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Tom Holland’s Twisted Tales

Originaltitel: Tom Holland’s Twisted Tales__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Tom Holland__Darsteller: Amber Benson, Angela Bettis, AJ Bowen, Jose Pablo Cantillo, James Duval, William Forsythe, Eddie Hargitay, Danielle Harris, Noah Hathaway, Marc Senter, Megan Thompson u.a.
Tom Holland's Twisted Tales

Die “Twisted Tales” hat Regisseur Tom Holland für die Webseite Fearnet.com entwickelt.

Tom Holland hat bei Horrorfans dank „Chucky – Die Mörderpuppe“ und dem großartigen „Fright Night“ (Das Original!!!) einen echten Stein im Brett. Leider hat es für ihn nach diesen Volltreffern nicht mehr allzu oft zu einem Hit gereicht. Seit dem 1996 produzierten „Thinner“, der auf einer Vorlage von Stephen King basierte, hat er es nicht einmal mehr ins Kino geschafft. Sehr viele Arbeiten fürs TV fielen allerdings auch nicht für ihn ab. Was tun? Nun, warum nicht das Internet bemühen? Also hob er 2013 die „Twisted Tales“ aus der Taufe. 13 Folgen wollte er für die Webseite Fearnet.com erstellen, zu 9 hat es aus Zeit- und Budgetgründen letztlich nur gereicht. Das Ergebnis ist mit extrem durchwachsen gut umschrieben…

Jede Episode läuft dabei nach dem gleichen Muster ab. Holland selbst führt wie einst der Cryptkeeper bei den “Geschichten aus der Gruft” in die folgenden 10-15 Minuten langen Storys ein. Dann versucht er spannende Geschichten zu erzählen, die – der Titel deutet es an – möglichst viele und vor allem gute Twists lancieren. Für die Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray hat man nun alle Episoden zusammengeschoben und reicht sie auf einem Datenträger mit der insgesamt arg langen Laufzeit von 144 Minuten dar.

In den 9 Episoden geht es um…

Fred & his GPS:
Fred (AJ Bowen „The Guest“) hat soeben seine Frau getötet und beichtet auf einer langen Autofahrt seinem GPS seine Tat. Selbiges macht bald deutlich mehr als ihm nur den Weg zu weisen…

To Hell with You:
Einer jungen Frau (Danielle Harris „Evil Undead“) wird von ihrem Stecher in einem Lokal der Laufpass erteilt. Wütend und in ihrem Stolz gekränkt kommt ihr ein Typ (William Forsythe „Stiletto“) und sein Vorschlag, sie solle sich an ihrem Macker rächen, gerade recht. Sie geht mit dem Fremden einen faustischen Pakt ein…

Boom:
Bomben-Entschärfungsexperte Dave vermutet, dass seine Frau mit seinem besten Kumpel in die Kiste hüpft. Hinterlistig schließt er ebenjenen an einen riesigen Sprengsatz an und stellt ihm genau die richtigen Fragen…

Mongos magischer Spiegel:
Mongo (Ray Wise „Chillerama“) besitzt einen magischen Spiegel, durch den man hindurch schreiten kann, um hernach in fremden Welten zu landen. Ein Magier-Kollege neidet ihm dieses Wunderwerk…

Bite:
Biss heißt eine neue Droge, die einen Blick in die Zukunft erlauben soll. Blöd nur, dass eine Nebenwirkung der Droge darin besteht, dass man zum Werwolf mutiert, wenn man das Zeug einnimmt.

Shockwave:
Die Kaffeerunde von ein paar Freunden wird jäh unterbrochen, als eine gewaltige Explosion die gesamte Welt zu zerstören droht. Schutz könnte eine Art Panikraum bieten. Doch der hat nur Platz für zwei Personen. Das Killen um den rettenden Platz kann beginnen.

Cached:
Zwei Gelegenheitsgauner werden Zeuge, wie sich ein Typ selbst die Kehle durchschneidet. Sie stehlen der Leiche ein Tablet, welches bald ein mörderisches Eigenleben entwickelt.

