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Red Sky

Originaltitel: Red Sky__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Mario Van Peebles__Darsteller: Cam Gigandet, Rachael Leigh Cook, Shane West, Bill Pullman, Jason Gray-Stanford, J.C. Chasez, Kyle T. Heffner, Mariya Guzeeva, James Wellington u.a.
Red Sky

Mario van Peebles inszenierte sich selbst als Bösewicht für “Red Sky”.

Der Rainmaker ist eine neue Superwaffe, die die Iraker nutzen wollen, um die Ölvorkommen der Iraner mit einem Schlag zu zerstören. Dazu gräbt sich die Waffe nach ihrem Einschlag in tiefste Erdregionen vor und setzt bei ihrer Detonation Mikroorganismen frei, die das Öl zersetzen. Dass eine solche Waffe nicht in die falschen Hände geraten darf, versteht sich von selbst. Eines Tages verschwindet die Waffe spurlos. Was ist geschehen?

Die Jungs der am Persischen Golf stationierten Fliegerstaffel um Butch Masters und Tom Craig brechen an dem betreffenden Tag zu einem Trainingseinsatz über dem Irak auf. Lange Zeit ist alles in Ordnung und die Flieger trainieren wie geplant ihr Können. Da ereilt sie plötzlich ein Funkruf. Ein Mann identifiziert sich als „Warlord“ und gibt eine gültige Kennung durch, was die Jungs der Fliegerstaffel glauben lässt, dass die von ihm erteilten Befehle authentisch und bindend seien.

„Warlord“ lässt sie eine Anlage in die Luft jagen, beherberge sie doch gefährliche Massenvernichtungswaffen. Als die Flieger die betreffende Chemiefabrik in Schutt und Asche legen, töten sie auch einige amerikanische Special Forces, die die Anlage kurz vorher bereits unter ihre Kontrolle gebracht haben. Was Butch und Co. zudem nicht ahnen: „Warlord“ treibt ein doppeltes Spiel und hat einige Iraner im Schlepptau, die etwas aus den Ruinen der Fabrik bergen: Den Rainmaker! Die Sündenböcke für die im Friendly Fire gestorbenen Soldaten sind natürlich Masters, Craig und ihre Wingman. Sie scheiden aus dem Militärdienst aus und schlagen sich ab sofort als Fluglehrer mehr schlecht als recht durchs Leben.

Sieben Jahre später taucht der Militäranwalt, der sie einst verknackte, bei den Jungs auf und bietet ihnen die Möglichkeit zur Wiedergutmachung an. Man wisse inzwischen, wo der Rainmaker abgeblieben sei und wolle, dass man die Waffe endlich zerstört. Voller Tatendrang starten die Piloten in ihre Mission. Die größten Probleme dabei: Tom Craig ist inzwischen zum Feind übergelaufen und ein sie unterstützende Agent namens Cutter ist genau die Person, die die Jungs vor sieben Jahren als „Warlord“ getarnt in die Falle lockte…

„Red Sky“ kann man wohl mit Fug und Recht als Familienprojekt der van Peebles bezeichnen. Der heute bekannteste Spross der Familie, Mario van Peebles („Solo“), besorgte die Regie und spielt als Agent Cutter mit. Seine Familienmitglieder findet man dann in diversen Nebenrollen des Filmes, manche werkelten am Soundtrack mit und wieder andere wurden hinter der Kamera tätig. Schön, wenn eine Familie noch gemeinsame Projekte verfolgt. In diesem Fall eines, das ein beachtliches Budget von gut 25 Millionen Dollar verbraten durfte.

Red Sky

“Twilight” Schwarm Cam Gigandet gibt den “Red Sky” Helden.

Davon dürfte nicht viel in die Geschichte bzw. das Drehbuch geflossen sein. In den ersten 60 Minuten tut sich „Red Sky“ nämlich unfassbar schwer, eine wirklich nachvollziehbare Handlung zu etablieren. Der Film springt zwischen den Schauplätzen hin und her, fokussiert auf eine ziellos im Sande verlaufende Love Story und lässt seine Figuren arg kopflos agieren. Zudem will es dem Film einfach nicht gelingen, Spannung aufzubauen. Die Ursache hierfür ist, dass der Film immer und immer wieder seine Karten voreilig auf den Tisch legt. Dass Agent Cutter der Oberlump ist, weiß man von Anfang an. Auch dass Tom Craig zu den Bösewichtern überläuft, nutzt der Film nicht für einen Twist, sondern posaunt es sofort heraus. So fällt es freilich irgendwann schwer, sich auf den Film einzulassen. Zumal selbiger zunehmend haarsträubender wird und diversen Logikhoppsern Tür und Tor öffnet. Dabei könnte es doch so einfach sein: Der „Rainmaker“ muss zerstört und Agent Cutter einen Kopf kürzer gemacht werden. Das alles verpackt in einen straighten Actioner und gut ist es. Dass es so simpel sein könnte, fällt dem Film leider erst 40 Minuten vor Schluss ein. Ab sofort tritt er die Flucht nach vorne an und zeigt, wo das Geld wirklich geblieben ist.

