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One Man Force

Originaltitel: One Man Force__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1989__Regie: Dale Trevillion__Darsteller: John Matuszak, Ronny Cox, Charles Napier, Sharon Farrell, Sam J. Jones, Chance Boyer, Richard Lynch, Stacey Swain, Robert Tessier, Shirley Jo Finney, Tomás Goros u.a.
One Man Force DVD Cover

Ex-Football-Profi John Matuszak tobt wie ein Tank durch „One Man Force“.

Jake ist ein Cop der raueren Sorte. Mit seinem Partner Pete wuchtet er sich durch die Unterwelt von New York. Eines Tages geht das für Pete nicht gut aus. Er wird umgenietet. Jake ist stinksauer, wird jedoch von seinem Vorgesetzten wohlweislich suspendiert. Er ahnt, dass Jake durchdrehen und die Mörder von Pete selbst richten könnte.

Doch Jake lässt sich von der Suspendierung nicht wirklich einbremsen. Er hat auch eine Lizenz als Privatdetektiv und geht, um nicht wahnsinnig zu werden, fortan diesem Job nach. Alsbald wird er von einem Typen engagiert, der vorgibt, der Agent der Sängerin Leah Jennings zu sein, die kurz zuvor gekidnappt wurde. Findet Jake die Sängerin, winkt eine erkleckliche Belohnung.

Dass sich die Fälle um die verschwundene Sängerin und Petes Mörder überkreuzen, ist dabei so klar wie Kloßbrühe.

Schaut in den Film hinein

Wuchtige Action mit Sportstar

Der 1950 geborene und mit 39 Jahren verstorbene Hauptdarsteller von „One Man Force“ heißt John Matuszak. Er war ein American Football Profi und errang mit den Raiders zwei Super Bowls. Seine eindrucksvolle Sportkarriere wurde immer wieder überschattet von wilden Partys und Drogenmissbrauch, weshalb er als einer der fünf Bad Boys der National Football League in die Geschichte einging.

1981 nahm er als Profispieler seinen Hut und konzentrierte sich fortan auf eine Karriere als Schauspieler in TV- und Kinoproduktionen. Die Folge waren zahlreiche Auftritte in TV-Serien und Rollen in „The Goonies“ oder „Krieg der Eispiraten“. In denen punktete er wie in „One Man Force“ vor allem mit seiner irren Physis. Der ganz große Durchbruch blieb aufgrund seines frühen Todes infolge eines Herzinfarktes aus.

Dass Matuszak als Actionheld durchaus getaugt hätte, belegt „One Man Force“. Der riesige Typ mag nicht die beste Ausstrahlung gehabt haben, aber sein ruppiges und konsequentes Auftreten in „One Man Force“ macht schon Laune. Und Regisseur und Drehbuchautor Dale Trevillion setzt die Vorzüge seines Hauptdarstellers durchaus ordentlich in Szene. Matuszak darf hier jeden Co-Star um mindestens einen Kopf überragen, schmeißt mit Pepsi-Automaten und Kühlschränken um sich und bekommt Kämpfe auf den Leib geschneidert, in denen seine Kontrahenten wie Gummipuppen durch die Gegend fliegen.

Die Story drumherum ist 0815-Standard, absolut vorhersehbar und in ihren Abläufen reichlich uninspiriert. Gleichzeitig ist das Tempo ordentlich und kommt keine Langeweile auf. Und der Plot hält die Actionintermezzos durchaus ordentlich zusammen. Durch die vollkommene Konzentration der Story auf Matuszaks Jake und deren allgemeine Anlage kommen leider die Bösewichte im Film total zu kurz. Das ist umso trauriger, da diese von echten Charakterfressen gegeben werden.

Charles Napier („Rambo 2“), Ronny Cox („Robocop“) und Richard Lynch („Die Hyänen“) adeln den Film mit ihren Auftritten, dürfen aber nichts zeigen. Am offensichtlichsten gerät das bei Richard Lynch, der hier nicht einmal ansatzweise seine gewohnte Arschlochigkeit ausgespielt bekommt. Wenn man final über seine Rolle nachdenkt, bleibt eigentlich nur hängen, dass er irgendwann mal eine Leiter hochgestiegen ist. Krasser kann man Potential nicht verschwenden.

Dafür macht „One Man Force“ immer mal wieder Action. Diese gerät in den Ballereien durchaus blutig und wurde von Spiro Razatos („Fast Getaway“) als Regisseur der Second Unit patent in Szene gesetzt. Die Keilereien haben durchaus Druck, erinnern aber ab und an auch mal arg an Bud-Spencer-Terrence-Hill-Brawls. Entsprechend fehlt es hier auch an Härte. Zwei Autoverfolgungsjagden dürfen hübsch knallig enden. Leider ist der fetteste Knall der einen Verfolgungsjagd, bei dem ein Pepsi-Transporter und ein Boot explodieren, seltsam inszeniert und gefilmt. Bei der anderen Verfolgung setzt es ein paar coole Stunts rund um den an einer Karre hängenden Jake.

Highlight ist aber ganz klar der Showdown in einem großen Fabrikgebäude. Hier steigen ein paar Explosionen und räumt Jake seine vier Endgegner ab. Dabei gerät jeder einzelne Kill sehr individuell und durch die Bank deftig. Da glaubt man gerne, dass der Verleih rund um die Videopremiere zwei Minuten kürzte, um überhaupt eine FSK-Freigabe zu erhalten.

Technisch sieht „One Man Force“ ganz ordentlich aus. Er hat einen rauen Look abbekommen, was gut zur grundlegenden Stimmung des Filmes passt. Viel Geld durfte der Film aber sichtlich auch nicht kosten. So sieht etwa das Polizeirevier in Teilen schon arg unglaubwürdig aus. Ein Hit ist der Score von David Michael Frank, der hier bei einzelnen Themen schonmal hörbar für die nachfolgenden „Showdown in Little Tokyo“, „Deadly Revenge“ und „Hard to Kill“ herumprobierte.

„One Man Force“ liefert okay ab

Die insgesamt gute Besetzung, zu der auch noch Sam Jones („American Soldier“) als Pete gehört, deutet bereits an, dass sich die Produzenten von „One Man Force“ vielleicht die Etablierung eines neuen Actionstars erhofft hatten. Dafür spricht auch, dass die Produktionsfirma Shapiro-Glickenhaus den Vertrieb des Filmes übernahm und eine Premiere in Cannes!!! arrangierte. Einen Monat später endete der große Traum mit dem Tod von Matuszak.

Für eine solide B-Actionkarriere hätte es sicherlich gereicht. Das beweist „One Man Force“, der solide durchrauscht, ordentlich in Szene gesetzt ist, nette Action zu bieten hat und dank der körperlichen Performance von Matuszak einen angenehm rüden Helden aufzuweisen hat. Fehlendes schauspielerisches Können des Hauptdarstellers, die uninspirierte Story und vor allem die verschenkten Bösewichter sorgen für dicke Punktabzüge.

05 von 10

Die deutsche DVD erschien am 5. Juli 2024 von dem Label TG Action. Der Film ist hier endlich ungeschnitten zu erleben. Bisher geschnittene Szenen wurden deutsch untertitelt. Die Bildqualität entspricht VHS-Niveau.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: TG Action__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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