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Puppet Master: Doktor Death

Originaltitel: Puppet Master: Doktor Death__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2022__Regie: Dave Parker__Darsteller: Melissa Moore, Laura Dennis, Emily Sue Bengtson, Rick Montgomery Jr., Madeleine Dee, Jenny Boswell, Jesse Guilmette, Erin Eva Butcher, Ashton Wolf, John Capocci, Zach Zebrowski, Pakob Jarernpone, Chad Patterson, Bill D. Russell, Tari Lyn Bergoine u.a.

Puppet Master: Doktor Death Banner

Puppet Master: Doktor Death

Das Cover der amerikanischen Blu-ray von “Puppet Master: Doktor Death”. Copyright: Full Moon Features

Der Tod als allegorische Gestalt mit Sense, die in der Nähe der Alten und Kriegsversehrten geduldig auf deren Übergang wartet, ist dann doch eher Sache eines Ingmar Bergman. Bei Full Moon hingegen wird kurzerhand der Arztkittel übergezogen und mit dem Skalpell selbst nachgeholfen. Zeit ist schließlich Geld.

Doktor Death ist auf den ersten Blick nicht gerade die logische Wahl, um Publikumsliebling Blade bei den neu entdeckten Solo-Spin-Offs zu beerben. Dass man bekanntere Gesellen wie Pinhead und Tunneler für ihn auf die Ersatzbank geschoben hat, dürfte aber seine Gründe haben. Nicht nur zeigte Doktor Death im WWII-Kontext seines ersten und einzigen Auftritts in „Retro Puppet Master“ (1999) das größte Potenzial unter allen Neuzugängen, auch liefert der immer noch recht unverbrauchte Mini-Arzt wirksame Medizin gegen eine der größten Krankheiten der Franchise: Ihre mangelhafte Rotation. Dass er darüber hinaus auch noch ausschaut wie der kleine Bruder von Iron-Maiden-Maskottchen Eddie, dürfte zumindest auf den Postern helfen und womöglich sogar neue Zuschauerschichten anlocken, unterscheidet er sich anhand seiner kruden Gesamterscheinung doch durchaus ein wenig von den kindlich-verspielt wirkenden Designs der Kernfiguren der Reihe.

Konkrete Vorbilder werden für Doktor Death keine genannt, obschon die Popkultur einige Gesellen mit gleichem Namen kennt: Einen der Villains aus den Batman-Comics zum Beispiel, die Titelfigur aus dem Horrorfilm „Doctor Death: Seeker of Souls“ (1973) oder auch einen real praktizierenden Arzt aus den USA, dessen Biografie kürzlich zur Grundlage einer TV-Serie mit Joshua Jackson erklärt wurde („Dr. Death“, 2021 – 2023). Zur bitteren Realität gehen auch die Wurzeln des Puppendoktors zurück, gleichwohl sie geschickt verborgen werden, auf dass es dem Publikum nicht den B-Movie-Spaß verhagele. Und doch stecken natürlich Josef Mengeles Gräueltaten zur Zeit des Nationalsozialismus als mechanische Kraft in den Puppenfäden und lassen die kurzen Arme und Beine im satirischen Auftrag durch die Luft flattern; nicht anders als bei den anderen Puppen im Arsenal mit ihren deformierten Eigenschaften, aber vielleicht noch einmal eine Spur morbider.

Puppet Master: Doktor Death

Doctor’s Line – Do Not Cross.

So erfolgt der Einstieg in „Puppet Master: Doktor Death“ auch entsprechend rabiat, wird doch im Prolog ein alter Mann im Schlaf von Flashbacks in alte Kriegszeiten durchgerüttelt, als sich über seinem Bett in einem ansonsten völlig schwarzen Zimmer unter Stroboskoplicht die Silhouette des Doktoren aufbäumt, der ganz sicher keine Lebensrettung im Sinn hat. Würde es sich nicht von selbst verbieten, müsste man hier beinahe schon Parallelen zu einem gewissen Antikriegsfilm-Klassiker aus der Feder von Dalton Trumbo ziehen. Doch Obacht, wir befinden uns immer noch bei Full Moon und wollen derart blasphemischen Vergleichen lieber aus dem Weg gehen.

