| Originaltitel: 13 Graves__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2006__ Regie: Dominic Sena__ Darsteller: Matthew Lillard, Katheryn Winnick, Luke Goss, Udo Kier, Omar J. Dorsey, Tuc Watkins, Dean Cechvala, Max Perlich, Robert Forster, Eric Stonestreet, Norman Reedus, Billy Drago, Christopher Rivera, Anthony ‚Treach‘ Criss, Rochelle Aytes, Claire Coffee, … |

2005 wurde im Hause „20th Century Fox Television“ die Pilot-Episode einer Serie in Auftrag gegeben, welche „13 Graves“ heißen sollte und mit der man an die Beliebtheit Schrägstrich den Erfolg von „National Treasure“ anzuknüpfen (soll heißen: davon zu profitieren) gedachte – während der „Disney“-Konzern simultan gerade schon rege an der Fortsetzung eben jenes 2004er Jerry Bruckheimer und Nicolas Cage Blockbusters zugange war. J.H. Wyman („the Mexican“) steuerte die Skript-Vorlage bei, als Regisseur verpflichtete man Dominic Sena, der im Vorhinein „Kalifornia“, „Gone in 60 Seconds“ und „Swordfish“ gedreht hatte, eine brauchbare Budgethöhe wurde bewilligt und der gestandenen Casting-Direktorin Debi Manwiller (u.a. TV’s „Wolf Lake“ und „Strange Days“) gelang es, ein nicht uninteressantes, mit Akteuren wie Matthew Lillard, Robert Forster, Katheryn Winnick, Norman Reedus, Luke Goss, Udo Kier und Billy Drago „gut durchmischtes“ Ensemble zusammenzustellen…
Eröffnet wird in Gestalt eines blutend und schwitzend unter strahlender Sonne über eine Brücke mit dichtem Verkehr sowie daraufhin durch eine belebte urbane Gegend gehetzten Mannes (Tuc Watkins). Als jener sich im Zuge dessen für ein paar Momente mal in einem Laden mit „Versand-Service“ verbergen kann, schreibt er dort spontan eine Nachricht nieder und verschickt diese an seinen Bruder Matthew – samt eines markanten, offenbar alten Medaillons, das er mit in den Umschlag legt. Wenig später wird Lawrence – so sein Name – dann seitens eines Bekannten (Christopher Rivera) hintergangen sowie am vereinbarten Treffpunkt seinen Verfolgern ausgeliefert, die von Anton (Goss) angeführt werden, ihn sogleich verschleppen und dessen Verräter-Kumpel erschießen. Als Matthew (Lillard) die Sendung schließlich erhält sowie Lawrence nach Sichten des Inhalts nicht erreichen kann, begibt er sich kurzerhand auf die Suche nach einer ihm auf dem Zettel genannten Person: Amy Becker…
Obgleich Amy (Winnick) angibt, Lawrence nicht zu kennen, glaubt Matthew ihr das nicht so recht – und tatsächlich entpuppt sie sich als jemand, mit dem jener gemeinsam nach einem legendären Inka-Schatz Francisco Pizarros geforscht hatte. Um Lawrence aufzuspüren, reist Matthew an dessen letzte bekannte Location – wo einige Tage zuvor in der Nähe die Gebeine eines Spaniers aus der Zeit jenes Konquistadors entdeckt wurden. Er checkt in ein Motel ein, in dem noch verschiedene andere Archäologen und Gold-Jäger (darunter Forster, Reedus und Drago) einquartiert sind, legt los und gerät dabei in einzelne „brenzlige Situationen“. Schrittweise bekommt er heraus, dass Anton Lawrence gefangen hält, mehrere Parteien im Umkreis des Fundorts der Überreste aktiv nach dem antiken Vermögen graben sowie zwei reiche Finanziers dieser Bemühungen – nämlich ‚Inglewood Jake‘ (Anthony ‚Treach‘ Criss) und ‚The German‘ Herr Debro (Kier) – dahingehend miteinander in Konkurrenz stehen…
Über diese Episode hinaus wurde „13 Graves“ weder als Serie in Auftrag gegeben noch wurden diese im Prinzip „TV-fertig“ geschnittenen, vertonten und farbkorrigierten 39 Minuten je ausgestrahlt. Über die Jahre hinweg galt sie als „lost Media“ – bis irgendwann ein DVD-Rip einer „Sales Presentation“ im Internet auftauchte, auf welche ich auf „YouTube“ stieß, als ich nach Kier’s Tod (im November 2025) mal wieder danach stöberte; was ich angesichts der namhaften Cast&Crew im Laufe der vergangenen Dekade aus Neugier des Öfteren getan hatte. Nunja, immerhin ist es mir so jetzt relativ begreiflich geworden, warum es den Verantwortlichen an Vertrauen in ihr Produkt mangelte: Dem Geschaffenen fehlt es vorrangig an einem höheren Unterhaltungsgrad – egal ob im Bereich des „Fun-Faktors“ (wie ihn etwa Shows á la „Relic Hunter“ selbst beim heutigen Ansehen noch zu bieten in der Lage sind) oder in Sachen Suspense, Rasanz sowie charismatischer Charaktere…
