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Operation Valiant One

Originaltitel: Valiant One__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Steve Barnett__Darsteller: Chase Stokes, Lana Condor, Desmin Borges, Callan Mulvey, Jonathan Whitesell, Daniel Jun, Ronald Patrick Thompson, Stephen Adekolu, Diana Tsoy u.a.
Operation Valiant One DVD Cover

„Operation Valiant One“ bebildert den Überlebenskampf einer amerikanischen Einheit in Korea.

Da ein Kamerad krankheitsbedingt ausgefallen ist, erhält der IT-Spezialist Edward den Auftrag, in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea gemeinsam mit einem Techniker einen defekten Bodenradar zu reparieren. Zum Schutz der beiden wird eine kleine Einheit abgestellt. Mit dem Hubschrauber geht es ins Einsatzgebiet. Vor Ort kann Edward den Fehler schnell ausmachen, doch seine Einheit wird eiligst zurückbeordert. Eine Schlechtwetterfront rast heran.

Es kommt, wie es kommen muss: Der Helikopter gerät mitten in das Unwetter. Der Pilot versucht alles, um dem Ungemach zu entkommen, doch der Hubschrauber stürzt ab. Der Crash verläuft verheerend. Einige Soldaten verlieren ihr Leben. Die Überlebenden müssen feststellen, dass die Rettungsversuche des Piloten sie weit in nordkoreanisches Gebiet bugsiert haben.

Edward ist aufgrund der Ereignisse zum ranghöchsten Soldaten „aufgestiegen“. Er kontaktiert seine Vorgesetzten, die ihm einen Abholort durchgeben. Blöderweise liegt dieser noch tiefer im Feindesland, was den überlebenden Soldaten freilich höchst seltsam vorkommt.

Schaut in den Film hinein

Action in Nordkorea

Warum die abgestürzte US-Einheit tiefer ins Feindesland vordringen soll, wird durchaus überraschend, aber auch schlüssig aufgelöst. Bis es soweit ist, schauen wir dem Survival-Trip der Soldaten zu. Die schlagen sich durch unwegsames Gelände, das aber durchgehend eher nach Kanada (wo auch gedreht wurde) und weniger nach Korea ausschaut. Dabei kracht man schonmal Berghänge runter und muss sich vor feindlichen Patrouillen und Hubschraubern verstecken. Nebenbei gilt es, die angeschlagenen Kameraden am Leben zu halten.

Zudem ist „Operation Valiant One“ die große Heldenreise von Edward. Der wird als Charakter eingeführt, der kaum etwas ernst nimmt. Und der vermutlich nie damit gerechnet hätte, dass er jemals seinen sicheren Computer-Arbeitsplatz für eine Mission im Feld verlassen muss. Doch der sympathisch rüberkommende Edward bewährt sich. Findet beispielsweise schnell heraus, was mit dem Bodenradar nicht stimmt. Nach dem Absturz des Hubschraubers wird er dann vollends ins kalte Wasser geworfen.

Er muss nun die Befehle geben und Entscheidungen über Leben und Tod fällen. Nach Anlaufschwierigkeiten wächst der Soldat in seine neue Rolle hinein. Dennoch bleibt er menschlich, macht auch Fehler und ist immer wieder am Hadern, inwiefern er die für ihn neue Rolle auszufüllen vermag. Und am Ende wird er sogar bereit sein, sein Leben für seine Schutzbefohlenen zu opfern – wenn er es denn muss.

„Operation Valiant One“ gruppiert um Edward ein paar sehr angenehme Soldaten-Charaktere, über die man zwar nicht so viel erfährt, denen man aber trotzdem die Daumen drückt, dass sie überleben mögen. Man ist also durchaus in der Handlung drin. Selbst in ihrem etwas zu langsamen und verschleppten Mittelteil. In diesem übernachten die Soldaten in einer Hütte einer nordkoreanischen Familie und der Film versumpft in egalen Dialogen. Obendrein gilt es öde Szenen zu ertragen, in denen die Soldatin aus Edwards Truppe einem Mädchen Zöpfe dreht.

Das ist insofern schade, dass der Actionfilm bis zu diesem Zeitpunkt zwar kaum richtige Action, aber ein ordentliches Tempo hatte und immer in Bewegung war. Zum Glück verlässt der Film dann irgendwann die Hütte wieder. Und gibt damit den Startschuss für seinen Actionpart. Rund um die Hütte wird nun geballert, auf einer Straße kommt es zu einem weiteren Zwischenfall und in einer Art Mine steigt der Showdown.

Die Action ist dabei patent in Szene gesetzt. Die Schauspieler haben sichtlich ein entsprechendes Training erhalten und verhalten sich in den Actionszenen definitiv glaubwürdig. Auch Team-Taktiken leuchten immer mal wieder durch. Die Action ist dabei durchgehend handgemacht, verzichtet aber auch ein wenig zu offensichtlich auf aufwändigere Momente. Fette Explosionen gibt es hier trotz Kriegsumfeld nicht zu sehen.

Auch der Hubschrauberabsturz zu Beginn liefert keine Spektakelbilder, sondern wird sozusagen POV gereicht. Und das ist gar nicht mal so dumm. Auf diesem Wege kommt man darum herum, den Absturz richtig bebildern zu müssen. Wobei man vermutlich auf CGIs zurückgegriffen hätte – und wer weiß, wie das dann ausgesehen hätte. Der Härtegrad ist verhalten, hier und da spritzt mal etwas Blut. Die Bebilderung der Action ist übersichtlich, nur der Score mit seinen Hip-Hop-lastigen Themen inmitten der Action wirkt arg unpassend.

„Operation Valiant One“ bietet ordentliche Kriegsaction

Regisseur Steve Barnett, der bislang vornehmlich als Produzent aufgefallen ist (unter anderem „300“ oder „The Marine 2“), legt mit „Operation Valiant One“ sein Regiedebüt vor und hat dieses eigentlich ordentlich im Griff. Der Mittelteil des mit entsättigten, kalten Farben arbeitenden Streifens versackt ein wenig in der Belanglosigkeit, der Rest drumherum funktioniert ziemlich gut.

Gute Darsteller (etwa Chase Stokes als Edward, Lana Condor („X-Men: Apocalypse“) als Stephanie, Jun Che als Wilson oder der etwas bekanntere Callan Mulvey („300: Rise of an Empire“) als früh ausscheidender Kopf der Einheit) spielen eine durchaus sympathische Mitfiebermasse, treffen aber leider auf arg gesichtslose, nordkoreanische Lumpen, von denen nicht einer zu einer echten Bedrohung aufgebaut wird. Actiontechnisch liefert der Film vor allem in Richtung Finale, wo drei größere Actionszenen für einen runden Abgang sorgen. Insgesamt hätte dem Kriegsactioner im Survival-Modus aber mehr Aufwand nicht geschadet.

05 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film kommt von dem Label Spirit Media im Vertrieb von PLAION Pictures. Der Film hat ungeschnitten eine Freigabe ab 16 und kommt sogar mit ein paar Extras. Ihr könnt „Operation Valiant One“ natürlich auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Spirit Media / PLAION Pictures__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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