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Worldbreaker

Originaltitel: World-Breaker__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Brad Anderson__Darsteller: Milla Jovovich, Luke Evans, Meadow Williams, Mila Harris, Billie Boullet, Steven Calvert, Charis Agbonlahor, Kevin Glynn, Chris Finlayson, Laura Dee u.a.
Worldbreaker DVD Cover

Milla Jovovich gegen fiese KReaturen in „Worldbreaker“.

In der Zukunft hat Mutter Erde genug von uns menschlichen Vollidioten. Sie drückt den Reset-Knopf mit dem Ziel, sich der Menschheit zu entledigen. Es öffnet sich der sogenannte Riss, eine Erdverwerfung interdimensionalen Ursprungs, aus der grässliche Wesen hervorbrechen. Die folgerichtig als Breakers firmierenden Monster räumen fortan unter den Menschen gewaltig auf.

Wer nicht sofort getötet wird, wird von den Wesen „verwandelt“ und mutiert. Auch diese Mutanten haben nur ein Ziel: Die Menschheit zu dezimieren. In großen Schlachten werden zunächst die Männer unseres Planeten vollkommen aufgerieben. Danach ist es an den Frauen, unsere Spezies zu verteidigen. Dabei fällt auf, dass Frauen bei Kontakt mit den Breakers deutlich seltener mutieren – wenn überhaupt.

In dieser Welt wächst die Teenagerin Willa auf. Sie lebt mit ihrem Vater und ihrer Mutter in einer der letzten Bastionen der Menschheit. Als diese jedoch eines Tages überrannt zu werden droht, fliehen die Menschen. Auf der Flucht werden Willa und ihr Vater von dessen Ehefrau getrennt, retten sich auf eine einsam gelegene Insel und harren hier der Dinge.

Ein Jahr später haben sich die beiden mit ihrem neuen Leben arrangiert und sind für Angriffe der Breakers gerüstet. Da taucht ein Mädchen in dem Refugium auf und wirbelt alles durcheinander.

Schaut in den Film hinein

Creature-Feature-Mogelpackung von Brad Anderson

„Worldbreaker“ startet stark. Verortet die grundlegende Situation um die Breakers eindrücklich, erlaubt erste Blicke auf die abscheulichen Kreaturen und bringt einem das Trio aus Willa und ihren beiden Elternteilen nahe. Auch erste Blicke auf eine Großschlacht mit den Kreaturen können wir erhaschen. Begibt sich die Heldenfamilie mit anderen Menschen auf die Flucht, wird es richtig turbulent. Am Ende wird die Mutter ihrer Aufgabe als Anführerin des Widerstandes nachgehen und ihre Angehörigen anweisen, auf einer einsamen Insel auf sie zu warten.

Damit fällt „Worldbreaker“ nun leider mehr und mehr in ein Loch. Anfangs ist es noch spannend, zuzusehen, wie sich Vater und Tochter auf dem Eiland organisiert haben, Lebensmittel und Wasser beschaffen und ihr neues Leben durchtakten. Der offensichtlich im Krieg gegen die Breakers versehrte Vater bereitet Willa zudem intensiv auf einen Kampf mit den Monstern vor. Doch all das wird zu lang und breit ausgewalzt. Und es wird irgendwann arg repetitiv.

Billie Boullet in Brad Andersons Crerature Feature

Billie Boullet debütiert als Willa. © Kodiak Pictures 2024 / Foto: Aidan Monaghan.

Auch weil ansonsten auf der Insel nichts passiert. Es gilt keine Gefahren zu überwinden und der von Luke Evans („Weekend in Taipei“) stark gespielte Vater und seine Tochter geraten in über einem Jahr Zusammensein offensichtlich nie aneinander. Was man aufgrund des Teenageralters der Tochter gar nicht glauben mag.

Hier wären wir bei einem weiteren Großproblem: Obschon sich Willa-Darstellerin und Filmdebütantin Billie Boullet müht, wirkt die naive Anlage ihrer Figur überzogen. Willa kennt kein Leben ohne Breakers, lauscht Geschichten über den Kampf gegen ebenjene aber immer, als höre sie zum ersten Mal davon. Und Billie Boullet wirkt immer mal wieder von ihrer Rolle überfordert und legt ihre Figur darum überemotional an.