Red Sky

Die Fliegeraction ist ganz ok, hätte aber ruhig prägnanter und zahlreicher ausfallen dürfen.

Denn endlich findet richtige Action Eingang in den Film. Helden sterben, Bösewichter verenden, die Luft füllt sich mit Blei und dicke Feuerbälle steigen gen Himmel. Auch das Tempo zieht unvermittelt an und plötzlich läuft der Film durchaus rund. Highlights bilden eine ausufernde Ballerei rund um eine Landebahn und der eigentliche Showdown im Lager der mit Cutter verbündeten Kurden. Vor allem bei der Befriedung des Kurdenlagers lassen die russischen Sprengmeister des Filmes einige fette Explosionen vom Stapel. Auch die Luftkämpfe sehen dank des ordentlichen Budgets durchaus ganz ansehnlich aus und bestehen überwiegend aus mal ordentlichen und mal leicht unfertig wirkenden Special Effects. Auf Stock Footage wurde – abgesehen von den offensichtlichen Bildern einer Militärübung auf hoher See – weitgehend verzichtet. Richtige Spannung mag in den Dogfights, obwohl sie eigens für den Film inszeniert wurden, nicht aufkommen, da diese immer zu sauber, glatt und vor allem viel zu schnell ablaufen. Das eher unglaubwürdige Flugverhalten der präsentierten Flugvehikel schmälert die Wirkung obendrein ziemlich.

Als Butch Masters gibt Cam Gigandet („Priest“) eine eher farblose Vorstellung und läuft permanent mit einem nicht einordenbaren, selten dämlichen Grinsen durch den Film. Dennoch funktioniert seine Figur zumindest halbwegs als Held, hätte aber gerne noch deutlich kerniger daherkommen dürfen. Als sein noch farbloserer Gegenspieler aus den eigenen Reihen dilettiert Shane West („Nikita“ (TV Serie)) durch den Film und bestätigt seinen Ruf als weitgehend talentfreie Zone. Niedlich anzusehen ist Rachael Leigh Cook („Get Carter“) als Love Interest von Masters und etwas planlos agierende Reporterin/Regisseurin, die die Hintergründe hinter dem Rainmaker-Projekt aufdecken darf. Mario van Peebles zieht seinen Stiefel als cooler Bösewicht routiniert durch und Bill Pullman („Independence Day“) betreibt als Militäranwalt Schadensbegrenzung. Zumindest sorgt alleine seine Gegenwart für ein wenig Souveränität im Cast. In einer winzigen Nebenrolle ist auch Actionurgestein Martin Kove („Rambo 2“) zu sehen.

Red Sky

Darf als Cutter cool böse sein: Mario van Peebles.

Was bleibt, ist ein Film, der lange Zeit nicht zu wissen scheint, wie einfach er es doch haben könnte. Viel zu nichtssagend zieht er seine wenig packende Geschichte auf und lässt seine Charaktere planlos durch die Handlungsruine stolpern. Erst als dem Drehbuch bewusst wird, dass „Red Sky“ im Grunde eine nette Actionsause sein will, beginnt der Film zu funktionieren. Fortan wuchtet er sich fortan von Actionszene zu Actionszene, um plötzlich wie selbstverständlich seine Geschichte in die richtigen Bahnen zu lenken und alles zu einem zwar überzogenen, dafür durchaus runden Ende zu bringen. Der ab Minute 60 steigende Dauershowdown hat von Ballereien über fette Explosionen bis hin zu einigen okayen Luftkämpfen zumindest für den Actionfan einiges zu bieten. Und Regisseur Mario van Peebles fängt dies in wundervoll breiten, etwas zu geleckten Bildern höchst souverän und mit Sinn für nettes Spektakel ein. Nur der Soundtrack, der hätte wie seine Helden deutlich markiger ausfallen dürfen. Macht eine insgesamt solide Luftnummer, die den Vorbildern („Top Gun“ oder „Der stählerne Adler“ seien genannt) aber meilenweit hinterher zuckelt.

Die deutsche DVD/Blu-ray von Koch Media, die am 20. März 2014 erscheint, stellt wohl die erste Veröffentlichung des Filmes weltweit dar und punktet mit guter Bildqualität. Der Sound wirkt entgegen des Sujets wenig druckvoll. Extras haben sich nicht auf die ab 16 freigegebenen Datenträger verirrt.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Koch Media__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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