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Scooby! Voll verwedelt

Originaltitel: Scoob!__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2020__Regie: Tony Cervone__Darsteller: Will Forte, Mark Wahlberg, Jason Isaacs, Gina Rodriguez, Zac Efron, Amanda Seyfried, Kiersey Clemons, Ken Jeong, Tracy Morgan u.a.
Scooby! Voll verwedelt mit Mark Wahlberg als Sprecher

Mark Wahlberg spricht in dem Animationsfilm “Scooby! Voll verwedelt” einen nichtsnutzigen Superheld.

1969 wurde die erste von insgesamt 414 Episoden der von Hanna-Barbera produzierten Zeichentrickserie Scooby Doo ausgestrahlt. Der Animationsfilm „Scooby!“ von Regisseur Tony Cervone präsentiert zum einen die Anfänge der Mystery Inc. und zum anderen ein komplett neues Abenteuer.

Als wir Scooby-Doo in dem Animationsfilm zum ersten Mal begegnen, klaut die Deutsche Dogge gerade einen Gyros-Spieß. Von einem Fahrrad-Cop verfolgt, kreuzen sich Scoobys Wege alsbald mit jenen von Loser Shaggy. Zwischen den beiden funkt es sofort und aus den unfreiwilligen Einzelgängern werden beste Freunde. Als beide Freunde bei einem Halloween-Fest von ein paar Bullies aufgemischt werden, eilen Fred, Daphne und Velma zur Hilfe. Ganz nebenbei lösen die zusammengewürfelten Teens einen Kriminalfall und enttarnen ein Gespenst als alles andere als paranormal. Die Mystery Inc. ist geboren.

Über die Jahre klärt das Team mit sich einander ergänzenden Fähig- und Fertigkeiten immer mehr verzwickte Kriminalfälle. Bald wollen sie den nächsten Schritt wagen und größere Verbrechen auflösen. Dazu benötigen sie einen Investor. Doch der ist vor allem von Scooby und Shaggy wenig angetan und will die Taugenichtse nicht bezahlen müssen. Wohl oder übel trennen sich die Wege der Mystery Inc., was Scooby und Shaggy nur schwer verkraften. Sie beschließen, sich den Frust bei einer Partie Bowling von der Seele zu spielen.

Doch dabei werden sie von fiesen Minirobotern attackiert. Rettung in höchster Not bringt ein Traktorstrahl, der die beiden Schluffis in eine Art Raumschiff transportiert. Dieses gehört Blue Falcon, dem Lieblingshelden von Shaggy. Allerdings ist Blue Falcon längst in Rente gegangen und hat seinen Job als Superheld an seinen leicht nichtsnutzigen Sohn Brian weitergereicht.

Gemeinsam finden sie heraus, dass ein Fieswicht namens Dick Dastardly (der das „Heimtückische“ bereits im Namen trägt) Scooby Doo braucht, um das Geheimnis der drei Schädel des Cerberus zu lösen und so den Weg freizumachen zu einem gigantischen Schatz. Während Scooby Doo und Shaggy sich des Problems auf ihre verschrobene Art und Weise annehmen, kommen auch ihre „ehemaligen“ Mystery-Inc.-Freunde alsbald hinter Dick Dastardlys Pläne.

Schaut in den Animationsfilm mit Mark Wahlberg in einer Sprechrolle hinein

httpv://www.youtube.com/watch?v=z-9kmrfF0s0

Der Beginn von „Scooby! Voll verwedelt“ funktioniert zunächst wie eine Episode der langlebigen Zeichentrickserie. Zwar liegt der Fokus der Erzählung auf dem Kennenlernen der Mystery Inc., parallel lösen die Helden aber im gewohnten Stil einen Kriminalfall, dessen paranormale Elemente nur Ablenkung bilden und schnell als allzu weltlicher Mummenschanz enttarnt werden. Das hat ordentlich Tempo und schleudert den Zuschauer mittenrein in die Charaktere und die immer ein wenig hektisch bleibende Erzählweise.

Wähnt man sich aufgrund der eher simpel strukturierten Einführung in den Film zu Beginn noch in einem astreinen Kinderfilm, ändert sich der Eindruck alsbald. Dafür sorgen vor allem die neu eingeführten Figuren rund um Superheld Blue Falcon und den Filmbösewicht Dick Dastardly. Diese rücken „Scooby! Voll verwedelt“ auch anhand ihrer Ausrüstung und Kameraden eher in Richtung Superheldenparodie denn in Richtung einer normalen Fernsehepisode. Ein frischer Ansatz, der ganz sicher auch den beiden Realverfilmungen von 2002 und ganz sicher jener von 2004 gut getan hätte.

