Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Demolition U – Der Terror geht weiter

Originaltitel: Demolition University__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1997__Regie: Kevin Tenney__Darsteller: Corey Haim, Ami Dolenz, Laraine Newman, Todd Allen, Erin Beaux, Robert Forster, Khrystyne Haje, Joe Skorpen, Michele Maika, Kahlil G. Sabbagh, Bernard White u.a.
Demolition U – Der Terror geht weiter DVD Cover

Corey Haim besucht die „Demolition U – Der Terror geht weiter“.

Bereits im Abspann von „Demolition High“ wurde verkündet, dass Corey Haim als sehr jugendlicher McClane-Ersatz in „Demolition University“, woraus im Deutschen „Demolition U – Der Terror geht weiter“ wurde, zurückkehren werde. Bereits ein Jahr später, 1997, war es so weit.

Lenny Slater hat die High School überstanden. Inzwischen besucht er eine Universität. Hier macht er, was er am besten kann: Andere nerven. Entsprechend sind die Mitglieder des Football-Teams sehr schlecht auf ihn zu sprechen. Die jagen Lenny eines Tages mal wieder über den Campus. Lenny versteckt sich in einem Schulbus, der mit einem Physikkurs zu einer Exkursion ins örtliche Energie- und Wasseraufbereitungswerk aufbricht.

Vor Ort merkt Lenny schnell, das hier etwas so gar nicht stimmt. Der Wachmann des Werkes hat eine AK-47 in seinem Wärterhäuschen versteckt und neben den Mülltonnen liegt eine Leiche. Freilich glaubt niemand unserem Held – bis man von einer Handvoll Halunken als Geiseln genommen wird. Lenny kann sich dem Zugriff entziehen und muss fortan dafür sorgen, dass die Terrorlumpen kein VX-Nervengas in die örtliche Wasserversorgung einspeisen.

Schaut in den Film hinein

Lenny Slater is back! Lenny who?

„Demolition U“ steigt mit einer grässlichen Neuauflauge des „The Rock“-Openings rund um den Diebstahl gefährlichen Nervengases ein. Bereits hier wird einem ganz schummerig, weil man für den weiteren Verlauf Übles ahnt. Zugleich denkt man sofort an „Demolition High“, weil der auf eine reichlich identische Eröffnung setzte. Und wirklich: „Demolition U“ ist nicht nur ein Rip-Off von „Stirb Langsam“, er ist auch ein Rip-Off seines direkten Vorgängers.

Regie und Drehbuch versuchen infolgedessen gar nicht erst, sonderlich vom Vorgänger abzuweichen. Einzig, dass man für die eigentliche Action nicht die Universität, sondern irgendein Kraftwerk bespielt, stellt eine Art Neuerung dar. In den verwinkelten Gängen des Kraftwerkes geht es dann aber im „Demolition High“-Duktus weiter. Sprich: Die Terrorlumpen terrorisieren herum, Lenny nimmt sie aus dem Spiel und die aufgefahrenen Ordnungshüter halten Maulaffen feil.

Die Regie besorgte diesmal Kevin Tenney („Endangered Species“). Der übernahm den Posten von Jim Wynorski, der sich aufs Produzieren und die Regie der Second Unit beschränkte. Leider bekam dieser Postenwechsel dem Film nicht gut. Denn Tenney stellt einen weitaus behäbigeren und vor allem auch langweiligeren Streifen auf die Beine. Er bekommt keinen Druck in die Geschehnisse und er lanciert doch einige Füllszenen zu viel.

Dazu ist das Drehbuch zu seinem Film extradoof geraten. Da wird ein hochgefährliches Nervengift von drei Leuten bewacht. Die Terrorlumpen reisen mit einem Wohnwagen(!!!) an. Sobald die Terrorlumpen ballern, schreien sie parallel durchgehend „Aaaaaaaaah“. Lenny lässt entwaffnete und ohnmächtige Gegner am Leben und rennt weg. Mit Wasser vermengtes Nervengas nimmt in seiner Konzentration zu. Und Terrorlumpen, die soeben die Helden am Walkie Talkie verladen haben, feiern genau das mit demselben Walkie Talkie auf dem gleichen Kanal. Kurzum: Immer, wenn man denkt, der Film könne kaum noch blöder werden, wird er es einfach.