Das passt zwar mit dem Ansatz von Regisseur Brad Anderson („The Silent Hour“) zusammen, Emotionen und Gefühle seines Heldengespannes in einer Extremsituation ausloten zu wollen, ist aber ebenfalls niemals spannend genug, um den Leerlauf auf der Insel zu übertünchen. Ja, man spürt, was es für Willas Vater bedeutet, nicht zu wissen, was seiner Ehefrau passiert. Ob sie überhaupt noch lebt. Und man spürt, was die Situation der Mutter und deren Auswirkungen auf den Vater mit Willa machen. Beim Zuschauer verfängt aber genau das so gut wie gar nicht.

Luke Evans in Worldbreaker

Luke Evans gibt Willas Vater und trainiert sie für den Kampf gegen die Breakers. © Kodiak Pictures 2024 / Foto: Aidan Monaghan.

Dazu hat man weder Vater und Mutter noch Willa und ihre Mutter ausreichend miteinander interagieren sehen und keine Bindung aufgebaut. Im Gegenteil, die von Milla Jovovich („In the Lost Lands“) leider sehr hart und mimisch unbewegt gespielte Mutter wirkte in den wenigen Minuten Screentime beständig, als würde sie in der Rolle der Widerstandsanführerin deutlich mehr aufgehen als in der Mutterrolle. Schwierig. Mehr und mehr verabschiedet man sich so aus der Dramaturgie des Filmes.

Zumal „Worldbreaker“ nur selten den Versuch unternimmt, die Breakers wieder in den Film hineinzuholen. Was wirklich schade ist, da diese toll designt und in Szene gesetzt sind, einen scheußlichen Mix aus Menschen und Insekten/Spinnen darstellen und ordentlich Rambazamba in den Film hätten bringen könnten.

Auch die Mutanten sind wunderbar eklig anzusehen und werden vornehmlich als absolut überzeugende Man-in-a-suit-Effekte gereicht. Rund um diese beiden Spezies gibt es auch ein paar Splattermomente zu sehen, sind beide doch nur durch abgetrennte oder zerschlagene Schädel zu töten.

Milla Jovovich in Worldbreaker

Milla Jovovich als Willas Mutter und Anführerin des Widerstandes. © Kodiak Pictures 2024 / Foto: Aidan Monaghan.

Doch leider erinnern nur kurze Geschichten des Vaters daran, dass „da ja noch etwas war“. Und der Film versucht nicht einmal, anzudeuten, wie der Kampf der Frauen dieser zukünftigen Welt gegen die Biester aussieht und welche Heldentaten Willas Mutter eventuell vollbringt.

Erst wenn ein fremdes Mädchen auf dem Eiland auftaucht, findet „Worldbreaker“ wieder besser in die Spur. Braucht aber auch noch einige Zeit, um wirklich rund zu laufen. Und hat er sich dann endlich eingegroovt und steuert auf einen nett aufgebauten Showdown hin, verwehrt er dem Zuschauer auch noch den Moneyshot und verabschiedet sich vor dem Finish einfach in den Abspann. WTF?

„Worldbreaker“ ist kein frischer Wind fürs Creature-Feature-Subgenre

DVD und Blu-ray zu „Worldbreaker“ haben ein knapp zehnminütiges Making of zum Film zu bieten. In dem wird auch Brad Anderson interviewt. Der Regisseur von „Worldbreaker“ gibt sich hier so trantütig und gelangweilt, dass die Gesprächsfetzen beinahe symbolträchtig für den finalen Film scheinen. Hier brennt kein Feuer, hier spürt man keinen Willen, einen besonderen Film hinzustellen. Und genau so ist es auch gekommen.

Nach starkem Beginn, der zudem in schöne, warme, erdfarbene Bilder getaucht ist, baut der Film immer mehr ab. Das mit gedeckten, kontrastreicheren Bildern gereichte neue Setting der Insel ist nett, aber leider passiert hier einfach gar nichts, was interessant wäre. Die eindrücklich eingeführten Breakers werden viel zu lange pausiert und leider auch nicht wirklich mit einer Mythologie erfüllt. Das ist nicht zwingend notwendig, ABER hier war schlicht und ergreifend genug Zeit dafür da. Und das Finale ist ein echter Abfuck. Zumindest Luke Evans müht sich, die Kreaturen im Film sehen cool aus und die wenigen Actionszenen mit den Breakers machen Spaß. Ansonsten gilt: verschenkt!

04 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 19. März 2026 von Vuelta Germany. Der Film hat eine Freigabe ab 16 und ist in der Form ungeschnitten. Seit dem 5. März 2026 ist der Film bei den verschiedensten Streaming-Plattformen abrufbar.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Vuelta Germany__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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