Als Lead kann Matthew Lillard („Scream“) nur bedingt überzeugen. Das nicht komplett ernste Wesen seiner Rolle kommt ihm entgegen – und wie er einige feindselige Typen mit ’ner Schaufel vermöbelt, passt ebenfalls – doch ich selbst hätte mit ihm im Rahmen der Weiterführung noch ein Stück weit „warm werden“ müssen. Mit Sicherheit hätte man nach und nach mehr über seinen Background erfahren – bspw. über das Verhältnis zu seinem Bruder (solide: Tuc Watkins aus „Infested“) oder die Connection zwischen ihm und Debro – was so gewiss auch mit Parts wie jener der Pizarro-kundigen Amy geschehen wäre – aber wirkliches Interesse daran hat dieser „Start“ bei mir nicht wirklich heraufbeschworen. Derweil wurde Katheryn Winnick („Polar“) – deren Karriere damals just dabei war, so richtig „Schwung“ (in Richtung größerer Produktionen) aufzunehmen – mimisch wie physisch nicht gerade viel abverlangt – allerdings tritt sie (wie üblich) zusagend ansprechend in Erscheinung…
Die verbliebenen Figuren kommen indes noch oberflächlicher gestrickt daher. Natürlich ist das mit der nicht mehr als limitierte individuelle Screen-Times zulassenden „Natur“ des Ganzen geschuldet – bloß fehlt ihnen jeglicher „Funke“, der beim Publikum echte Vorfreude auf künftige Entwicklungen (mit ihnen) erwecken könnte. Udo Kier („the Painted Bird“) macht „sein Ding“ gewohnt prima – gleichermaßen routiniert wie Robert Forster („Cleaner“), Luke Goss („Death Race: Inferno“), Norman Reedus („Ballerina“), Billy Drago („Delta Force II“) sowie Max Perlich („the Grave“) als Rezeptionist des Motels. In Addition dazu fällt Dean Cechvala („Dead Within“) als Matthew’s WG-Kumpel Tomas vor allem dank seines eigenwilligen Akzents auf, hätte man vielleicht besser darauf verzichten sollen, Omar J. Dorsey („Halloween Kills“) in einer Szene ausgerechnet Fried Chicken essen zu lassen, und sind zudem u.a. noch Eric Stonestreet („the Loft“) und Anthony ‚Treach‘ Criss („the Art of War III“) mit von der Partie…
„13 Graves“ kann also nicht mit memorablen Performances oder Persönlichkeiten punkten – aber wohlmöglich ja mit der erzählten Geschichte und/oder ihrer Umsetzung? Die Antwort darauf: Nein. Inhaltlich ist davon auszugehen, dass sich die Entfaltung der Season auf das Aufspüren der Titel-gebenden 13 Kammern (Gräber, whatever) Pizarros konzentriert hätte – Allianzen, Geheimnisse, Lügen und Offenbarungen inklusive; mit mehreren Fraktionen hinter den Kostbarkeiten her, Amy und Matthew zu einem ersprießlichen Gespann (und vermutlich Paar) werdend sowie Lawrence als Druckmittel Antons gegenüber Matthew fungierend, das Gefundene an ihn auszuhändigen, um so dessen Leben zu retten. Alles recht konventionell. Überdies wird nie ein „reizvolles Mysterium“ rund um den berühmten, übrigens noch vor der europäischen Besiedelung der späteren USA gestorbenen Konquistador oder im Hinblick auf seine aufwändig-vertrackt versteckten sowie mit Fallen gesicherten Schätze aufgebaut…
Samt ein paar netter Einstellungen hier und da, entspricht Sena’s Regie wie auch die Kamera-Arbeit James Whitakers („Stolen“) handwerklich dem gängigen „Network-TV-Serien-Niveau“ jener Zeit – während Editor Jamie Pearson („King Arthur“) es auf seinem Fachgebiet nicht übertrieben hat (mit irgendwelchen „stilistischen Mätzchen“ oder so) sowie die Qualität der erklingenden Songs zwar schwankt – das allerdings nicht allzu gravierend. Ja, einmal ist am oberen Bildrand ein Mikro zu erspähen – aber egal. Nach dem flotten Einstieg lässt das Tempo leider nach, wird einem nur wenig Action geboten und mag ein Setpiece mit einem Haufen Gold in einem Stollen im Zentrum an sich durchaus ordentlicher Beschaffenheit sein – ist als „herausragender Moment“ der Folge (etwa vom „dramatischen Impact“ her) jedoch eher underwhelming. Letzteres Adjektiv würde ich ebenso wählen, um meine „fazitäre“ Empfindung nach dem Ansehen dieser Pilot-Episode zu beschreiben. Belanglos wäre ein weiteres…
tendenziell knappe![]()
Bislang ist „13 Graves“ noch nirgends offiziell veröffentlicht worden.
Stefan Seidl

(© 20th Century Fox Television)
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| Copyright des „13 Graves“ Poster-/Promomotivs sowie der YouTube-Screenshots: 20th Century Fox Television__ Freigabe: keine__ DVD/BluRay: nein/nein |





