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Thieves Highway

Originaltitel: Thieves Highway__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2025__ Regie: Jesse V. Johnson__ Darsteller: Aaron Eckhart, Devon Sawa, Lucy Martin, Lochlyn Munro, Tracy „The D.O.C.“ Curry, Brooke Langton, Johnny Messner, Ronnie Gene Blevins, Michael Shamus Wiles, Michael Ferragamo, Shane Graham, Luke LaFontaine, Ava Paloma, Darin Cooper, …

Thieves Highway

Zum Trailer (engl. OV) geht’s hier!

Bei „Thieves Highway“ (2025) handelt es sich um ein von Travis Mills („Heart of the Gun“) verfasstes sowie von Jesse V. Johnson („One Ranger“) in Szene gesetztes Neo-Western-Crime-B-Movie, welches sich u.a. um Rindvieh-Diebstahl rankend im ländlichen Oklahoma entfaltet und einen unweigerlich ein Stück weit an bestimmte Taylor Sheridan TV-Shows erinnert. Ihr wisst schon: Mit kernigen Typen, die traditioneller Arbeit in einem Red State nachgehen sowie des Öfteren von den alten Zeiten (samt solcher Dinge wie Frontier Justice) reden. Mag das Stehlen von Kühen – die ihrerseits Steak- und Burger-Freunden ja schmackhaftes Beef bescheren – im ersten Moment (nicht bloß vor dem Background anderer Verbrechensformen) eher Schmunzeln erzeugend als Interesse erweckend klingen, muss man aber durchaus sagen, dass auf diesem Wege jährlich beträchtliche wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe verursacht werden. Überdies lässt einem eine Text-Tafel zu Beginn wissen: It devastates the People that in victimizes. Man merkt: Der Film nimmt das Ganze verdammt ernst…

Im Zentrum der erzählten Geschichte steht der fürs Department of Agriculture tätige Livestock-Officer Frank Bennett (Aaron Eckhart) – seines Zeichens ein erfahrener, verwitweter Beamter im Außendienst, der sich mit einem Anstieg der betreffenden Machenschaften in seinem Zuständigkeits-Bereich konfrontiert sieht. Die lokalen Farmer sind besorgt – worüber hinaus dem Publikum bereits im Rahmen des Prologs vor Augen geführt wurde, dass die Übeltäter auch vor dem Einsatz potentiell tödlicher Gewalt nicht zurückschrecken: Monate zuvor war ein Kollege Franks nämlich bei dem Versuch, eine kleine Gruppe jener zu stellen, brutal niedergeschlagen worden und ist seither querschnittsgelähmt. Jener Unglückselige wird von Johnny Messner gespielt, trägt den Namen Stone Camp und hatte in seinem Pickup „einfach mal so“ eine (einst zwischen 1921 und 1944 produzierte) Thompson-Maschinenpistole dabei. Immerhin ist Frank’s „frühere Flamme“ Sylvia (Brooke Langton) just in die Gegend zurückgekehrt: Frisch getrennt sowie auf Anhieb offen für ein Date mit ihm…

Frank ist ein old-school-charismatischer, nicht gerade sozial vernetzter Kerl. Was wird da wohl aus seinem Kumpel und Partner Bill (Lochlyn Munro) werden – einem dreifachen Familienvater, dessen Gattin erneut schwanger ist und der deshalb in Kürze einen anderen Job (am Schreibtisch) anzutreten gedenkt? Ja, genau. Wegen einiger Gegebenheiten wie diese harmoniert Mills‘ Skript nur bedingt mit der eingangs suggerierten „Seriosität“ der Materie – so dass einem schnell klar wird, es letztlich bloß nur mit klischeehafter Genre-Kost zu tun zu haben. Fraglos hätte einem das in Anbetracht der Mitwirkung von Leuten wie Johnson sowie der Produzenten Jon Keeyes („Deadlock“) und Corey Large („Anti-Life“) eigentlich gewahr sein müssen – doch war bei mir irgendwie noch ein Hauch an Hoffnung existent gewesen. Generell kann ich allerdings vermelden, dass „Thieves Highway“ einen tatsächlich brauchbarer zu unterhalten in der Lage ist, sobald der Story-Gehalt nach Bill’s Tod (zu Anfang des zweiten Drittels) im Prinzip auf ein strikt nicht mehr als funktionales Minimum absinkt…

