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Fright Night (2011)

Originaltitel: Fright Night__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2011__ Regie: Craig Gillespie__ Darsteller: Anton Yelchin, Colin Farrell, Imogen Poots, Toni Collette, David Tennant, Christopher Mintz-Plasse, Dave Franco, Sandra Vergara, Emily Montague, Chris Sarandon, …

Fright Night

Zum Trailer (engl. OV) geht’s hier!

In Gestalt seines hierzulande unter dem Titel „die Rabenschwarze Nacht“ veröffentlichten 1985er Regie-Debüts „Fright Night“ erschuf Tom Holland eine ebenso charmante wie unterhaltsame Vampir-Horror-Komödie, die drei Jahre später eine (qualitativ nur geringfügig schwächere) Fortsetzung erfuhr sowie sich seither den Ruf eines Genre-Kult-Klassikers erworben hat. Angesichts des in Hollywood seit Anfang dieses Millenniums anhaltenden Trends, modernisierte Neuversionen (aka Remakes, Reboots oder Reimaginings) von Filmen zu produzieren, die sich so oder ähnlich wie im vorherigen Satz angeführt charakterisieren lassen, war es im Prinzip bloß eine Frage der Zeit, bis man sich eben jener Materie mal annehmen würde. Dieser Fall trat schließlich 2011 ein: Denselben Titel wie das zugrunde liegende, über die Zeit hinweg zugegebenermaßen durchaus ein wenig angestaubte Original tragend, brachten DreamWorks und die Walt Disney Studios ihre von Drehbuch-Autorin Marti Noxon („I am Number Four“) verfasste sowie unter der Führung Craig Gillespies (u.a. „I, Tonya“ und „Supergirl“, 2026) in Szene gesetzte aufgefrischte Variante der Geschichte in die Lichtspielhäuser dieser Welt – und das sogar in 3D! Über die Beschaffenheit und Wirkung jener Präsentationsform vermag ich allerdings keine Aussage zu liefern – schlichtweg weil ich mir das Gebotene bislang immerzu in 2D angeschaut habe. Bedauerlicherweise spielte der 30 Millionen Dollar teure Streifen insgesamt nur knapp über $41 Millionen ein – so dass es 2013 zwar einen offiziellen zweiten Teil gab, „Fright Night 2: New Blood“ von Eduardo Rodríguez („Stash House“) allerdings strikt einer dieser Low-Budget-Direct-to-Video-Sequels (á la „Wrong Turn 2: Dead End“ oder „the Haunting in Connecticut 2: Ghosts of Georgia“) ist, die keine konkreten/direkten Connections zum Vorgänger besitzen…

Charley Brewster (Anton Yelchin) ist ein junger Mann, der gemeinsam mit seiner Mutter Jane (Toni Collett) in einer kleinen Wohnsiedlung in Sichtweite von Las Vegas lebt und eigentlich gerade ein relativ angenehmes Dasein fristet: Seit seine Haut reiner geworden ist und er den Kontakt zu einigen seiner alten Freunde fast völlig abgebrochen hat, mit denen er früher regelmäßig Rollenspiele (inklusive eigens kreierter Kostüme) veranstaltete, gilt er nun nicht mehr als uncooler Dweeb und bildet mit der hübschen Amy (Imogen Poots) zudem ein festes Pärchen. Eines Tages macht ihn sein Ex-BFF Ed (Christopher Mintz-Plasse) jedoch darauf aufmerksam, dass ihr Kumpel Adam (Will Denton) spurlos verschwunden sei – was zugleich auf einige weitere Mitschüler zutrifft, die jüngst dem Unterricht ferngeblieben sind. Echten Anlass zur Sorge sieht Charley darin allerdings nicht – und als ihm obendrein gar noch mitgeteilt wird, dass die beiden zuletzt Beweise dafür gesammelt hätten, dass ausgerechnet wohl Charley’s neuer Nachbar Jerry (Colin Farrell) ein Vampir sei, fördert dies das Ihnernstnehmen natürlich auch nicht gerade. Als Ed ab dem nächsten Morgen aber ebenfalls nirgends mehr auffindbar ist, geht er der Sache dann doch mal etwas nach und stößt dabei tatsächlich auf Anhaltspunkte für den Wahrheitsgehalt dessen Behauptung. Im Folgenden bemüht er sich redlich, den nachtaktiven Womanizer nebenan im Auge zu behalten – was jenem allerdings nicht lange verborgen verbleibt und rasch in einem verzwickten Katz&Maus-Spiel resultiert. Als sich die Lage intensiver zuspitzt und die Liebsten Charleys (Jane und Amy) überdies in akute Lebensgefahr geraten, setzt der kurzerhand eine Menge Hoffnung auf die Hilfe des exzentrischen Entertainers Schrägstrich Vampir-Experten Peter Vincent (David Tennant) – welcher in dieser Angelegenheit aber erst einmal umfassend überzeugt sowie infolge dessen außerdem noch zum involvierten Handeln animiert werden muss…

