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The Cloth – Kampf mit dem Teufel

Originaltitel: The Cloth__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Justin Price__Darsteller: Danny Trejo, Eric Roberts, Rachele Brooke Smith, Justin Price, Robert Miano, Lassiter Holmes, Kyler Willett, Cameron White, Steven Brand, Perla Rodríguez u.a.
The Cloth

Eric Roberts und Danny Trejo im Horrorschund “The Cloth”.

Jasons Vater wurde vor über zehn Jahren ermordet. Bei einer Bewährungsanhörung wird der Mörder seines Vaters wider Erwarten weit vor dem Ablauf seiner eigentlichen Strafe freigelassen. Und als wäre dies nicht genug, nimmt auch noch ein Freund seines Vaters nach der Anhörung Kontakt mit Jason auf und bittet ihn, ihn an einer alten Kirche zu treffen. Widerwillig erscheint Jason an dem verfallenen Gemäuer und wird nun darüber informiert, dass sein Vater einst einer alten Geheimorganisation der katholischen Kirche angehörte, die sich mit Dämonen, Exorzismen und Besessenheitsfällen aus- einandersetzte.

Bei einem ihrer letzten Einsätze hat die Organisation einen ihrer wichtigsten Mit- streiter verloren und darum nun Jason als dessen Nachfolger auserkoren. Aus welchem Grund auch immer. Als man Jason auch noch ein dämonisches Wesen, das man unter der Kirche gefangenhält, präsentiert, willigt er in das Angebot ein und beginnt fortan mit den anderen Priestern des Geheimordens gegen die Dämonen dieser Welt anzukämpfen. Dabei gilt es vor allem den Dämon Kasdeya einzubremsen, arbeitet der doch gerade intensiv daran, für Belzebub den Weg auf unsere Erde freizumachen…

„The Cloth“ beginnt mit einem Exorzismus an einer sehr hübschen, ungemein gelenkigen, jungen Dame, der man immer wieder so beherzt zwischen die Beine filmt, dass man(n) schnell erkennt, dass die Farbe der Schambehaarung der Frau der ihres Haupthaares entspricht. Dazu setzt es seltsamen CGI-Atemnebel und den typischen Mischmasch aus gebrummelten religiösen Texten, dämonischen Stimmen, Blutgespucke und markigen Ansagen aus Richtung des Dämons. Eine seltsam morphende Waffe und ein scheußlich mieser 3D-Effekt beenden den Prolog des Filmes und damit auch die übliche Exorzismus-Routine. Denn „The Cloth“ geht ab sofort einen actionlastigeren Weg und mutiert zu einer sehr sehr sehr schlechten „Buffy“-Folge.

The Cloth

Danny Trejo gibt einen Exorzismen ausführenden Priester.

Weder hat der folgende Kokolores irgendein Gespür für eine stimmige Story noch für ordentliche Charaktere geschweige denn nachvollziehbare Handlungsmotive. Anstatt eine Story zu entwickeln, nietet Jason ab sofort nur noch mit morphenden, gesegneten Waffen ganze Heerscharen von Dämonen um, die entweder wie die „Buffy“-Vampire verpuffen, als Blutfleck an der Wand enden oder aber in ihre Einzelteile zerplatzen. Die Besessenen erkennt man am Mehl im Gesicht und den leuchtenden Augen und sobald sie erkannt werden, kommen seltsame Tentakel aus ihrem Mund oder sie stürmen kopflos auf den Helden zu. Der darf dann irgendwann zusammenhanglos erfahren, wer seinen Vater wirklich ermordet hat und was Belzebub auf der Erde will. Mehr „Einfälle“ hat die Geschichte von „The Cloth“ nicht zu bieten. Dafür ist der Streifen mal so richtig schlecht inszeniert… Manchem reicht das ja, um sich mit einem Film gut zu amüsieren.

The Cloth

Huibuh! Dämonen!