Ihre wahre Gestalt offenbart die Arbeit von Auftragsregisseur Dave Parker, der seit den frühen 90ern mit Charles Band kooperiert, mit dem Schwenk auf das Willkommensschild eines ländlich gelegenen Altersheims, das in den folgenden 59 Minuten als alleiniger Schauplatz der Handlung fungiert und die beschränkten Ambitionen der kompakten Produktion, die mit einer Anthologie-Episode mehr zu tun hat als mit einem Spielfilm, untermauert. Rund zwanzig Minuten lang wird man nun gemeinsam mit Hauptdarstellerin Jenny Boswell, die als Altenpflegerin April einen durchaus aufregenden ersten Arbeitstag erlebt, durch die Räumlichkeiten geführt; ein beliebtes Mittel, um Setting und Figuren sukzessive einzuführen. Chad Patterson als zartfühlender Ryan und Zach Zebrowski als arschiger Flynn bieten sich als ungleiche Tourguides im Blaukittel an, als Vierte im Bunde gesellt sich noch Emily Sue Bengtson hinzu, deren Jennifer dem Job mit allem gebührenden Pragmatismus begegnet.

Puppet Master: Doktor Death

Who you gonna call? Golden Age Guardians!

Aufgrund der schrägen Bewohner, deren Zimmer zu den Freakshow-Zwischenstationen der nun folgenden Tour gemacht werden, fühlt man sich oft fast eher zu Besuch in einem Irrenhaus als in einem Altenheim, zumal Blitz und Donner allgegenwärtig sind. Ein Lebemann aus vergangenen Tagen macht den Pflegerinnen unentwegt sexuelle Avancen, eine Alte quasselt unentwegt okkultes Zeug, wieder eine andere malt gruselige Bilder – eines der besonders beliebten narrativen Stilmittel bei Full Moon, um Mythologie zu pflegen. Bei all dem eher komödiantischen als gruseligen Trubel wird zunächst sogar das Morden vergessen… bis irgendwann eine alte Truhe aus dem Bestand eines verstorbenen Bewohners geöffnet wird.

Hoffnungen auf allzu originelle oder auch nur grafische Splattereien müssen aber auch dann erst einmal im Kittel bleiben. Im Blutregen badet der grinsende Wicht mit dem Stirnreflektor zwar regelmäßig, der Quell des Blutes sprudelt aber doch nicht selten im Off. Paranoide Hetzjagden durch Bettlaken, Schatten und geisterhafte Erscheinungen bei Blitz und Donner sollen den eher gemächlichen Body Count mit Atmosphäre anreichern, doch die mag sich aufgrund der digitalen Optik und der leeren, wenig wohnlichen Kulissen wie aus einem Möbelhaus natürlich nicht einstellen. Für Entladung sorgt anstatt saftiger Gore-Effekte nicht selten eher das Overacting der Darsteller, oder auch mal ein junger Charles Band, dessen Visage auf einmal vom Bildschirm eines TV-Geräts grüßt.

Puppet Master: Doktor Death

Regel Nr. 1 im Altenheim: Dreh den Alten nie den Rücken zu.

Zum Glück ist da noch der letzte Akt, denn da wächst die Effekte- und Maskenabteilung plötzlich doch noch über sich hinaus und kredenzt uns einen simpel, aber effektiv in Szene gesetzten Über-Doktor, bei dessen Anblick gerade Fans sleaziger Italo-Zombieschinken einen freudigen Impuls verspüren dürften. Auch besinnt man sich hier endlich mal wieder auf den wahren Kern der Idee hinter der gesamten Franchise: Wenn der kleine Doktor in den Eingeweiden des großen sitzt, um ihn anhand von Sehnen und sonstigem Gekröse zu steuern, wird man Zeuge des vielleicht besten Einfalls der gesamten Franchise seit dem Finale von „Puppet Master III“.

Vorher allerdings herrscht viel Leerlauf, viel TV-Flair und wenig echtes Fachhandwerk. Erwartungsgemäß siedelt sich „Puppet Master: Doktor Death“ ungefähr auf dem Niveau des ebenso kurzen Demonic-Toys-Spin-Off „Jack-Attack“ an; vielleicht noch minimal darunter, weil der absolute Wille zur Hysterie fehlt, mit der sich der Springteufel durch eine ähnliche Kulisse wand, aber das ist wohl Geschmackssache. Gemessen an der knappen Laufzeit geht das Ergebnis als Zeitvertreib schon irgendwie in Ordnung. Doktor Death beweist immerhin, dass er das Zeug für die Stammbesetzung hat (eine nicht übermäßig große Hürde, zugegeben), davon abgesehen bleibt auch diese x-te Fortführung der größten aller Full-Moon-Reihen längst jeglichen Beweis schuldig.