Im Sinne eines Remakes funktioniert „Fright Night“ bestens – etwa da sich der Streifen weder als eine „1:1-Kopie“ noch als ein „komplett anderes Werk“ (im Sinne von: identischer Titel, jedoch mit einer deutlich abgewandelten Story) entpuppt. Stattdessen wählte Noxon in dieser Hinsicht sozusagen einen Mittelweg, der im Vorliegenden (zumindest meiner Meinung nach) genau der richtige war. Über etliche Plot-Gemeinsamkeiten hinaus lassen sich in fast allen Bereichen noch weitere Verbindungen zu Holland’s Film entdecken, die sich von Entscheidungen beim Creature-Design bis hin zu einem netten Cameo Chris Sarandons erstrecken, der damals ja den charismatischen Blutsauger verkörperte. Während derartige Details und Dinge (wie Jerry’s Essen von Äpfeln) die Fans durchaus zufrieden stellen sollten, sorgten Abänderungen und Neuerungen indes sowohl für eine stimmige Übertragung der Ereignisse in die Gegenwart als auch für Abwechslung innerhalb der (im Groben nunmal bekannten) Verlaufsentfaltung. Neben Elementen wie den zu jener Zeit üblichen Umgangsformen und Familien-Strukturen, der Einbindung spezieller Möglichkeiten der Technik sowie der Addition verschiedener neuer Beweggründe und Setpieces – von denen die meisten übrigens wirklich ansprechend geraten sind – ist es vor allem die Verlegung der Location von einem typischen amerikanischen Vorort ins äußere Stadtgebiet der Wüstenmetropole Las Vegas, die einen wahrhaft inspirierten Eindruck hervorruft. Aus der Luft ist zu erkennen, dass die Siedlung nur wenige Straßenzüge umfasst, vollständig von Ödland umgeben ist sowie nahezu identische Häuser und Grundstücke aufweist: Ein angrenzend surrealer Anblick. Vorrangig leben dort Leute, die nachts in den Clubs und Casinos der City arbeiten – weshalb sie ihre Fenster häufig abgedunkelt haben, kaum mit ihren Nachbarn in Kontakt stehen sowie des Öfteren umziehen. Entsprechend bildet diese so genannte Transient Community geradezu ein perfektes „Territorium“ für einen Vampir…

Dank ihrer Mitarbeit an der „Buffy the Vampire Slayer“ Serie – für welche sie 23 Episoden verfasste – erwarb sich Noxon in bestimmten Kreisen einen geachteten Namen und empfahl sich dadurch somit förmlich für diese „Neuinterpretation“. Geschickt behielt sie gewisse zentrale Eigenschaften des Ausgangsmaterials bei, variierte diese gemäß ihren Vorstellungen bzw. der veränderten Herangehensweise, kleidete alles in ein den 2010ern entsprechendes „Gewand“ (bspw. per Hinzugabe aktueller Popkultur-Referenzen) und füllte die „inhaltlichen Zwischenräume“ mit prima aufeinander abgestimmten Action-, Drama-, Komik- und Horror-Komponenten aus. Trotz cleverer Gags und amüsanter Situationen, die in erster Linie aus einer Reihe vergnüglicher Interaktionen sowie dem „augenzwinkernden Umgang“ mit Vampir-typischen Regeln und Verhaltensweisen (wie die Sache mit dem Überschreiten der Türschwelle) heraus entstehen, wird der Film zum Glück aber nie zu vordergründig witzig. Vom Einstieg aus an wird einem via einer schön spannend, düster und blutig daherkommenden Pre-Credits-Sequenz veranschaulicht, dass es sich bei dem Werk eben um keine „weichgespülte PG-13-Kost“ handelt, sondern um einen erfreulich „mündigen“ Genre-Vertreter. In seiner ersten halben Stunde komprimiert das Remake bereits einen größeren Teil der Originalstory – was in einem zügigen Tempo zubuche schlägt, ohne dabei jedoch eine vernünftige Einführung der Figuren zu vernachlässigen, zu denen man rasch eine passable Verbindung aufzubauen vermag. Neben der angeknacksten Freundschaft von Ed und Charley gibt es zwar kaum echte dramatische Konflikte – u.a. da die Beziehungen zu seiner Mom und Amy recht gefestigter Natur sind – und erinnert einen im Mittelakt so einiges an manch anderen Streifen (á la „Disturbia“; samt etwaiger Verdächtigungen und Herumschleichungen) – allerdings bleibt das Ganze stets unterhaltsam und entfaltet sich mit einer stattlichen Zahl abwechslungsreicher Szenarien aufwartend…