Wie wir an jenen Punkt des Verlaufs gelangen, ist wie folgt: Auf der abendlichen Rückfahrt von einer Rinder-Auktion – als Bill und Frank in einen abgeschiedenen Diner auf ’nen Kaffee einkehren – fällt unserem Lead ein Typ (Devon Sawa als Jones) auf, der mit einem Vieh-Anhänger unterwegs ist sowie das Restaurant ohne zu zahlen verlässt – wobei Kellnerin Peggy (Lucy Martin) dazu aber meint, dass das kein Problem wäre, da er ein Stammgast sei sowie er die Rechnung auf seiner nächsten Tour garantiert begleichen würde. Nachdem die beiden „Cow Cops“ dann wieder aufbrechen sowie einige Meilen voran weitere (zu dieser späten Stunde: verdächtige) Transporter erspähen, hört Frank auf sein „Bauchgefühl“ und schaut sich die Sache gemeinsam mit Bill mal näher an. Mit der Sonne auf einmal aufgehend – was von der verstrichenen Zeit her übrigens keinerlei Sinn ergibt – entdecken sie stracks, dass da wirklich Diebe am Werk sind – und so entscheiden sie sich schließlich (inmitten eines Funk-Lochs) dazu, die fünf Männer allein dingfest zu machen: Eine Fehl-Einschätzung, die Bill das Leben kostet…

Frank gelingt es, ins umliegende Gelände zu entkommen – während die Verbrecher die Tiere fertig verladen, die Wagen der Beamten „außer Gefecht setzen“ sowie die texanische Staatsgrenze ansteuern. Geschossen hat Jones – und das mit Camp’s MP aus dem Prolog – seine Komplizen sind Kurt (Ronnie Gene Blevins), Harris (Michael Ferragamo), Thad (Shane Graham) und Fat Phillip (Luke LaFontaine). Ohne Handy-Empfang sowie fernab eines Festnetz-Apparats, deckt Frank Bill’s Leichnam mit dessen Jacke zu und joggt los – begegnet zu seinem Glück nach einigen hundert Metern aber dem Einsiedler Axsel (Tracy Curry), der ihn widerwillig (sich gemäß seines off-the-Grid-Bestrebens normalerweise nirgends einmischen wollend) in seinem Pickup bis zum Highway mitnimmt. Von dort aus hastet er weiter zu dem Diner von letzter Nacht – wo er die in einem Caravan dahinter wohnende Peggy via energisches Klopfen aufweckt sowie darum bittet, das Telefon drinnen benutzen zu dürfen. Und mit sie und Jones sich ja kennend, stehen Frank’s Chancen auf Gerechtigkeit nun plötzlich ebenfalls besser…

An dieser Stelle ist „Thieves Highway“ so ziemlich exakt halb vorüber. In der Unterzahl – aber entschlossen und findig – entbrennt fortan ein Katz&Maus-Spiel zwischen Frank und den nach einem Anruf kurzerhand zurückkehrenden Baddies – mit dem Streifen sich da wiederum wenig um realistische Glaubhaftigkeit hinsichtlich damit verbundener Dauern und Distanzen scherend – was postwendend zu einer Reihe von Scharmützeln mit dem resoluten Haudegen führt. Inhaltlich simpel und nahezu linear gestrickt, hat sich Mills von klassischen Western inspirieren lassen – jene Geschehnisse in die Gegenwart verlegt und eine Region als Setting auserwählt, in der viele heute noch ihre Häupter mit Cowboy-Hüten bedecken, die Rinder-Zucht das Einkommen einer Menge Personen sichert, anscheinend geradezu jeder Waffen in Griffweite hat, die politische Ausrichtung mehrheitlich republikanisch geartet ist sowie Gewalt zur Lösung gewisser Konflikte nicht unbedingt als „verpönt“ gilt. Von der Mentalität und den Motiven her ist das Gebotene also durchaus stimmiger Beschaffenheit…