4 von 10

Informationen zur Veröffentlichung von „Puppet Master: Doktor Death“

Per Anhalter im Puppet-Master-II-Mediabook

Eine Puppe kommt selten allein. Als „Puppet Master“ im Frühjahr 2025 gemeinsam mit dem Bonusfilm „Demonic Toys: Jack-Attack“ im Mediabook re-released wurde, erschien bei der Gelegenheit prompt auch der zweite Teil in gleicher Aufmachung als Neuauflage für all jene, die damals mit der Komplettbox nichts anfangen konnten und nun lieber die ersten paar Filme, die einen etwas besseren Ruf genießen, separat abgrasen. Auch „Puppet Master II“ kommt nun wieder in Begleitung eines Bonusfilms, bei dem es sich um das – Stand jetzt – letzte verbliebene, bis dato noch nicht in Deutschland veröffentlichte Puzzleteil der Franchise handelt: Doktor Death.

Doktor wer? Natürlich; der kleine Mediziner mit Schrumpfkopfvisage gehört nicht gerade zur Stammbesetzung der langen Franchise, auch ist der zugehörige Film mit seinen 60 Minuten Laufzeit eher ein Filmchen. Insofern verwundert es nicht, dass lediglich ein gelber Button auf dem Deckblatt der Ausgabe auf seinen Solo-Auftritt verweist, der immerhin auf einer eigenen Blu-ray anstatt der sonst obligatorischen DVD mit duplizierten Haupt-Disc-Daten abgespeichert ist.

Die Verpackung

Auf den drei verfügbaren Cover-Artworks tanzen dennoch verständlicherweise die anderen, bekannteren Puppen, um den Hauptfilm „Puppet Master II“ zu bewerben. Das hier besprochene Cover B nutzt das bereits beim Scanavo Case aus der Komplettbox genutzte Originalmotiv, auf dem wir Blade, Pinhead und Torch in heiliger Trinität mit erhobenen Armen zur Attacke blasen sehen. Der Holzboden entfacht Erinnerungen an Kindheitstage, als man sich öfter mal auf Höhe seiner Spielzeuge begab, der diffuse, detaillose, blau-weiße Strudel im Hintergrund sorgt dafür, dass man die Aufmerksamkeit vollends auf die Figuren legt. Auf dem Mediabook selber findet man anstatt des gelben „2-Disc Limited Special Edition“-Laufstreifens vom Deckblatt in gelber Druckschrift die Tagline „Die Meister des Todes sind zurück…“ Passend zum ersten Teil kommt auch dieser mit Hochglanz-Finish. Der Spine ist schwarz mit klassischem rotem Schriftzug, auf dem Backcover finden wir die üblichen technischen Spezifikationen, die Credits und eine Inhaltsangabe.

Mediabooks

“Puppet Master: Doktor Death” erscheint als Bonus-Disc in der Mediabook-Neuauflage von „Puppet Master II“.

Cover C ist ebenfalls ein altbekanntes Motiv, das wohl aufgrund der hässlichen, übergroß abgebildeten Visage des ausgewickelten Toulon vor allem die Zombie-Fraktion ansprechen soll. Das Motiv ist dabei in einen Rahmen gefasst, aus dem nur die Hand herausschaut, womit ein dezenter 3D-Effekt erzielt wird; der Titel befindet sich dabei unterhalb des Motivs.

Neu angefertigt wurde hingegen Cover A von Zachary Jackson Brown, das dank der grün fluoreszierenden Substanz, dem Grabstein und einer aus dem Boden ragenden Hand ebenfalls sämtliche Zombie-Register zieht. Die fünf wichtigsten Puppen sind auf mehreren Ebenen geschickt um die zentrale Hand herum verteilt, im Hintergrund leuchtet sogar ein „Full Moon“. Optisch überzeugt das Artwork vor allem durch seine kräftigen Neonfarben, die umgehend alle Blicke auf sich ziehen. Dennoch bleibt auch hier der Spine klassisch schwarz mit rotem Titel.

Das Booklet

Äußerst unauffällig ist hingegen der Innendruck gestaltet, der auf den ersten Blick nach reinem Schwarz aussieht, doch wenn man die Datenträger abnimmt, findet man zumindest noch zwei kleine Portraits von Torch und Doktor Death in Schwarzweiß. Weitere Farbakzente kommen nur vom eingeklammerten Booklet, das vorne mit dem B-Motiv (vollseitig) und hinten mit dem A-Cover (in einem gut halbseitigen Rahmen) bedruckt ist.

