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Death Zone – Tödlicher Verrat

Originaltitel: Dead Drop__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: R. Ellis Frazier__Darsteller: Luke Goss, Cole Hauser, Nestor Carbonell, David Del Rio, Carolina Castro, David Fernandez Jr., Jill Remez, Daniel Faraldo, Jack Carlisle, Denitza García u.a.
Death Zone

Luke Goss als Undercover-Cop in “Death Zone”

Wortfetzen. Ein Schuss. Verzerrte Bilder, aus denen auf einmal ein Mann auf die Kamera zugeflogen kommt. Er taucht tief ein in das Meer, über welches das Flugzeuge flog, aus dem er soeben geworfen wurde. Sein Name ist Michael. Er ist ein verdeckt operierender CIA Agent, der die Organisation des Kriminellen Santiago unterwandern sollte. Zwei Jahre tauchte er tief ein in einen Morast aus Verbrechen und Korruption und wurde der beste Freund des Gangsterbosses. Doch als der den Verdacht hegt, dass Michael ihn betrügt, schmeißt er ihn aus seinem Flugzeug. Doch Michael überlebt. Und er brennt darauf, sich an Santiago zu rächen. Gegen den Willen seiner Vorgesetzten bricht er auf, um Santiago zu jagen und sich sein altes Leben zurückzuholen. Doch sowohl Santiagos Henchmen als auch seine Vorgesetzten wollen den rachsüchtigen Michael aufhalten und bringen seine große Liebe Rosita in Lebensgefahr…

„Death Zone“ aka „Dead Drop“ erzählt eine wirklich simple, absolut auf das Notwendigste herunter gebrochene Story, die man so oder ähnlich bereits zigmal gesehen hat. Dabei gelingt es nicht einmal, irgendwelche Alleinstellungsmerkmale etablieren zu können: Weder gibt es überraschende Wendungen noch interessante Figuren und irgendwann beschränkt sich „Death Zone“ schlicht und ergreifend darauf, zu filmen, wie Michael aus einem Auto aussteigt, Bäddies umnietet, wieder einsteigt, zu den nächsten Bäddies fährt und diese umnietet. Das zieht der Film bis zum etwas arg enttäuschenden Showdown kaltschnäuzig durch und selbst dem genügsamsten Actionfan kommen schnell Zweifel, ob man das wirklich noch als funktionales Storytelling bezeichnen kann. Auch fragt man sich permanent, wieso es dem Drehbuch so egal ist, wie seine Figuren ticken.

Warum vertiefte man nicht die beständig behauptete Freundschaft zwischen Michael und Santiago und strickte eine tolle, emotional aufgeladene Verratsgeschichte darum? Warum fokussierte man nicht lieber auf die Undercoverstory? Warum weiß man nach dem Film von keiner der Figuren irgendetwas? Wieso schafft es „Death Zone“ nicht, die früh im Film steigenden Konfrontationen zwischen Michael und Santiago spannender zu gestalten? Wenn Santiago nämlich das dritte oder vierte Mal mir nichts dir nichts vor Michael fliehen kann, fragt man sich folgerichtig schon, ob dieser nicht einfach zu blöd ist, seine Rache zu vollziehen. Zumal Santiago ein Gangster der Sorte ist, der auf seiner Ranch heulend seinen Pferden beim Herumgaloppieren zuschaut! Und was das Ende des Filmes soll, versteht man dann irgendwann gleich gar nicht mehr. Soll Michael plötzlich ambivalent angehaucht werden? Ist es dafür nicht ein wenig zu spät?

Death Zone

Luke Goss beißt sich durch! Kein Problem mit solchen Beißern!

