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Monarch: Legacy of Monsters – Staffel 1

Originaltitel: Monarch: Legacy of Monsters__Herstellungsland: Japan, USA__Erscheinungsjahr: 2023__Regie: Mairzee Almas, Julian Holmes, Hiromi Kamata, Matt Shakman, Andy Goddard__Darsteller: Kurt Russell, Wyatt Russell, Anna Sawai, Christopher Heyerdahlm Mari Yamamoto, Jess Salgueiro, Qyoko Kudo, Dominique Tipper, Shota Tsuji, Josh Collins, Charlie Hewson u.a.
Monarch: Legacy of Monsters Artwork

Kurt Russell und Sohnemann Wyatt in „Monarch: Legacy of Monsters“.

Cate Randa ist nach Tokio gereist, um mehr über die Umstände des Ablebens ihres Vaters zu erfahren. Vor Ort ereilen sie einige unbequeme Wahrheiten. So offenbart ihr der Japaner Kentaro, dass er ihr Stiefbruder sei. Cates Vater Hiroshi führte nämlich in Tokio ein Doppelleben mit einer Zweitfamilie.

Als wäre das nicht genug, legen Informationen aus Hiroshis Büro offen, dass er Zeit seines Lebens Monstern hinterher gejagt ist. Als Mitglied der Geheimorganisation Monarch hat er Mutos und Titanen erforscht und versucht, deren Existenz vor der Menschheit geheim zu halten. Mit letzterem waren er und Monarch nicht sonderlich erfolgreich, ereilte die Menschheit doch bereits der sogenannte G-Day.

Der Tag, als Godzilla San Francisco zerstörte und Cate ein gewaltiges Trauma erlitt. Gemeinsam mit Kentaro wühlt sie nun mehr in der Vergangenheit ihres Vaters. Dabei kommt beiden alsbald der Verdacht, dass Hiroshi noch leben könnte und ein viel größeres Verderben als den G-Day abzuwenden versucht. Tatkräftige Unterstützung erhalten sie von Lee Shaw, einem ehemaligen Monarch-Agenten, den sie aus einem Altersheim befreien.

Schaut in die Serie hinein

Episodenführer der ersten Staffel von „Monarch: Legacy of Monsters“

1×01 Nachwirkungen
1×02 Aufbruch
1×03 Geheimnisse und Lügen
1×04 Parallelen und Interieurs
1×05 Der Ausweg
1×06 Essensglocke
1×07 May oder Corah?
1×08 Territorialprinzip
1×09 Die Achse der Welt
1×10 Zwischen Himmel und Erde

Eine Serie als Lückenfüller

Entwickelt wurde „Monarch: Legacy of Monsters“ als Lückenfüller, der diverse offene Plot Holes aus den MonsterVerse-Filmen rund um Godzilla und Kong ausfüllen und das MonsterVerse behutsam um weitere Elemente anreichern sollte.

So widmet sich die Handlung in der Jetztzeit rund um Cate und Kentaro der Zeit nach „Godzilla“ (2014). Sie wirft ein Schlaglicht auf eine Welt, die sich von jetzt auf gleich verändert hat. Es geht um die Nachwehen einer Katastrophe, die tausende Menschen das Leben kostete und die Welt einer vollkommen neuen Bedrohungslage aussetzte.

Zudem werden gerade mit Blick auf „Godzilla II: King of the Monsters“ (2019) einige Story-Lücken zugefahren. Während nämlich im Kino das Geschwafel eines Wissenschaftlers um unterirdisch reisende Titanen und Wurmlöcher nur Stirnrunzeln erzeugte, breitet „Monarch: Legacy of Monsters“ eine nachvollziehbarere Erklärung vor dem Zuschauer aus.

Mittels einer ausführlichen Parallelhandlung, die in der Vergangenheit spielt, wird die Geheimorganisation Monarch mit Leben befüllt und auch „Kong: Skull Island“ stärker an das MonsterVerse angekoppelt. Die Wissenschaftlerin Keiko Miura, der Verschwörungstheoretiker Bill und der US-Soldat Lee Shaw legen hier die Grundlagen für Monarch. Indem sie sich dem US-Militär andienen, schaffen sie eine solide Grundlage für ihre Organisation, die Jahrzehnte im Geheimen Godzilla, Kong und Co. auf die Pranken schauen wird.

In der Dramaturgie beziehungsweise dem Aufbau der Folgen orientiert sich „Monarch: Legacy of Monsters“ stark an dem Mysteryhit „Lost“. Entsprechend wird in den Folgen immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergewechselt. Informationen aus dem einen Story-Strang bedingen dabei den jeweils anderen. Es werden Rätsel aufgebaut und allmählich aufgelöst. Mysteriöse Organisationen tun mysteriöse Dinge, geheimnisvolle Typen tun geheimnisvolle Sachen. Das funktioniert sehr gut, sorgt für einen ordentlichen Binge-Faktor und einen hohen Unterhaltungswert.

Allerdings muss man auch festhalten, dass die Serie erzählerisch manches Mal cleverer sein will, als es der Stoff her gibt. So wirkt etwa die ganze Chose um das Doppelleben von Hiroshi durchgehend seltsam befremdlich, wird aber auch nie zufriedenstellend aufgelöst und führt erst recht zu keinem befriedigenden Aufklärungsmoment zwischen allen Betroffenen. Auch mischen sich ein paar arg zufallsgetriebene, teils sogar dumme Momente unter. Zudem sind die Dialoge ab und an alles andere als gülden geraten.