Die dabei gezündeten Einfälle holen auch den erwachsenen Zuschauer ab, während die ganz jungen mit Scooby, Shaggy und einem coolen Roboterhund genug Identifikationsfiguren angeboten bekommen, um in der Handlung drin zu bleiben. Die Botschaften rund um den Wert von Freundschaft sollten ebenfalls beim jungen Publikum verfangen. Als Erwachsener würde man sich noch etwas mehr anarchischen Humor wünschen, zumal die produzierenden Warner Bros. bei Animationsfilmen sonst gerne frecher zu Werke gehen.

Dafür punkten die Macher mit der Technik ihres Streifens. Während man zu Beginn noch etwas erschrocken auf die detailarmen, dafür nah an der Vorlage entlang animierten Heldenfiguren starrt (wo andere gerne mit aufwändigen Fellanimationen protzen, bleibt Scoobys Haarputz eher sehr schlicht), legt „Scooby!“ mit zunehmender Laufzeit immer mehr an Detailfreude und Detailfülle (bis hin zur Reizüberflutung) zu. Die satte Farbpalette sorgt für eine schmissige Optik und die virtuelle Kamera gibt sich angenehm dynamisch. Der Soundtrack bleibt dagegen leider ein wenig zu sehr im Hintergrund verhaftet.

In Sachen Sprecher muss man zwingend Mark Wahlberg („Infinite“) als Brian hervorheben. Der Mime hat hörbaren Spaß an seinem im Grunde nichtsnutzigen, nur auf schnellen Fame ausgerichteten Superhelden und erweckt die Parodie auf Superhelden überzeugend zum Leben. Weitere Sprechrollen gingen zum Beispiel an Zac Efron („Baywatch“) als Fred, Amanda Seyfried („Ted 2“) als Daphne, Gina Rodriguez („Deepwater Horizon“) als Velma, Tracy Morgan („Cop Out“) als Captain Caveman, Jason Isaacs („Skyfire“) als Dick Dastardly und Ken Jeong („Boss Level“) als Roboterhund Dynomutt. Sie und die anderen Sprecher machen einen mehr als ordentlichen Job.

Scooby-Doo ist in „Scooby! Voll verwedelt“ nicht mehr der Alte

„Scooby! Voll verwedelt“ hat mit den Episoden der alten Fernsehserie nicht viel gemein. Es ist aber auch fraglich, ob die Serie in der altbekannten Form heute noch ein junges Publikum erreichen würde. Diese dürfte den Kids von heute deutlich zu langsam sein. Diesen „Vorwurf“ kann man „Scooby!“ nun definitiv nicht machen. Denn der Film steigt flott ein und legt durchgehend munter noch die eine oder andere Schippe drauf. Das sehr hohe Tempo lässt allerdings kaum Charaktertiefe oder glaubwürdige Motivationen der Figuren zu.

Warum sich etwa Fred, Daphne und Velma zu Beginn des Filmes so schnell von ihren Freunden Scooby und Shaggy lossagen, ist mit Sicht auf die Fernsehserie und die hier etablierten Figurenbeziehungen genauso wenig nachvollziehbar, wie das aus dem Nichts kommende Bestreben, sich wieder mit den geschassten Freunden zu vereinen. Ungelenk muten zudem ein paar Entlehnungen des Filmes an: So erinnert Dastardlys Hund seltsam an den Grüffelo und die kleinen Roboter des Fieswichtes sind eine ziemlich dreiste Kopie der Minions.

Was am Ende bleibt, ist ein temporeicher, gut animierter und definitiv unterhaltsamer Animationsfilmsnack für einen verregneten Nachmittag. Weit entfernt von ganz großen Animationsmeisterwerken der Marke Pixar. Diese, und da kann man ruhig ehrlich bleiben, hatte „Scooby! Voll verwedelt“ aber auch nie im Blick.

6 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film kommt von Warner Bros. und hat eine Freigabe ab 6 Jahren. Ein paar kleine Extras zum Film finden sich ebenfalls auf den Datenträgern. So könnt ihr beispielsweise lernen, wie man Scooby Doo zeichnet.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Warner Bros.__Freigabe: FSK 6__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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