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“VFW – Veterans of Foreign Wars” inklusive Videokritik!

Originaltitel: VFW__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2019__Regie: Joe Begos__Darsteller: Martin Kove, Stephen Lang, William Sadler, David Patrick Kelly, Dora Madison, Sierra McCormick, George Wendt, Fred Williamson, Travis Hammer, Tom Williamson u.a.

Wir präsentieren euch zu dieser Action-Horror-Splatterbombe erstmals auch eine Videobesprechung. Wer also nicht lesen will, der kann auch unserem freeman beim Rumhampeln zuschauen. Wer lieber lesen mag, scrollt einfach weiter. Das Fazit bleibt das Gleiche, der Weg dahin unterscheidet sich etwas.

Videokritik zu „VFW – Veterans of Foreign Wars“

Darum geht es in „VFW“

VFW - Veterans of Foreign Wars DVD Cover

In “VFW – Veterans of Foreign Wars” lassen es ein paar alte Armeehasen amtlich krachen!

In einer nicht näher bezifferten, nicht allzu fernen Zukunft sind die gängigen Drogen durch ein Produkt namens Hype abgelöst wurden. Die von der Droge abhängigen Hyper gefährden vermehrt die letzten Reste der noch bestehenden gesellschaftlichen Ordnung. Dafür verdienen sich die Verkäufer von Hype eine goldene Nase.

Boz ist ein solcher Hype-Dealer. Und er steht vor einem gewaltigen Deal. Da begeht er einen riesigen Fehler: Er bringt eine junge Frau in ihrem Drogenwahn dazu, von einem Dach zu springen. Deren Schwester Lizard wird Zeugin des Vorfalles. In einer Kurzschlusshandlung schnappt sie sich den Hype-Vorrat von Boz und flüchtet in eine nahe gelegene Bar.

Die hört auf den Namen „VFW“. Hier feiern ein paar Kerle, allesamt Kriegsveteranen, den Geburtstag des Bar-Besitzers. Als die Handlanger von Boz in der Bar einfallen, um Lizard zu schnappen, beschließen die Veteranen, dass es ihre Pflicht ist, dem Mädchen zu helfen. Einige zerschossene und eingetretene Schädel später ist die Geburtstagsfeier munter zu einem mittleren Massaker eskaliert. Das Problem: Boz denkt gar nicht daran, diese Niederlage hinzunehmen. Und so sendet er Welle um Welle seiner Handlanger und Hyper in Richtung Bar.

Schaut in den knallharten Actioner mit Stephen Lang hinein

Joe Begos hat mit „Almost Human“ und „Bliss“ bewiesen, dass in ihm ein unangepasster Geist steckt, der in seinen Streifen gerne mal die Kuh fliegen lässt. Für uns Actionfans gipfelt dies nun in „VFW“, einen Partyfilm sondergleichen, in dem kultige Sprüche und coole Charaktere auf derben und breit ausgespielten Oldschool-Splatter treffen.

VFW mit Stephen Lang als Fred

Stephen Lang gibt den herrlich knurrigen Fred.

Die dabei erzählte Story hat kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen. Eine Texttafel erzählt die gesamte Hype-Vorgeschichte. Dann lernen wir die funktional gezeichneten, aber grundsympathischen alten Veteranen-Käuze um Barbesitzer Fred kennen. Kurz darauf stürmt Lizard in die VFW-Bar (VFW = Veterans of Foreign Wars) und das fröhliche Gemetzel beginnt.

Dabei gibt Begos seinen Charakteren nur einige wenige Schusswaffen in die Hand. Stattdessen müssen sowohl die Bösewichter als auch die Veteranen mit dem auskommen, was sie in und rund um die Bar finden. Dementsprechend wird mit Äxten, Eishockeyschlägern, Kreissägen, Trennschleifern, mit Nägeln veredelten Stuhlbeinen und ähnlichen „Waffen“ aufeinander losgegangen. Selbst Dartpfeile werden in „VFW“ zu höchst effektiven Tötungswerkzeugen.

