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Kickbox Terminator

Originaltitel: Capital Punishment__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1991__Regie: David Huey__Darsteller: Gary Daniels, David Carradine, Tadashi Yamashita, Mel Novak, Ava Fabian, Linda Lightfoot, Ian Jacklin, Ed Akamine, David S. Bouza u.a.
Kickbox Terminator

“Capital Punishment” mit Gary Daniels hat in Deutschland den genialen Titel “Kickbox Terminator”!

James Thayer verdient sich bei Underground Fights ein kleines Zubrot, bis er eines Tages von DEA Agenten festgesetzt wird. Doch diese wollen ihm nicht wegen der illegalen Fights an den Kragen. Vielmehr bitten sie ihn, ihnen zu helfen. Gerade hat man nämlich den Drogenboss Nakata auf dem Kieker. Dessen ehemaliger Bodyguard will gegen ihn aussagen, fürchtet aber um sein Leben. Also bietet man ihm die Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm an. Darum soll Thayer gegen den kampferprobten Kerl in einem getürkten Fight antreten und den Bodyguard scheinbar umbringen. Und dies überzeugend genug, dass Nakata glauben muss, der Bodyguard sei wirklich hinüber.

Thayer zögert zunächst, denn er gibt auf die Erklärungen der DEA Agenten keinen Pfifferling. Immerhin ist Nakata doch vor Jahren sein ehrwürdiger Sensei gewesen, der ihm alles beigebracht hat. Doch dann lassen die Agenten das Zauberwort fallen: Genetische Mutation! Diese soll durch die Drogen von Nakata ausgelöst werden! Und plötzlich will Thayer Nakata unbedingt aus dem Weg räumen. Schon schlimm, solche Mutationen! Egal, bei dem großen Fight haut Thayer den Bodyguard dann auch wie geplant brutal um, nur dass dieser plötzlich wirklich tot ist und Thayer sich fortan von der Polizei und Nakatas Männern verfolgt sieht, die ihm alle an den Kragen wollen.

Derartig kann man die Geschichte von „Capital Punishment“ durchaus auf den Punkt bringen. Allerdings lässt man dabei einiges außen vor, das andeuten würde, wie die Geschichte des Streifens wirklich abläuft. Diese funktioniert nämlich eher so, dass man von einem Logikbock zum nächsten hüpft und gar nicht weiß, wie man da jetzt hingekommen ist. Warum Thayer beispielsweise gerade in welchen Hinterhof hineinschleicht, um da Lumpen zu verwammsen, erschließt sich die meiste Zeit überhaupt nicht. Irgendwann wird Gary Daniels alias Thayer dann auch noch unter Drogen gesetzt. Jene, welche Mutationen auslösen soll. Warum Thayer darauf so verzweifelt reagiert und sein ungeborenes Baby in Gefahr sieht, ist ein weiteres großes Rätsel, denn selbiges wurde längst gezeugt – kann also gar nicht mit mutiertem Samen in Kontakt kommen! Und dass Thayer dann mit etwas Meditation alle Drogennachwirkungen „wegzaubert“, zeigt nur, dass das Drehbuch selber nicht so recht wusste, was es mit diesem Schlenker anfangen sollte. Im Grunde will es uns eigentlich nur verkaufen, dass irgendwie jeder gegen jeden arbeitet und Thayer mittendrin steckt und sich da nur mit Händen und Füßen heraus kämpfen kann. Leider reichte den Drehbuchautoren dieser epische Ansatz nicht aus und so hauen sie zum Ende einfach noch einen Twist raus, der dann den ganzen Film komplett ad absurdum führt.

Ansonsten bekommt man bei „Capital Punishment“ mal wieder das Gefühl, dass dessen Macher David Huey, der mit Gary Daniels einige Filme in dessen Karrierefrühzeit verbrochen hat („Full Impact“ oder „American Streetfighter“ seien genannt), in einer Art Schaffensvakuum arbeitet. In diesem umgeben ihn die immer gleichen Mitarbeiter und Schauspieler und als Zuschauer hat man beständig das Gefühl, dass wenn man einen Huey-Film gesehen hat, man eigentlich alle kennt. Diesem Vakuum ist aber irgendwie auch inhärent, dass man den Eindruck nicht los wird, das Huey keinerlei Fortschritte macht oder sich entwickelt. Die Story ist Müll, der Schnitt ist eine Katastrophe, von Schauspielführung keine Spur, die Ausstattung ist lachhaft billig, die Sets wirken abgerissen und megabillig und nicht einmal die Action kickt …

Denn obwohl wirklich alle Nase lang irgendein Goon das Fressbrett poliert bekommt, ist man als Zuschauer irgendwann nur noch gelangweilt. Einfach weil das alles so gleichförmig und höhepunktlos abgenudelt wird. Hier bedeutet das, dass Gary Daniels („Hunt to Kill“) in ein Haus reinlatscht, vier oder fünf Bäddies umhaut und ins nächste Haus stolpert. Dabei machte man den Fehler, Daniels seine Fights nicht selbst choreographieren zu lassen. Folglich hält der sich mit echten Zauberkunststücken vollkommen zurück und kickt einfach nur immer gleich effektiv durch die Gegner-Horden. Ein oder zwei Drehkicks bilden da die einzigen Höhepunkte. Ansonsten fliegt auch immer mal was in die Luft. Mal Modellbauten (die wie eine Dschungelbrücke teils gar nicht zum Großstadt-Setting passen!), mal Abrissbuden und immer sind die jeweiligen Explosionen vollkommen egal für den Rest des Filmes. So wirkt die Action einfach nur abgekoppelt von der eigentlichen Handlung und beides ist einem irgendwann vollkommen egal…

Kommen wir zum Schluss und damit zum größten Namen im Cast von „Capital Punishment“: David Carradine („McQuade – Der Wolf“). Dieser dürfte seine Szenen innerhalb von drei oder vier Stunden im Kasten gehabt haben. Er sitzt am Telefon und einmal hinter dem Lenkrad eines Trucks und damit sind seine Auftritte für den Film auch schon abgefrühstückt. Und obwohl der „Endfight“ des Films ihm und Daniels gehört, haben sie nicht eine einzige gemeinsame Szene. Diesen Widerspruch in sich lasse ich einfach mal stellvertretend für den ganzen Film stehen, in dem wirklich durchgehend gekickt und brutal verendet wird (Aufspießung mit Billardqueue und Eisbrocken!!!, Kopfzermatschung mit Eisbrocken und unzählige Genickbrüche), der aber selbst Hardcore-Actionfans einfach nur brutal langweilen dürfte… Absolutes Highlight des Filmes ist freilich sein deutscher Titel: „Kickbox Terminator“! Das ist mir schon mal einen Punkt mehr wert, als ich eigentlich geben wollte, auch wenn der Film dafür freilich gar nichts leisten musste…

Unter dem Titel „Kickbox Terminator“ wurde „Capital Punishment“ uncut in Deutschland von dem Label Pacific Video Plus auf VHS veröffentlicht. Dem Review zugrunde lag die amerikanische DVD von Kreative Digital Entertainment in eher übler Bild- und Tonqualität.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label der US-DVD: Kreative Digital Entertainment__Freigabe: Not Rated__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja, in Deutschland auf VHS von Pacific Video Plus

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