Charley ist ein bodenständiger, nicht unbedingt aus der Masse der Kids herausragender High School Schüler, der von dem leider viel zu früh von uns gegangenen Anton Yelchin („Odd Thomas“) mit Ausstrahlung sowie merklichem Spaß an der Rolle dargeboten wird. Eingangs verwehrt ihm sein egoistisches Verhalten seinen alten Kumpels gegenüber – von denen er sich zugunsten einer vermeintlich höheren Akzeptanz bestimmter Kreise ja „distanziert“ hatte – den umfänglichen Sympathiezuspruch des Zuschauers – doch kommt er im Zuge der sich entwickelnden Geschehnisse noch zu einigen ihn durchaus (nicht nur in dieser Hinsicht) reifen lassenden Erkenntnissen. Ihm entgegen steht Colin Farrell („Solace“) als Jerry – seines Zeichens ein Vampir ohne einer tragischen Backstory, der nicht nach Alternativen fürs Stillen seines Verlangens nach menschlichem Blut sucht und auch nicht „in der Sonne glitzert“: Ein nonchalanter Part, welchen der Ire auf eigenwillige, aber reizvolle Weise meistert. Durchtrainiert, mit kurzen schwarzen Haaren, modischen Klamotten und einem arg lässigen Auftreten, vermittelt er massiven männlichen Sex-Appeal, der unterschiedliche Elemente eines „Bad-Boys“, geheimnisvollen Fremden und eiskalten Killers in sich vereint. Dazu noch ein dunkler Sinn für Humor sowie ein paar köstliche Momente – wie sein Anfauchen der Sonne in einer Szene oder jedes Mal, wenn er jemanden mit Guy anspricht: Klasse! Der enge Lederhosen und längeres künstliches Haar tragende sowie gern Absinth trinkende, nach den Genre-Ikonen Peter Cushing und Vincent Price benannte Peter Vincent wird (im Gegensatz zu dem eher „theatralischen“ Ansatz Roddy McDowalls im Original) vom Schotten David Tennant (TV’s „Doctor Who“) ungefähr wie eine Kreuzung aus Chris Angel und Russell Brand präsentiert bzw. portraitiert – was spaßig beizuwohnen ist und in der Form auch besser funktioniert als eine zum Schluss hin noch eingeführte, seiner Figur mehr „Tiefgang“ zugestehen sollende dramatisch-ernste Komponente…

Nach seinen Auftritten als McLovin und Red Mist in „Superbad“ und „Kick-Ass“ verfügte Christopher Mintz-Plasse bereits über genügend Erfahrung im Mimen von geeky/nerdy Außenseiter-Persönlichkeiten – mit ihm Ed in diesem Fall sehr ähnlich verkörpernd: Per se keineswegs verkehrt, das – sofern man sich mit seiner Art (zumindest einigermaßen) anzufreunden vermag. Um Charley dazu zu bewegen, dem Verschwinden Adams überhaupt ein Stück weit nachzugehen, droht er jenem etwa damit, ein früher mal aufgenommenes Homevideo (der drei verkleideten Buddys beim launigen Rollenspiel) im Internet zu verbreiten – was dessen aktuellem Ruf ja vermutlich schaden würde – bevor er seinem inoffiziellen Spitznamen Evil Ed dann noch vollends alle Ehre macht. Gewiss ihrer vorherigen Zusammenarbeit mit Gillespie im Rahmen der Serie „United States of Tara“ zu verdanken, konnte für den Part von Charley’s Mutter derweil die preisgekrönte Australierin Toni Collette („Hereditary“) gewonnen werden: Tendenziell unterfordert – aber dennoch mit Engagement zugange – macht sie das Beste aus dem ihr gegebenen Material. Vergleichbar „verschenkt“ wurde das eigentliche Potenzial der zuvor aus Werken wie „Cracks“ oder „28 Weeks later“ bekannten talentierten Britin Imogen Poots – welche für „Green Room“ später ja erneut mit Yelchin vor der Kamera stand: Im Unterschied zur ’85er Version ist Amy nun die sexuell regere in der Beziehung – und entpuppt sich überdies als weniger klischeehaft als eingangs befürchtet. Darüber hinaus sind u.a. noch Dave Franco („Day Shift“) und Sängerin Lisa Loeb mit von der Partie – und dürfen ruhig auch noch zwei für mehr als nur nettes Eye Candy sorgende Girls Erwähnung finden; nämlich Sandra Vergara („God bless America“) als Vincent’s temperamentvolle Geliebte Ginger sowie Emily Montague („the Endless“) als exotische Tänzerin Doris, welche über ihre komplette Screen-Time hinweg immer wieder einprägsame Eindrücke hinterlässt…

