| Originaltitel: Beast__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Tyler Atkins__Darsteller: Daniel MacPherson, Bren Foster, Mojean Aria, Russell Crowe, Luke Hemsworth, Matt Nable, Kelly Gale, Nathan Phillips, George Burgess, CJ Bloomfield, Eliza Matengu, Amy Shark u.a. |

„Beast“ bietet klassisches Sportlerdrama im MMA-Ring.
Die Geschichte von „Beast“ begann vor 15 Jahren. Damals entwarf Autor David Frigerio einen ersten Drehbuchentwurf für ein Starvehikel für den MMA-Fighter Quinton Rampage Jackson („Fire With Fire“). Doch der sah sich der Aufgabe einer Hauptrolle in einem Hollywoodfilm nicht gewachsen. Zudem erschien mit „Warrior“ fast zeitgleich ein Film mit einer sehr ähnlichen Story im gleichen Umfeld. Ergo legte man „Beast“ auf Eis. 2022 ergab es sich, dass Russell Crowe („Gladiator“) das Skript in die Hände bekam und den Film produzieren wollte.
Gemeinsam mit David Frigerio überarbeitete er das Drehbuch intensiv. Die ersten Darsteller wurden gecastet. Doch dann geriet das Projekt erneut in turbulente Fahrwasser. Die sich daraus ergebende Pause in der Entstehung nutzte vor allem Hauptdarsteller Daniel MacPherson („Strike Back“) intensivst, um sich auf seine Rolle als MMA-Fighter vorzubereiten. Und das hat sich durchaus gelohnt, auch vor dem Hintergrund, dass die Macher um Regisseur Tyler Atkins vor allem die Fights möglichst realistisch abbilden wollten.
Die Story von „Beast“ dreht sich um Patton James. Der war ein ungeschlagener MMA-Fighter, bevor er in eine Schlägerei verwickelt wurde, die ihn in den Knast brachte und seine Karriere abrupt beendete. Zehn Jahre später schlägt er sich als Hochseefischer durch und versucht, seine kleine Familie über die Runden zu bringen. Doch Patton hat wahrlich die Scheiße an den Hacken. Immer neue Niederschläge zwingen ihn, auf die zwielichtigen Angebote des Managers des aktuellen MMA-Champs Xavier Grau einzugehen.
Der hat mit Patton eine offene Rechnung, wurde er doch einst von ihm in einem gemeinsamen Fight brutal gedemütigt. Diese Scharte gedenkt Xavier dringend auszuwetzen. Er will Patton unbedingt vor großem Publikum besiegen und zieht gemeinsam mit seinem Manager alle fiesen Register, um sein Ziel zu erreichen. Letztlich stimmt Patton des Geldes wegen einem letzten Fight zu – wirklich zum Guten will sich sein Leben dadurch aber nicht wenden.
Eine zweite Chance für den Underdog
„Beast“ erzählt eine typische Underdogstory. Diese dreht sich vor allem um zweite Chancen, um die Möglichkeit auf Wiedergutmachung, um Vergebung und die Aussöhnung mit dem eigenen, verkorksten Lebenslauf. Dabei türmen die Drehbuchautoren Russell Crowe und David Frigerio einen dramaturgischen Tiefschlag auf den nächsten und lassen Patton durch eine irgendwann wenig glaubwürdige Hölle gehen. Sie meinen es einfach zu gut mit den Niederschlägen für ihren Hauptcharakter, so dass man als Zuschauer irgendwann nur denkt: So viel Pech kann kein Mensch haben.
Das sorgt insgesamt für ein paar starke Einzelszenen, hält den Zuschauer aber auch aus der Dramaturgie des Filmes heraus. Spätestens wenn die ganzen Entwicklungen um Pattons Bruder gezündet werden, stellt sich eine kräftige Übersättigung ein. Und wenn Patton infolgedessen 30 Minuten vor dem Showdown auch noch das Saufen anfängt, ist es einfach zu viel des Guten.