Innen geht erneut Christoph N. Kellerbach zu Werke, der für die Gesamtkollektion bereits einen Omnibus verfasst hatte. Für „Puppet Master“ wurden die ersten Kapitel daraus einfach noch einmal verwertet, aber für den zweiten Teil kamen damals lediglich vier Seiten Text zusammen – zu wenig für die 32 Seiten, die im Mediabook zu füllen sind. Also rollt der Autor die Hinter-den-Kulissen-Story in Langfassung noch einmal neu auf. Der zusätzliche Platz erlaubt es ihm, auf einige der Komplikationen und Herausforderungen des Drehs, nicht zuletzt David Allens erste eigenständige Regie, näher einzugehen… und wenn die Fun-Facts-Maschinerie einmal ins Rollen gekommen ist, lässt sie sich so schnell nicht mehr stoppen. Von den Dreharbeiten und der Besetzung geht es zuverlässig weiter Richtung Video-Distribution, die einen wahren Marketing-Reigen auslöste.

Während der Begleitfilm „Jack-Attack“ im Booklet von „Puppet Master“ noch zu kurz kam, ist es allerdings schön, dass Kellerbach dem Bonusfilm „Puppet Master: Doktor Death“ nun doch einen Text spendiert, der auch gar nicht mal so knapp ausgefallen ist: Immerhin 12 Seiten kommen da zusammen, auch wenn viele von ihnen halbseitig mit Screenshots belegt sind. Weil Regisseur Dave Parker noch recht neu im Kellerbachversum ist, wird er gleich großzügig mit einer Biografie ausgestattet, deren Weg, es ist so vorhersehbar wie in einer RomCom, sich bald mit dem von Charles Band überschneiden würde.

Und zwar zu der Zeit, als Band unter Schirmherrschaft von Paramount bereits die „Puppet Wars“-Trilogie plante, die sich dann, wie man nach Lektüre des großen Bruder-Booklets bereits wusste, wieder zerschlug. Es wird eine „Jetzt erst recht“-Stimmung beschworen, mit der sich Parker als Experte für großen Effekt mit wenig Budget wieder in Position rückte. Ob sich „Doktor Death“ als passendes Symbol für die glorreiche Rückkehr eignet, kann man dann auf den restlichen Seiten nachlesen.

Puppet Master II: Haupt-Disc

Während der Re-Release von „Puppet Master“ noch mit Bild- und Tonkorrekturen des Hauptfilms gegenüber der Erstauflage einherging, scheint in die Blu-ray von „Puppet Master II“ keine zusätzliche Arbeit in die Zweitauflage eingeflossen zu sein. Das betrifft nicht nur die technische Präsentation des Hauptfilms, sondern auch das Bonusmaterial. Wer mehr darüber wissen möchte, was die Disc zu bieten hat, kann in unsere Besprechung von „Puppet Master II“ hineinschauen.

Doktor Death: Bonus-Disc

Das nahezu einzige Argument für ein Upgrade, sofern man den Mediabook-Fetischismus per se einmal ausklammert, ist somit die „Doktor Death“-Bonusdisc, auf die wir uns im folgenden konzentrieren wollen.

In Sachen Aufmachung und Präsentation entspricht die Beigabe einer ganz normalen Standalone-Veröffentlichung. Selbst der Disclaimer beim Menüeinsprung wurde wieder in der gewohnten humoristischen Manier abgewandelt („… der wird von Doktor Death besonders gründlich untersucht“). Im Menü macht sich das vertraute Puppet-Master-Theme über sämtliche Kanäle breit.

Das Bild

Weil „Doktor Death“ kaum länger dauert als eine heute übliche Episode einer TV-Serie, reicht in diesem Fall ein Single-Layer-Datenträger aus, ohne dass es zu spürbaren Einbußen in der Qualität kommt. Am Transfer selbst ist im Grunde auch nichts auszusetzen: Gestochen scharf und ohne Verunreinigungen kommt der Besuch im Altenheim daher. Wenn gewisse Bildeigenschaften nicht ganz so hübsch sind, dann liegt es schlichtweg an der Art und Weise, wie inzwischen bei Full Moon Filme gedreht werden. Die fahle Digitalkameraoptik entbehrt jeglicher Akzente und jedwedem künstlerischen Ausdruck. Ob Spannung aufgebaut werden soll oder Humor, alles wird gleichermaßen so öde eingefangen, dass der Sprung zum Heimvideo nicht mehr weit ist. Das ist eben die Krux heutiger Low-Budget-Produktionen, die ferner vom Gefühl des Filmischen oftmals nicht sein könnten.