Dennoch, und das ist das eigentlich Erstaunliche, langweilt „Death Zone“ keine Sekunde! Eigentlich ein Wunder, wenn man sich die Geschichte des Filmes anschaut. Einen großen Anteil daran hat Luke Goss („Blade 2“) als Michael, der sich erneut als Jason Statham des B-Filmes versucht und vor allem in den zahlreichen, allerdings recht kurzen, Actionszenen vollends überzeugen kann. Beidhändig ballernd nietet er die Halunken um und kann auch im Infight mit einigen netten Moves und verteilten Genickbrüchen punkten. Auch Nestor Carbonell („The Dark Knight Rises“) als Goss’ Antipode versprüht einiges Charisma, wird aber leider vom Drehbuch komplett vergessen und darf niemals wirklich auftrumpfen. Die restlichen Darsteller leisten ordentliche Arbeit, bekannt ist dabei aber nur noch Cole Hauser („Olympus has Fallen“), den man allerdings mühelos aus dem Film hätte schneiden könne, ohne dass man sein Fehlen irgendwie bemerkt hätte. Das sollte alles zur Wichtigkeit seines Charakters sagen…

Die Action besteht vorwiegend aus kurzen und knackigen Shootouts, in denen sowohl ordentlich blaue Bohnen verteilt werden als auch diverse Blutbeutel platzen dürfen. Kleinere Verfolgungsjagden zu Fuß und vollkommen unspektakuläre Car Chases runden das Action-Potpourri ab. Woran es leider fehlt, sind echte Highlight-Szenen. Zwar gibt es innerhalb der einzelnen Sequenzen immer wieder sehr cool inszenierte Momente (etwa die coole „Aus-dem-Auto-aussteig-und-losballer“ Szene), davon abgesehen bewegen sich aber alle Actionmomente auf einem ähnlichen Niveau was Aufwand und Spektakelfaktor angeht. Und der bereits erwähnte, arg trantütige Showdown ist eigentlich ein einziges Ärgernis.

Death Zone

Das Glück der Erde liegt auf den Rücken der Pferde *schnüff*

Ein absoluter Volltreffer ist dagegen die Optik des Streifens! Anthony J. Rickert-Epsteins Kameraarbeit verleiht „Death Zone“ einen megaedlen Look, die ihm in den belanglosen Handlungsszenen eine fast schon elegische Anmut verleiht. Die Einstellungen wirken durchdacht, es wird wenig geschnitten und so manches Setpiece wie der Autofriedhof in bergigem Gelände wirkt wie aus einem A-Film gefallen! Von der bereits erwähnten Pferde-Weiner-Szene ganz zu schweigen – die ist optisch nämlich ganz groß! Das südamerikanische Setting, „Death Zone“ spielt in Mexiko, sorgt für satte Farben und ist ein fettes Ausrufezeichen gegen diverse Ostblockstinker. Zwar dominieren auch in „Death Zone“ eher menschenleere und langweilige Settings, aber zumindest strahlen jene ein absolut passiges Flair aus. In der Action dreht „Death Zone“ dann richtig auf. Denn plötzlich wird die Kamera richtig dynamisch! Kurze Zeitlupeneinlagen und Fast Forward Sequenzen gehören ebenfalls zum jetzt vorherrschenden guten Ton wie eine leicht wacklige Steadycamoptik. Allerdings wird die Wackelkameraoptik niemals bis zum Exzess getrieben und die Übersicht bleibt rundweg erhalten. Der stimmige Score und einige coole Songs runden den gelungenen technischen Eindruck des B-Actioners trefflich ab.

Death Zone

Ich niet’ dich um!

Am Ende bleibt ein Streifen, der in seiner Story selbst die handlungstechnisch schlichtesten Streifen des Genres noch zu unterbieten versteht, von seinem Hauptdarsteller, nett inszenierter Action und einer starken Optik aber halbwegs anständig über die Runden gebracht wird. Leider hat man bei wirklich so gut wie jeder Szene den Eindruck, dass hier mit ein bisschen mehr ins Drehbuch investierter Hirnleistung viel mehr drin gewesen wäre. Zumindest für Actionvielseher ist „Death Zone“ bei heruntergeschraubter Erwartungshaltung aber zumindest einen Blick wert. Und sei es nur, um zu würdigen, dass man dumme Actioner auch fernab des Ostblocks inszenieren kann.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt am 28. Mai 2014 von Eurovideo in den Handel und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten. Beide überzeugen vor allem bildtechnisch! Extras zur Entstehung des Filmes findet man auf den Datenträgern leider keine.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Eurovideo__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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