Daniel MacPherson schmeißt sich in den Infight.
Der Fluss der Geschichte verheddert sich immer wieder in dieser Auftürmung neuer Problemherde für Patton und drängt interessante Nebenfiguren – etwa Russell Crowes Charakter – unschön ins Abseits. Ebenso ergeht es der eigentlichen Story. Die mag jetzt vielleicht nicht das Kino neu erfinden, bedient die Klischees des Underdogfilmes aber absolut souverän und würde den Film problemlos zusammenhalten.
„Beast“ wirkt stattdessen irgendwann deutlich zu lang, zu überambitioniert und zu überladen. Daniel MacPherson versucht, dem mit einer starken darstellerischen Leistung entgegenzuwirken. Der Mime hat Ausstrahlung und Charisma und funktioniert als Held prächtig. Leider bleiben die Figuren um ihn herum relativ konturlos. Russell Crowe kommt als sein ehemaliger Trainer nie im Film an. Charaktere wie Pattons Ehefrau, sein Kind oder ein guter Buddy sind halt da. Mehr auch nicht. Luke Hemsworth („Land of Bad“) findet als Manager des Fieswichtes Xavier gar nicht statt. Und Bren Foster („Life after Fighting“) bleibt als MMA-Fighting-Lump grauenerregend eindimensional.

Russell Crowe ist als Trainer von MacPhersons Patton dabei.
Dafür macht Bren Foster in der Action einfach alles richtig. Der Mime und Kampfsportler bekommt drei coole Fights zugeschanzt, die er obendrein selbst choreographierte. Dabei ragt sein zweiter Fight gegen Pattons Bruder überdeutlich heraus und präsentiert ein paar coole Moves. Die längste Laufzeit hat freilich sein Fight gegen MacPhersons Patton, dem man rundweg die Bemühungen der Macher ansieht, MMA realistisch zu bebildern. Der Kampf atmet ordentlich Härte und hat von Hieben und Tritten über Kicks, Überwürfe und Mattenkampf eine Menge zu bieten.
Leider fehlen dem Fight Elemente, die ihn runder gemacht hätten. Etwa Reaktionen des Publikums (das seltsam stumm bleibt) oder Kommentare der Moderatoren (die arg sporadisch kommen). Zudem endet die Auseinandersetzung recht underwhelming. Es fehlt ein echter Finisher, bei dem man jubelnd auf dem Sofa die Arme hoch reißt. Schade.

Bren Foster (links) und Daniel MacPherson langen diverse Male ungebremst hin.
Dafür sind die Fights durchweg klasse inszeniert. Sind weder verschnitten oder verwackelt. Trotzdem ist man immer nah dran und sieht, dass es sich die Darsteller häufig ungebremst gegenseitig eingeschenkt haben. Abseits der Fights sieht „Beast“ immer nach Kino aus. Der Look ist rau, die Settings überzeugen und die Schnittbilder der Locations gefallen. Etwas eintönig geriet leider der wenig mitreißende Score zum Film.
„Beast“ könnte biestiger sein
Ein Held, der durch die Hölle namens Leben gehen muss, ein starker Hauptdarsteller, dynamische Montagen von Trainings, coole Fights und eine stimmige Inszenierung: „Beast“ hat eine Menge Elemente, die ihn geradezu prädestinieren, prächtig als Film über einen Underdog zu funktionieren. Doch leider ist das Drehbuch seltsam überladen mit viel zu vielen dramatischen Entwicklungen, die einen irgendwann nur noch die Augen verdrehen lassen. Entsprechend steht sich der Film immer wieder selbst im Weg und mag einfach nicht so zünden, wie man es sich wünschen würde. Das Ergebnis ist durchaus unterhaltsam, es generiert aber auch diverse Längen und lässt einige Potentiale ungenutzt.
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Die deutsche DVD / Blu-ray / 4K UHD zum Film erscheint am 25. Juni 2026 von PLAION Pictures. Der Film ist mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten und kommt mit einigen Extras. Darunter Interviews mit den Hauptdarstellern und einige Bilder von einer Premieren-Veranstaltung in Los Angeles, bei der auch der Regisseur und der Drehbuchautor zu Wort kommen. Trailer zum Film runden die Zugaben ab. Ihr könnt den Film auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
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