Unverkennbar hatte Gillespie („Lars and the real Girl“) bei seinem Debüt in diesem Genre die gesamte Angelegenheit genauso gut im Griff wie seine bisherigen Dramen und Komödien: Seine Inszenierung ist rundum achtbar – inklusive der notwendigen Energie und Direktheit sowie eines soliden Gespürs für Suspense und Jump-Scares. Sowohl die spannungstreibenden Sequenzen – allen voran eine packende (und wirkungsvoll ausgehende), in der Charley eines der Opfer Jerrys zu befreien versucht – wie auch die verschiedenen Action-Setpieces haben er und sein Team ohne Anlass zur Klage in Szene gesetzt. Eine ausgedehnte One-Shot-Ereignisfolge, welche im vermeintlich sicheren Haus der Brewsters beginnt und schließlich auf einer einsamen Wüstenstraße ihren Ausklang erfährt – samt solcher Elemente wie einer Gasexplosion, einem meterweit geschleuderten Motorrad, einer rasanten Verfolgungsjagd und einem zweckentfremdeten Immobilien-Schild – ist in diesem Zusammenhang das wohl auffälligste der Highlights. Primär in Albuquerque gedreht sowie um etliche schillernde Vegas-Impressionen ergänzt, wissen die Locations und Ausstattung zu gefallen – darunter die schicke Einrichtung von Vincent’s Luxushotel-Penthouse, in dem er u.a. eine ansehnliche Waffen- und Antiquitätensammlung aufbewahrt. Gewohnt hochwertig kommt Javier Aguirresarobe’s („the Road“) Bebilderung daher, der Score Ramin Djawadis („the Great Wall“) geht in Ordnung und die Handmade-F/X-Kreationen aus der renommierten KNB-Schmiede sind spitze – wohingegen die CGI-Effekte leider ein wenig enttäuschen und dabei den Charme der „alten“ Latex-Masken vermissen lassen (obgleich man sich vom Design her sichtlich an diesen orientiert hat). Somit bleibt jetzt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass auch dieses Werk nicht frei von Logikschwächen (gerade im Bereich „der Behörden“) ist, dass der mit einer netten Cover-Version von Jay-Z’s „99 Problems“ sowie einigen der besten vorangegangenen Einstellungen unterlegte Abspann cool arrangiert wurde sowie der Streifen auch Jahre später noch immer einen Watch wert ist…

Fazit: Den Machern von „Fright Night“ (2011) ist es gelungen, bei ihrem Remake den „Geist“ des geschätzten Achtzigerjahre-Originals (einschließlich einer Vielzahl seiner Vorzüge) beizubehalten, während zugleich jedoch auch genügend Veränderungen an der zugrunde liegenden Geschichte vorgenommen wurden, um eigene neue Akzente zu setzen und die Materie in angepasster Form erfolgreich zu moderisieren. Herausgekommen ist dabei eine ebenso gut besetzte wie gespielte, anständig realisierte R-rated-Horror-Comedy der kurzweilig-unterhaltsamen Art…

starke7 von 10

Hierzulande ist „Fright Night“ auf DVD und BluRay erhältlich.

Stefan Seidl

Fright Night

(© DreamWorks & Walt Disney Studios)

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Copyright der „Fright Night“ Cover-/Postermotive und Pics: DreamWorks Pictures / Reliance Ent. / Michael De Luca Productions / Gaeta, Rosenzweig Films / Walt Disney Studios Motion Pictures (D)__ Freigabe der dt. VÖ: FSK-16__ DVD/BluRay: ja/ja

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Categorised in: Horror, the Horror Pit

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