So sind sämtliche Effekte des mit viel zu vielen Effekten hantierenden Streifens mal so richtig mies geraten! Dagegen sind die miesesten „The Asylum“-Effekte oscarwürdig. Zum Glück erkennt man die haarsträubende Qualität vieler Effekte gar nicht, weil „The Cloth“ so mies montiert wurde, dass man größtenteils keine Ahnung hat, was da gerade auf dem Bildschirm abgeht. Hier und da meint man es zumindest zu hören. Auch schien dem Regisseur Justin Price, der auch noch den Seelen sammelnden Dämon Kasdeya spielt, nicht bewusst zu sein, was der Unterschied zwischen dem Widescreen- und dem 16:9 Bildformat ist. Ergo reden hier manche Darsteller ungelogen mit den von oben her bis zur Nase abgeschnitten Unterköpfen anderer Darsteller. Allgemein scheint Price kein Gespür für die Bildaufteilung zu haben, kippen doch diverse Inhalte gut, gerne und häufig links und rechts aus dem Bildausschnitt! So sparte man zwar auch Geld für diverse Effekte, die dann im Off steigen, es wirkt aber auch wirklich total unfähig. Abgesehen von derartigen „Problemfeldern“ bietet „The Cloth“ den üblichen HD-Videolook-Matsch und hat keinerlei Gespür für Atmosphäre oder starke Bilder. Eine Ausnahme bildet der den Film eröffnende Exorzismus, der erstaunlich stilsicher inszeniert ist und – kleinere Problemchen ausgenommen – tatsächlich auf den kommenden Rest hoffen lässt. Zum Soundtrack muss man keine großen Worte verlieren, der wird in der deutschen Synchronfassung nämlich andauernd von irgendwelchen Stimmen und Geräuschen übertönt. Allgemein ist die Synchronisation wahrhaft pornös geraten…

Warum schaust du dir solchen Schund eigentlich andauernd an, höre ich euch fragen? Nun, weil mit Danny Trejo („Machete“) und Eric Roberts („The Expendables“) zwei Darsteller mitspielen, die nicht zwingend für Qualität bürgen, die man aber durchaus gerne in Schund wie diesem sieht. Doch sollte jemand mit dem Gedanken spielen, „The Cloth“ wegen den beiden B-Recken zu sichten, sei ihm davon herzlichst abgeraten. Trejo kommt auf zwei Auftritte im Film, Roberts bringt es immerhin auf drei, ist für den Film aber genauso egal wie Trejo. Dementsprechend motiviert fallen die Auftritte der beiden auch aus. Nur Roberts amüsiert mit einem seltsamen Make-Up, das wirkt, als sei seine Priesterfigur häufiger in Prügeleien verwickelt.

The Cloth

Auch dabei: Eric Roberts! Fragt sich nur warum?

Zugegeben, der jugendliche Held der Chose schlägt sich gar nicht mal so schlecht, diverse Ideen um die Waffen des Geheimordens sind gar nicht mal übel und auch die Schlagzahl der Action ist mehr als stimmig, aber das Drumherum ist einfach eine einzige Katastrophe. Die Geschichte ist lahm und uninspiriert, die Dialoge sind richtig dämlich, die Nebendarsteller erweisen sich als durchweg mies und nicht einmal der Tits and Ass Faktor stimmt. Miese Effekte, eine katastrophale Montage und das filmische Unvermögen des Regisseurs oder seines Kameramannes machen den filmischen Totalausfall komplett. Und wer auf die Idee gekommen ist, diesen Gigatrash in 3D zu drehen, scheint ein grenzenloser Optimist gewesen zu sein. Die deutsche Synchronisation gibt „The Cloth“ vollends den Rest. Nicht einmal Fans von Danny Trejo oder Eric Roberts werden an diesem Film ihre Freude haben.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von Maritim Pictures und ist mit einer FSK 18 Freigabe uncut.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Maritim Pictures__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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