Bei derartigen Waffen kann man sich sicher denken, was hernach auf der Leinwand abgeht. Und wirklich: Wenn Hyper und Veteranen aufeinandertreffen, werden menschliche Körper richtiggehend zerstört. Kaum ein Körperteil wird in „VFW“ nicht mindestens einmal abgeschlagen. Vor allem beim Zerschlagen, Zerschmettern, Zermantschen, Halbieren und Aufspießen von Köpfen legt der Film einen Einfallsreichtum an den Tag, der seinesgleichen sucht.

VFW mit William Sadler

William Sadler mit wirksamer Menschenvernichtungsmaschine.

Interessant ist, dass Begos zwischen dem Gemetzel immer wieder Raum für seine Charaktere lässt. Was Darsteller wie Stephen Lang („Braven“), William Sadler („Ritter der Dämonen“), Fred Williamson („Atomic Eden“) und Martin Kove („Rambo 2“) nur zu gerne nutzen, um ihre wunderbar sympathischen Charaktere mit nur noch mehr Leben zu füllen. Die Highlights bilden dabei Kove, in einer für ihn typischen, teilweise wundervoll köstlich überzogenen Opportunisten-Rolle, und Lang, der selten so bärbeißig sympathisch rüberkam wie hier. Wenn sein Charakter den Sinn der „VFW“-Bar erklärt, wird einem beinahe blümerant ums Herz.

Nicht so stark gerieten dagegen die Bösewichter. Zwar hat Begos ein paar echte Kanten ans Set bugsiert, braucht sie aber nur, damit sie abgeschlachtet werden. Die Hauptbösewichte sind Begos aber leider ein wenig zu nichtssagend geraten. Daraus folgt dann auch ein Kritikpunkt an der wilden Sause: Zwischen dem Gesplatter hängt der Film ab und an dramaturgisch in den Seilen. Einfach weil ein permanentes Bedrohungsszenario fehlt. Was auch daran liegt, dass die Fieswichter immer in Wellen kommen und zwischendurch nicht präsent sind. Hervorheben auf der Fieswichtseite muss ich allerdings Dora Madison („Bliss“). Die ist als fiese Killerbitch Gutter wie immer höchst lecker anzuschauen.

Fred Williamson im Splatter-Action-Kracher von Joe Begos

Fred Williamson gibt die Oneliner-Maschine von “VFW”.

In optischer Hinsicht setzt Begos auf einen sehr rauen, sehr finsteren Look, der vor allem zu Beginn auch manche Splattereinlage schluckt. Das geht aufgrund der Tatsache, dass „VTW“ an einer Nacht spielt, aber absolut in Ordnung und passt zum gezeichneten Szenario. Farblich dominiert ein vornehmlich auf Blau- und Rottöne setzender Komplementärfarbenlook. Ein absolut geiler Elektronikscore treibt die Bilder unbarmherzig an und wird hier und da von Heavy-Metal-Mucke durchbrochen, die noch mehr knüppelt. Highlight des Filmes ist freilich das Gesplatter. Hier trübt nicht eine einzige CGI-Einlage den Genuss. Alles ist handmade umgesetzt und absolut überzeugend getrickst.

Du magst dein Steak blutig? Dann ist „VFW“ dein Ding!

„VFW“ hat das Potential, eine echte Legende am Partyfilm-Himmel zu werden. Hier passt einfach so gut wie alles. Die Story steht dem Splatterspaß nicht im Weg. Das Drehbuch kreiert Figuren, mit denen man am liebsten selbst mitmetzeln würde. Tolle Darsteller danken es dem Drehbuch mit starken Performances. Dabei waten sie durch ein Meer aus Blut und feuern köstlich schwarzhumorige Gags und Oneliner ab, die die durchgehend finstere Atmosphäre des Düsterstreifens genial aufbrechen, ohne ihn zur Lachnummer zu machen. Durchweg gelungene Splattereffekte machen die mit tollem Elektrosound gereichte Hommage an Filme wie „Das Ende“ rund. Einfach eine geniale, wundervoll unnötig brutale Spaßgranate!

08 von 10

„VFW“ soll am 10. Juli 2020 von Capelight Pictures auf DVD und Blu-ray erscheinen. Mit einer FSK 18 Freigabe und sowohl als Amaray- als auch als Mediabook-Fassung. In UK kann man den Film seit längerer Zeit von dem Label Dazzler Media mit einer Freigabe ab 18 auf DVD und Blu-ray erstehen.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Capelight Pictures__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: ???__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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