The Pizza Guy:
Emily will mittels eines satanischen Rituals Kontakt zu ihrer verstorbenen Schwester aufnehmen. Doch statt des Teufels ruft sie einen Pizzajungen herbei. Doch ist der wirklich, was er vorgibt zu sein?

Vampire’s Dance:
Eine junge Frau sucht ihre verschwundene Mitbewohnerin und landet auf der Suche in einer Bar, die von Vampiren betrieben und besucht wird…

Wie man an den kurzen Inhaltsangaben erkennt, versuchte Tom Holland so viel Vielfalt wie möglich in seine Storys zu bringen. In der Folge variieren in allen Episoden die Darsteller, Schauplätze und Horrorklischees, die abgeackert werden. Dabei kommen durchaus brauchbare Folgen heraus. Etwa „Boom“, „Bite“ oder „The Pizza Guy“, der vor allem aufgrund des köstlichen Marc Senter („Brawler“) formidabel funktioniert. Und auch „Fred & his GPS“ und „Cached“ sind durchaus gut wegguckbar und haben die eine oder andere witzige Idee in petto. Aber Episoden wie „Shockwave“ (total unlogisch und dumm), „Vampire’s Dance“ (macht überhaupt keinen Sinn), „Mongos magischer Spiegel“ (Um was geht’s da nochmal? Achso? Versteh ich nicht!) oder „To Hell with You“ (die langweiligste „Faust“-Variante, die ich je ertragen musste) sind absoluter Bullshit. Man kann es leider nicht anders sagen. Final muss man zudem konstatieren, dass es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit ist, eine Episode besonders hervorzuheben. Denn so richtig clever ist keine der „Twisted Tales“.

Es mangelt einfach an allen Ecken und Enden an Originalität und vor allem Qualität. Die Schauspieler agieren meist arg überspannt. In „Boom“ etwa krakeelen sich die Charaktere in einer Tour an, was das geduldigste Nervenkostüm irgendwann löchrig werden lässt. In fast allen Episoden kommen ganz viele technische Unzulänglichkeiten hinzu (Übelste CGIs, miese Rückprojektionen, schlechte Filmmusik…). Dahingehend kann man zwar aufgrund des Ursprungsformates und dem dafür locker gemachten Budget durchaus ein Auge zudrücken, wenn das Drumherum aber nicht stimmt, fällt das ziemlich schwer. Und mit Drumherum sind die teilweise schwach geskripteten Storys und Figuren gemeint. Klar, in 10 Minuten Film kann man keine oscarreifen Charaktere entwerfen, wenn es 10 Minuten Film aber tatsächlich schaffen, den Zuschauer zu langweilen, ist das definitiv kein Pluspunkt.

Dennoch macht Tom Holland freilich nicht alles falsch. Einige Pointen funktionieren ziemlich gut. Manche Idee (etwa die Umsetzung der blutigeren Momente in „Bite“ mittels Freeze Frames und darübergelegten Animationen) zeigt auch auf, dass der Regisseur das Format zum Experimentieren nutzte. Leider war er dabei nicht wirklich mutig. In ihrer Optik sehen die Episoden nämlich alle ziemlich gleich aus. Dabei hätte Holland doch durchaus mehr spielen können. Warum hat Holland nicht mal eine Episode konsequent schwarz-weiß gefilmt? Warum nicht eine Folge im Found Footage Stil umgesetzt? Und warum findet man in der Serie keine Trickfilmepisode? Die Antworten habe ich mir vermutlich schon selbst zu Beginn des Reviews gegeben: Zeit und Geld. Zwei Problemherde, die schon so manches Filmprojekt unvorteilhaft torpedierten. Die „Twisted Tales“ gehören definitiv dazu.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt am 24. März 2015 von Maritim Pictures und ist mit einer harsch wirkenden FSK 18 Freigabe ungeschnitten. Die Synchronisation, leider immer wieder ein Manko bei Maritim, funktioniert hier ganz ordentlich.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Maritim Pictures__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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