Dazu kommt, dass die Action diesmal noch billiger als im Vorgänger wirkt. Bäddies fallen meist aus hoher Höhe in den Tod. Bei anderen sieht man, dass ihre Kleidung mit Paintballfarbe als Blutersatz beschossen wird. „Explodieren“ hier Gebäude, ist immer ersichtlich, dass VOR dem Gebäude irgendwelche Feuerbälle gezündet werden, bis eine Feuerwand das Gebäude verdeckt und aufgrund des Kamerawinkels suggeriert werden soll: Das Haus ist nur noch Asche. Was nie funktioniert.

Zumindest machen ein oder zwei Kills dennoch Laune. Etwa eine Aufspießung mit einem Schlagbohrer, ein von einer Explosion zerstörter Lump und ein hübsch trockener, auch gut getrickster Kopfschuss. Auch eine menschliche Fackel gibt es zu bestaunen. Insgesamt waren die Kills im Vorgänger aber deutlich besser. Corey Haim („Fast Getaway“) muss derweil nur einmal so tun, als könne er Martial Arts.

In technischer Hinsicht liefert Kevin Tenney trockene DtV-Kost ohne große Höhen und Tiefen. Das Setting des Kraftwerkes, das irgendwie auch noch einen Wasseraufbereitungsflügel mit Trinkwasserreservoir hat (ich erwähnte die Dummheit des Drehbuchs?), ist durchaus überzeugend und wird ordentlich bespielt. Und nicht nur zu Beginn meint Tenney Michael Bay zu sein. Er umrundet auch gerne mal seine Charaktere mit der Kamera. Mit dem Extrabonus, dass einem davon regelrecht schwindlig wird. Musikalisch wird ein und dasselbe Thema immer und immer wieder verbraten, bis es einem wortwörtlich zu den Ohren heraushängt.

Corey Haim zieht seine Show ganz ordentlich durch und er kommt als Held sympathisch rüber. Flankiert wird er von sexy Ami Dolenz („Pumpkinhead 2“) als Lennys Love Interest Jenny. Die Bösewichter rekrutieren sich aus dem arabischen Raum und können vor Klischees kaum laufen. Und was sie zu erzählen haben, lässt einen am guten Menschenverstand zweifeln. Die Polizeimeute vor dem Kraftwerk wird von einem turbo gelangweilten Robert Foster („Pfad der Rache“) angeführt.

„Demolition U“ muss nachsitzen

Schon „Demolition High“ war kein Highlight unter den „Stirb Langsam“-Nachahmern, geriet aber angenehm straff, hatte ein gutes Tempo und wusste trotz diverser Mängel ordentlich zu unterhaltend. „Demolition U“ tut sich wirklich verdammt schwer, diese Tugenden zu wiederholen. Und dies, obwohl er den Vorgänger fast 1:1 kopiert. Infolgedessen gerät er deutlich lahmer, kann seine Schwächen kaum überspielen und will nie so wirklich zünden.

03 von 10

Der Streifen erschien zu VHS-Zeiten im freien Handel nur auf eine FSK 16 herunter gekürzt. In dieser Fassung erlebte er auch diverse TV-Auswertungen. Seitdem wurde es ruhig. Erst im Dezember 2024 erhielt der Actioner eine digitale Auswertung und erschien von WMM und Cargo Records auf DVD. Mit einer Freigabe ab 16, ungeschnitten und mit einer tollen Bildqualität im 4:3- (Originalformat) und Widescreen-Format.

In diesem Sinne:
freeman

Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label WMM / Cargo Records__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

Tagged as: , , , , , , , , , , , , , ,

Wie Viele Actionnerds gibt es?

  • Keine Sorge, du bist mit deiner Vorliebe nicht allein! Uns besuchten bereits 23249968 andere Actionnerds