Die Charaktere wurden allesamt nicht komplexer als oberflächlich-zweckdienlich ausgestaltet – spärlich-schlichte Dialogzeilen (des Öfteren im hard-boiled-Stil) inklusive. Figuren ähnlich seiner hier (verbissen, tough, mit einer tragischen Vergangenheit etc.) hat Aaron Eckhart („the Bricklayer“) schon häufiger verkörpert – und auf routinierte Weise macht er das erneut sehr kompetent. Als Jones kommt Devon Sava („Disturbing the Peace“) einfach nicht über solide hinaus – was primär dem Skript zuzuschreiben ist und so gleichermaßen auf Lochlyn Munro („Apex“), Ronnie Gene Blevins („Fear, Inc.“), Michael Ferragamo („Atlas King“), Shane Graham („Boyhood“) sowie dem parallel dazu auch als Stunt-Koordinator fungierenden Luke LaFontaine („White Elephant“) zutrifft. Der „große dramatische Auftritt“ Johnny Messners („Kill em all“) ist ein Gespräch, in dem er über seine Lähmungs-bedingte Inkontinenz berichtet, und als Eremit Axsel, der Frank nach einigem Zögern dann doch noch hilfreich unterstützt, ist der Westcoast-Rapper Tracy The D.O.C. Curry („Gasoline Alley“) mit von der Partie…

Auf die Rolle Sylvias (Brooke Langton aus TV’s „the Last Ship“, Season 5) hätte man derweil locker verzichten können: Augenfällig soll sie dem Publikum Frank’s sympathisch-sanftere Seite offenbaren, zu Beginn bereits preisgeben, dass sein Spitzname früher Fightin‘ Frank lautete, sowie den Film an die 80-Minuten-Marke heranbringen – verfügt an sich aber nur über limitierte Screen-Time und wird zudem nicht konkreter in die weitere Entfaltung integriert. Ganz anders Peggy – speziell aufgrund der sie wunderbar energisch portraitierenden Britin Lucy Martin („Boudica: Queen of War“), welche all ihre Szenen in der zweiten Hälfte prompt mühelos an sich reißt und dabei insbesondere Sava überraschend kräftig „überstrahlt“. Das wechselnde aufeinander Einwirken und Agieren Franks, Peggys und Jones‘ gehört zu den Pluspunkten von „Thieves Highway“ – wohingegen die Musik-Untermalung Sean Murrays („Chief of Station“), Matthew Lorentz‘ Editing („Triple Threat“) sowie Jonathan Hall’s („Under Fire“) Bebilderung den Eindruck annehmbar in Ordnung gehend nicht übersteigen…

Formelhaft, vorhersehbar und suspensearm, kann der Streifen überdies mit keinen aufwändigeren Set-Pieces aufwarten – schlichtweg da dafür nicht genügend Budget zur Verfügung stand. In 12 Tagen im „günstigen“ Bundestaat Georgia gedreht, hat Johnson zumindest aber das Beste draus gemacht und gar nicht erst versucht, mehr als sporadisch ausbrechende kurze, bündige Shootouts, Verfolgungen und gritty Fights aufzubieten – was mich auf dem Gebiet (im Gegensatz zu diversen seiner vorangegangenen Werke mit wesentlich höheren Krawall-Anteilen) passabel zufrieden zu stellen vermochte. Zusammen mit den Performances Eckharts und Martins resultierte das unterm Strich darin, dass ich das Anschauen dieses kleinen Neo-Western-Crime-Movies nicht bereut habe. Der Abspann allerdings ist recht cringy geraten – mit vorgelesenen Dankesbriefen von Rinder-Farmern an Frank für sein Engagement – und dass einige Crew-Mitglieder des Projekts bis heute (Anfang 2026) noch immer nicht bezahlt wurden, ist ebenfalls beileibe keine schöne Sache

7 von 10

Während „Thieves Highway“ in mehreren Ländern bereits als Video-on-Demand verfügbar ist, sind mir bis heute (02/2026) indes noch keine hiesigen Veröffentlichungspläne bekannt…

Stefan Seidl

Thieves Highway

(© Vertical, Red Sea Media & 308 Ent.)

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Copyright der „Thieves Highway“ Postermotivs und Pics: SSS Ent. / 308 Ent. / American Picture House / BondIt Media Capital / Buffalo 8 Prod. / TH Prod. / Red Sea Media / Eagle Films / VRC Films, Vertical (US)__ Freigabe der amerikanischen VÖ: R__ DVD/BluRay: nein/nein

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