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Ruthless Bastards

Originaltitel: Ruthless Bastards__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Bruce Fontaine__Darsteller: Sean Patrick Flanery, Parmish Verma, Casper Van Dien, Hasleen Kaur, Theresa Lee, Sydney Scotia, Alex Bogomolov, Alex Zahara, Gabriel Carter, Andriy Gaydukov u.a.

Zu faul zum Lesen? Genießt unsere Video-Kurzkritik!

Ruthless Bastards mit Casper Van Dien und Sean Patrick Flanery DVD Cover

Casper Van Dien und Sean Patrick Flanery erwecken ihre Bromance zu neuem Leben in „Ruthless Bastards“.

Es ist ein neuer Gangster in der Stadt. Der Emporkömmling Sunny Gill stellt sogleich die Unterwelt kräftig auf den Kopf. Geht zudem eine Partnerschaft mit den Russen ein, um in Pakistan und Afghanistan lagernde Drogen ins Land zu importieren. Das schmeckt freilich den alteingesessenen Gaunern so gar nicht. Und so reaktiviert der Obergangster Benjamin seine besten Männer: Rick und Nico.

Beide waren einst seine besten Ausputzer. Bis Nico mit der Frau von Rick geschlafen hat und das Duo zerbrach. Damit sie wieder eine Einheit bilden, bietet ihnen Benjamin jeweils fünf Millionen Dollar. Wozu keiner der beiden „Nein“ sagen kann. Man wird ja schließlich nicht jünger. Also geben unsere Helden alles, um Sunny an den Karren zu pissen.

Doch was wird hier tatsächlich gespielt? Wie passen die Triaden ins Bild und warum zum Teufel ließ Sunny ein paar Anfänger eine junge Frau entführen? Der Fall wird für unsere Ruthless Bastards immer schwieriger. Zumindest erwacht so ihre Bromance zu neuem Leben.

Schaut in den Film hinein

Casper Van Dien und Sean Patrick Flanery im Buddy-Movie-Modus

Die in der Inhaltsangabe genannten Fragen gehen nicht nur unseren beiden Helden beständig durch den Kopf. Auch der Zuschauer geht doch mit zahlreichen Fragezeichen aus „Ruthless Bastards“ raus. Vieles in der Handlung wirkt sprunghaft und wenig durchdacht. Viele Figuren werden in den Ring geschmissen, ohne dass deren Funktion jemals klar würde. Und was nun der eigentliche Clou hinter den ganzen Vorgängen sein soll, wird nie klar.

Regie und Drehbuch scheinen um diesen Fakt gewusst zu haben und setzen darum voll und ganz auf ihr Kumpelduo aus Rick und Nico. Und deren Darsteller liefern. Casper Van Dien (Nico) und Sean Patrick Flanery (Rick) harmonieren prächtig miteinander, werfen sich in einer Tour frotzelnde Dialogzeilen um die Ohren und haben sichtlich gewaltigen Spaß an ihren Rollen. Da wird sich mitten im Fight darüber gestritten, wer nun ran darf. Der eine hält dem anderen permanent seine Marotten vor und selbst wichtige Gespräche mit anderen Charakteren enden in hitzigen Wortgefechten.

Das macht richtig Laune und findet seinen Höhepunkt in einer Szene, in der die beiden einer flinken Kampf-Amazone gegenüberstehen und festgehalten wissen wollen, dass sie keine Frauen schlagen. Was ihre Gegnerin freilich nur zu gerne hört. In dieser Szene schaukeln sich die beiden Schauspieler so genial gegenseitig hoch, dass man sie nur abfeiern kann. Van Dien („Hunt Club“) hat insgesamt den etwas steiferen Part abbekommen, während Flanery („Born a Champion“) nahezu ungebremst vom Leder ziehen darf.

Gegen dieses spielfreudige Duo kommt in „Ruthless Bastards“ niemand an. Zwar haben manche der Gauner durchaus Ausstrahlung, etwa Parmish Verma als Sunny oder Thomas Newman als Benjamin, das schnell getaktete Drehbuch gibt auf die Figuren aber keinen Pfifferling, weshalb sie nie beim Zuschauer ankommen.

In Sachen Action hat man sich aufgrund des Regisseurs sicherlich etwas mehr erhofft, als man letzten Endes bekommt. Regisseur Bruce Fontaine startete seine Karriere nämlich in Hongkong, wo er vor allem in den 90ern als Schauspieler („She shoots Straight“) und Stuntman von sich reden machte. Wieder zurück in den USA übernahm er Stunt-Jobs für Streifen wie „Replicant“ oder „House of the Dead“.

In „Ruthless Bastards“ gerät die Action nun allerdings arg klein skaliert. Immer mal wieder dreschen ein paar Kombattanten aufeinander ein. Die wirklichen Aha-Momente bleiben aber aus. Die Fights sind in ihrer Choreographie eher stiff und effektiv. Große Härten hat es keine. Einzig wenn die laut Abspann intensiv gedoubelte Hasleen Kaur als rechte Hand von Sunny loslegt, wird’s auch mal blutiger.

Cool ist der Final-Fight zwischen Verma, Van Dien und Flanery, der aber erneut eher von der Chemie zwischen Flanery und Van Dien sowie deren flapsigen Dialogen getragen wird. In den wenigen Ballerszenen kommt leider alles (Mündungsfeuer, Blutspritzer, Trefferwirkungen in der Umgebung) aus dem Rechner. Aufwändige Szenen wie Explosionen oder Verfolgungsjagden hat „Ruthless Bastards“ nicht zu bieten.

Letzteres dürfte dem sichtlich niedrigen Budget geschuldet sein. „Ruthless Bastards“ sieht schon reichlich trostlos aus. Erinnert an eine 0815-Episode einer x-beliebigen, in Kanada gedrehten Serie. In ebenjenem Land fanden Fontaine und Co. auch keinerlei reizvolle Settings und quälen sich von einem langweiligen Hinterhof zum nächsten. Highlight ist ganz sicher eine chinesische Bar, die lebloser kaum hätte ausfallen können.

„Ruthless Bastards“ lebt von seinen Hauptdarstellern

Ich denke, es ist klar geworden, dass „Ruthless Bastards“ definitiv nicht in einer Liga mit Filmen wie „The Nice Guys“ oder „Kiss Kiss Bang Bang“ spielt. Man sollte sich eher auf einen Streifen im Fahrwasser von „Pay Day“ einstellen. Dann hat man das richtige Mindset für „Ruthless Bastards“. Der schwächelt massiv in seiner nicht zu Ende gedachten Geschichte, findet aber trotzdem zu einem runden Finish. Immerhin. Auch die Action kickt nicht sonderlich und sexy schaut der Film auch nicht aus.

Dafür hat die Erzählung ein ordentliches Tempo und sind Casper Van Dien und Sean Patrick Flanery einfach köstlich in ihrem Zusammenspiel. Alleine durch ihre zahllosen Dialoge, in denen sie auch gerne in der Vergangenheit schwelgen oder auf berühmte Filmtitel referenzieren, entwerfen sie erstaunlich plastische Figuren. Und sie wecken in dem Zuschauer das Verlangen, den beiden bei diversen weiteren, dann spannenderen Abenteuern zuschauen zu wollen.

04 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 03. September 2026 von Tiberius Film. Der Film kommt ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16. Am 20. August 2026 startete er bereits in seine digitale Auswertung.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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