Der Ton

Richtig Aufwand ist vor allem in den Ton geflossen. Üblicherweise werden Bonusfilme einfach „as-is“ auf die Scheibe gepackt und gut ist. Bei Wicked Vision passiert es aber selten, dass ein Film ganz ohne Synchronisation angeboten wird; im Zweifel erstellt man eben eine neue, was auch im vorliegenden Fall geschehen ist. Bei einem absoluten Nischentitel wie diesem kann das durchaus ein finanzielles Risiko sein, allerdings dürfte „Doktor Death“ für einige Besitzer der Puppet-Master-Komplettbox auch zum Doppelkauf von „Puppet Master II“ verführt haben, insofern bietet der vermeintliche Bonus hier einen echten Mehrwert.

U.a. mit Bernd Vollbrecht (Antonio Banderas) und Konrad Bösherz (Jesse Eisenberg) durchaus prominent besetzt, liegt die Synchronisation sowohl in Stereo-, als auch in 5-1-Surround-Abmischung vor, wobei sich die Unterschiede zwischen beiden Spuren in Grenzen halten. Selbst die Stereo-Spur verwandelt das Wohnzimmer dank der extrem voluminösen Musik in ein Puppentheater. Effekte und Stimmen wirken ein wenig klinisch und sind jeweils immer ein wenig zu sehr „in your face“, aber das ist kein herausstechendes Merkmal bei Filmen auf diesem Level. In jedem Fall wurde die deutsche Vertonung unter der Regie von Dr. Gerd Naumann sauber produziert. Auch der englische Originalton ist in Stereo und Surround Sound auf der Disc enthalten. Grundsätzlich gilt hier ähnliches wie für den deutschen Ton, logischerweise hat die Originalspur in Sachen Authentizität die Nase vorn. Deutsche und englische Untertitel bleiben erfreulicherweise der zuverlässige Standard.

Die Extras

Bonusmaterial für solch einen Film aufzutreiben, ist nicht einfach, daher musste man hier ein wenig originell werden. Der Originaltrailer dürfe alles gewesen sein, was Full Moon seinem deutschen Vertriebspartner an Bonus bereitgestellt hatte. Wicked Vision bastelte daraus dann in Eigenregie zusätzlich noch einen deutschen Trailer, das heißt, über dem Bildmaterial des US-Trailers wurde ein zusätzlicher Tonschnitt auf Grundlage der neuen deutschen Synchronisation angefertigt.

Darüber hinaus sind auch noch ein paar Extras zum siebten Film der Reihe enthalten, „Retro Puppet Master“ aus dem Jahr 1999. Das ergibt aus zwei Gründen Sinn: Erstens, weil Doktor Death in „Retro Puppet Master“ sein Debüt feierte und dadurch eine direkte Querverbindung besteht. Zweitens, weil die Blu-ray von „Retro Puppet Master“ zwar einiges an Extras bot, aber eben nicht die parallel zur Filmproduktion entstandene „Videozone“-Ausgabe, die hiermit nun nachgereicht wird. Die Gesamtlaufzeit des Making-of-Features beträgt knapp 22 Minuten, davon muss man allerdings rund die Hälfte für Trailer und Commercials aus dem Hause Full Moon abziehen. Der Rest besteht aus einem Intro von Charles Band und der üblichen Mischung aus B-Rolls und Set-Interviews, eingebettet in einen begleitenden Off-Kommentar. Diesmal äußern sich die Puppenmacher dazu, wie spannend es ist, endlich mal neue Designs anpacken zu dürfen, und die Darsteller, wie es ist, vor Ort in Rumänien zu drehen.

Der deutsche und der englische Originaltrailer zu „Retro Puppet Master“ rundet das Paket ab.

Für Besitzer der Puppet-Master-Gesamtkollektion lohnt sich die Neuauflage allenfalls, wenn man „Doktor Death“ auf Scheibe haben will. Abgesehen von dem durchaus mit Mühe und Sorgfalt präsentierten Bonusfilm stehen ansonsten lediglich das hübsche Mediabook und der neue Booklet-Text als Argumente zur Auswahl. Ob „Doktor Death“ irgendwann auch einmal solo im Keep Case erscheint, steht in den Sternen. Wenn man sich aber nicht die gesamte Reihe ins Regal stellen will und eher auf die Originaltrilogie aus ist, bekommt man hier die Gelegenheit, das Mediabook-Triptychon zu vervollständigen.

Sascha Ganser (Vince)

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