Obendrein muss man sich gerade bei dem Wirken von Monarch mehr als einmal fragen, wie schlau es denn eigentlich ist, die Titanen, von denen man Jahrhunderte nichts mitbekommen hat, ganz gezielt anzulocken, um sie zu „erforschen“ und damit das Leben von Tausenden zu gefährden. Als rein fantasygetriebener Insert funktioniert die Handlung aber durchaus und sorgt für Kurzweil.

Einen großen Anteil daran haben die toll aufgelegten Darsteller. Allen voran Kurt Russell („The Hateful 8“). Der entpuppt sich direkt mit seinen ersten Szenen als grandioser Showstealer, der jede Szene an sich reißt und auch die Serie selbst pusht. Das Drehbuch dankt es ihm mit ein paar wilden Schlenkern in der Ausrichtung seines Charakters Lee Shaw, die vom betulichen alten Knacker über den Helden bis zum zwielichtigen Lump eine Menge für den Darsteller zu bieten hat.

Als Coup muss gewertet werden, dass für die Rolle des jungen Lee Shaw Kurt Russells Sohnemann Wyatt Russell („Operation: Overlord“) gewonnen werden konnte, der ebenfalls klasse spielt, obschon sein Charakter leider kaum Vertiefung erfährt. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass die Storyline in der Vergangenheit von Mari Yamamoto („Kate“) als Keiko Miura dominiert und vorangetrieben wird. Anders Holm ergänzt als Bill das Vergangenheitstrio mit einer ebenfalls sehr feinen Darstellung.

In der Jetztzeit ist die entzückende Anna Sawai („Shogun“) als Storyvortrieb anzusehen. Sie spielt ihre Rolle toll, wird aber zugunsten von Kentaro (Ren Watabe) und Computerspezialistin May (Kiersey Clemons) immer mal wieder unschön ins Abseits gestellt. Die beiden Charaktere erhalten im Gegensatz zu Cate nämlich einige Charaktermomente, die man ihnen nicht wirklich gönnt. Einfach weil Kentaro ein seltsam sprunghafter Charakter ist und May schlichtweg unsympathisch. Zumindest muss man ihnen und sämtlichen Nebendarstellern aber zugestehen, dass sie durchweg ordentlich spielen.

Wer leider total zu kurz kommt, sind die Mutos und Titanen. Godzilla ist insgesamt vielleicht fünf Minuten zu sehen. Die Mutos kommen etwa auf eine doppelte Screentime. Und es gibt bis auf die letzte Episode auch nie einen wirklichen Monster-Clash. Geschweige denn extrem wuchtige Interaktionen mit den Menschen. Das ist vor allem insofern schade, dass sobald die Monstren zu sehen sind, man keinerlei Qualitätsabriss im Vergleich zu den Kinohits sehen kann. Hier dürfte so manche Rechenroutine aus den Filmen zum Einsatz gekommen sein.

Wer nun glaubt, man wollte einfach Geld sparen, der wird unumwunden festellen müssen, dass „Monarch: The Legacy of Monsters“ rundweg filmisch und teuer aussieht. Die Schauplätze reichen vom ewigen Eis in Alaska bis zur Wüste in Algerien. Man macht Halt in Hawaii, Tschernobyl und Indonesien. Die Bilder vom zerstörten San Francisco und dem lebendigen Tokio sitzen ebenso wie die absolut stimmig ausgestatteten Bilder der Story-Momente aus den 60er-Jahren. Die Serie war teuer und sieht auch so aus. Vermutlich spielen die Monstermomente aber nochmal in einer anderen finanziellen Liga.

„Monarch: Legacy of Monsters“ zeigt viel Potential

Am besten genießt man „Monarch: Legacy of Monsters“ in der vorgesehenen Reihenfolge. Also am besten nach dem Genuss von „Godzilla“ und „Kong: Skull Island“ und vor „Godzilla II: King of the Monsters“. Hier beschert einem die Reihe einige augenöffnende Momente und zeigt, dass sie als Kit zwischen den Abenteuern hervorragend funktioniert.

Doch selbst wenn man die Serie als Standalone-Abenteuer genießt, funktioniert sie ziemlich gut. Die Entstehung von Monarch ist spannend, die Storyline in der Jetztzeit funktioniert ebenfalls gut und hat in Kurt Russell und Anna Sawai tolle Ankerpunkte zum Festhalten. Zudem zieht die Serie in den letzten drei Folgen noch einmal ordentlich an und führt eine Zwischenwelt mit eigenen Regeln ein, die das MonsterVerse um ein paar interessante Aspekte erweitert.

Wie erwähnt, gibt es an der Serie auch einige grundlegende Sachen zu bemängeln. Zudem muten die insgesamt zehn Episoden mit teilweise 50 Minuten Laufzeit etwas zu lang an. Es entstehen zwar keine Momente des Leerlaufes, die Serie könnte aber gefühlt kompakter und mehr auf den Punkt sein. Trotzdem verwundert es keineswegs, dass „Monarch: Legacy of Monsters“ eine Fortsetzung erfahren hat.

06 von 10

Die Serie wurde für Apple TV+ und entwickelt und ist hier auch goutierbar. VoD-Oberflächen wie Amazon Prime, die über einen Apple TV+ Channel verfügen, haben die Serie ebenfalls im Angebot.

In diesem Sinne:
freeman

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