Ein amerikanischer Hubschrauber wird abgeschossen und die Kameraden wollen ihre Marines-Kumpel nicht zurücklassen. Viel mehr Story, Verwicklungen oder dergleichen sucht man hier vergebens. Ist der Hubschrauber erst einmal unten, heißt es Dauerfeuer. Und so präsentiert sich die “Jagd auf Eagle One” als eine Abfolge von Aktion und Reaktion, in deren Verlauf eine Actionszene an die nächste gereiht wird. Dabei bleibt der Film ständig in Bewegung, hetzt von Schauplatz zu Schauplatz und hält so das Tempo beständig auf einem hohen Level. Das Ergebnis ist ungemein kurzweilig, hat allerdings auch nichts, was mit einem durchgängigen Spannungsbogen zu tun hätte. Denn dass Daniels Team das Kind problemlos wird schaukeln können, ist von Minute eins an klar. Zwar ist man geneigt, dieses Problem dank der straffen Inszenierung wegzuwischen, aber es ist und bleibt ein Manko, das eben auch verhindert, dass die Story etwas komplexer oder interessanter wird.

Was am meisten bei diesem Film verwundert, ist die grandiose Optik. Produziert von Sparfuchs Roger Corman sieht der Film nach bedeutend mehr aus, als er gekostet haben wird. Dies erreicht Regisseur Brian Clyde mit einer Vielzahl an Spielereien, die von den Stilmitteln her auch immer an den großen Bruder “Black Hawk Down” und freilich den Urvater moderner Kriegsfilme “Saving Private Ryan” erinnern. Verkürzte Verschlusszeiten, schnelle Schwenks, wilde Zooms und eine unmittelbar ins Geschehen versetzende Steadycam machen den Zuschauer zum Mitstreiter von Daniels. Das Ergebnis ist insbesondere für den B-Filmbereich mehr als verblüffend. Zudem wirkt der Film, als wäre er beständig bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gedreht. So wirkt er sehr gedeckt in seiner Farbpalette und arbeitet mit teils massiver Schattensetzung, die es teils sogar schwer macht, den gerade zu sehenden Charakter zu identifizieren. Wirklich toll! Das ganze untermalte Mel Lewis mit einem ebenfalls überraschend gelungenen Score, der in seinen besten Momenten an die Instrumentalstücke aus “Black Hawk Down” erinnert und niemals in pathetischer Grütze oder belanglosem Gesäusel untergeht.

Die Jagd auf Eagle One

Rutger Hauer als Chef von Mark Dacascos

Die Action inszenierte Clyde mit einem massiven Hang zur Realistik. Das Waffenhandling überzeugt, das Gebaren der Mannen um Daniels passt und statt ausladender Feuergefechte setzt man auf kurze, präzise Waffenstöße. Kleine Einlagen, wie die Räumung eines Minenfeldes, lassen in ihrer Spitzbübigkeit sogar ein wenig schmunzeln. Im Showdown hagelt es dann auf beiden Seiten massivst blaue Bohnen, das Treiben bleibt aber dennoch sehr  der Wirklichkeit verhaftet. Die Abschüsse präsentiert man dabei meist aus Sicht des Schützen, woraus ein fast nicht vorhandener Grad an Härte und ein so gut wie nicht vorhandener Blutzoll resultieren, denn auf Nahkämpfe lässt sich Daniels Team gar nicht erst ein und aus 50 Meter Entfernung Blutfontänen zu erspähen, erscheint recht unwahrscheinlich. Insgesamt liegt der Fokus auf Ballereien und diversen Explosionseinlagen, von denen aber letztere leider ein wenig zu drucklos geraten sind. Das ganze Actiontreiben macht aber wirklich ordentlich etwas her und weiß absolut zu überzeugen.

Die Jagd auf Eagle One

Flotte Kriegsaction in “Die Jagd auf Eagle One”

Etwas weniger überzeugend ist der Einsatz von Rutger Hauer und Mark Dacascos gelungen. Klar, beide sieht man immer wieder gern und beide liefern auch absolut solide Leistungen ab, doch ganz ehrlich: Für diese Rollen hätte es keinen der beiden gebraucht! Rutger Hauer (mit ungewohnter Tom Berenger Synchronisation) als General Frank Lewis sitzt oder steht ständig mit dicker Zigarre im Mund irgendwo in der Gegend herum, spricht mal in ein Funkgerät oder hält eine kleine Ansprache an die Pressefuzzis oder diverse Untergegebene. Dahingehend erinnert die Überflüssigkeit seines Mitwirkens massiv an “Scorcher”, der Hauer auf die gleiche Art und Weise verheizte und sein Können komplett außen vor ließ. Das gleiche muss man für Mark Dacascos als Leutnant Daniels konstatieren. Er ist hier zwar wenigstens permanent in Action, doch von seinen wahrlich beeindruckenden Kampfkunst Fähigkeiten bekommt man absolut nichts zu sehen – genau wie in “Scorcher”. Schauspielerisch wird er obendrein null gefordert, muss er doch nur in der Pampa rumrobben, den Helm auf- und absetzen und diverse militärische Floskeln absondern. Das hätte, genau wie Rutgers Part, jeder andere auch spielen können. Dennoch werde ich mich als Fan beider Darsteller nicht beschweren und gebe offen zu, dass ich das Wiedersehen mit beiden sehr genossen habe, zumal ja das Ergebnis durchaus überzeugend geraten ist. Captain Jennings wird von Theresa Randle (“Bad Boys I+II”) gespielt, die sich für diesen Film auch nicht wirklich anstrengen musste. Hier und da läuft sie mal durch den Dschungel, dann darf sie sich foltern und befreien lassen. Mehr braucht es nicht. Kurzum: “Die Jagd auf Eagle One” ist definitiv kein Schauspielerfilm.

Dafür ist er ein überraschend solides Stück Dschungelaction mit durchweg hohem Tempo und den immer wieder gern gesehenen Rutger Hauer und Mark Dacascos. Ein kleines Mehr an Story und Handlung hätte dem Unterfangen aber wirklich gut getan …

Die DVD von Sony kommt mit einer FSK 16 uncut und in netter Bild- und Tonqualität daher, hat aber bis auf die Originaltonspur leider absolut keine Extras zu bieten.

In diesem Sinne:
freeman

Vorgängerfilme/Fortsetzungen:
Die Jagd auf Eagle One: Crash Point

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sony Pictures Home Entertainment__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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