| Originaltitel: Bang__Herstellungsland: Thailand__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Wych Kaosayananda__Darsteller: Peter Weller, Jack Kesy, Tristin Mays, Niko Tucci, Kane Kosugi, Bear Williams, Toma Morozova, Steve Bastoni, Carlo Natale, Tofan Pirani, Elliott Allison, Paul Mann, Marie Broenner u.a. |

Peter Weller gibt den Lump in „Bang: Storm of Bullets“.
William Bang ist der Mann fürs Grobe in der Organisation des Verbrecherbosses Morgan. Sein Nachname passt gut zu dem, was er am besten kann: Menschen mit diversen Feuerwaffen aus dem Leben reißen. Als er mal wieder ein Ziel ausschaltet, zieht er unvermutete Rachegelüste auf sich. Als er gerade in einer Bar entspannt, wird er plötzlich selbst zum Ziel und fängt sich sieben Kugeln.
Doch Bang überlebt. Und er hat Glück im Unglück, denn für sein zerfetztes Herz findet sich Ersatz. Ein junges Ehepaar war auf dem Weg zur Entbindung des gemeinsamen Kindes, als es in einen Unfall verwickelt wurde. Der Mann stirbt, Frau und Baby überleben. Das Herz des Mannes rettet Bang. Und in dem verändert sich etwas.
Er will sich für die zweite Chance bei der Frau bedanken. Er will ihr nahe sein. Und es scheint, dass er des Killens müde geworden ist. Doch Morgan überredet ihn zu weiteren Jobs. Bang führt sie auch zu dessen Zufriedenheit aus, doch er arbeitet an einer Exit-Strategie – was auch bedeutet, Morgan zu hintergehen. Davon bekommt der eiskalte Verbrecher jedoch schnell Wind und hetzt seine Männer auf Bang.
Schaut in den Actionfilm hinein
Action mit Peter Weller als Schurke
„Bang“ wurde von Wych Kaosayananda, der als Wych Kaos auch die Kamera bediente, in Szene gesetzt. Der thailändische Filmemacher hat bereits einige Actioner auf dem Kerbholz. Genannt seien etwa „Ballistic: Ecks vs. Server“, „Tekken 2: Kazuya’s Revenge“, „Zero Tolerance“ oder „The Driver“. Keiner der Filme hat einen sonderlich guten Ruf in der Actiongemeinde. Und das, wo hier Actionstars wie Lucy Liu, Scott Adkins, Mark Dacascos oder Kane Kosugi mitwirken. Das Problem: Wych Kaos ist kein guter Geschichtenerzähler. Und seine Action will nur in den seltensten Fällen richtig kicken. „Bang“ wetzt leider keine dieser Scharten aus.
Zumindest steigt „Bang“ ordentlich in seine Story ein. Lässt Bang lässig und beinahe beiläufig blaue Bohnen verteilen, wenn er ein Ziel von Morgan blutig ausschaltet. Es folgt ein wenig Exposition um Bang und dessen Chef Morgan. Dabei fällt leider früh auf, dass Jack Kesy („The Weapon“) als Bang zwar eine echte Kante vor dem Herren ist, aber offensichtlich nur einen Gesichtsausdruck besitzt und wenig Charisma versprüht.
Peter Weller („Forced to Fight“) muss da als Morgan nicht viel machen, um Kesy problemlos in allen gemeinsamen Szenen an die Wand zu spielen. Kesys Pech: Weller hatte sichtlichen Bock auf seine Rolle, womit er Kesy gleich doppelt alt aussehen lässt. Wurde Bang dann umgenietet, steigt „Bang“ in seinen ruhigeren Part ein. Und der gerät wirklich ruhig. Action im eigentlichen Sinne findet nun nicht mehr statt.

Jack Kesy als Bang.
Stattdessen versucht William Bang, eine Verbindung zur Ehefrau seines Retters aufzubauen, was kein Stück funktioniert. Beständig fragt man sich, warum die Thailänderin mit dem irgendwie leicht psychopathisch dreinschauenden, maulfaulen Typ zu tun haben will. Was auch darauf zurückzuführen ist, dass Jack Kesy und die hübsche Marie Broenner keinerlei Chemie miteinander haben.
Zumindest sorgt Wych Kaos in diesem Abschnitt für ein paar hübsche Bilder, verschenkt aber immer wieder sein exotisches Setting. Es wirkt beinahe, als versuche er, zu verschleiern, dass sein Streifen eigentlich in Thailand gedreht wurde. Parallel zu der wenig Anteilnahme weckenden emotionalen Story versuchen Drehbuch und Regie sowohl den Zuschauer als auch Morgan hinters Licht zu führen. Morgan muss sich freilich dumm geben und darf nichts ahnen. Der Zuschauer durchschaut den Winkelzug aber viel zu schnell.
Zumindest kommt so beim Zuschauer innerlich Vorfreude auf, denn es ist klar, dass „Bang“ nun endlich wieder in handfestere Gefilde vordringen will. Und wirklich, nach etwa 50 Minuten startet „Bang“ in sein flotteres Finale durch. Lanciert in einem wirklich coolen, viel zu wenig bespielten „Venedig in Thailand“-Setting eine erste große Ballerei. Dabei gehen gleich mehrere Karren in Flammen auf und überschlagen sich bei den Explosionen. Kaos verzichtet hierbei auf CGIs und das macht Spaß.

Peter Weller als Morgan in „Bang: Storm of Bullets“.
Auch platzen in dem Geballer überwiegend Bloodpacks und auch der Schauplatz nimmt etwas Schaden. Betonung auf „etwas“. Jack Kesy präsentiert ein cooles Waffen-Handling und er darf einige Typen umrußen. Problematisch: An seiner Seite kämpfen zahlreiche Helfer. Keinen von denen kennt man, aber man soll ihnen in der „Schlacht“ die Daumen halten. Das funktioniert kein Stück. Entsprechend geraten so manche Duelle einfach egal. Und so baut die Szene trotz ordentlicher Laufzeit, netten Schauwerten und wenigen CGI-Momenten keinen Druck auf. Ein gewohntes Problem von Wych Kaos.
Und auch die direkt daran anschließende zweite große Actionszene – und mithin der Showdown – will einfach nicht reinhauen. Auch hier stimmt das Setting, rotiert der Bodycount und gibt sich Kesy angenehm cool. Aber auch hier fehlt eben etwas. Vor allem Körperlichkeit. Es verwundert, wie stark Wych Kaos auf Geballer setzt. Vor allem, weil Jack Kesy halt wirkt, als könne er bei einem Gegner mit einem Schlag Körper und Seele voneinander trennen. Aber Kesy darf nichts von seiner körperlichen Power zeigen.

Kane Kosugi gehört für Wych Kaos gefühlt zur Stammbesetzung seiner Filme.
Einzig Kane Kosugi („Muscle Heat“) darf in einem Fight seine Skills präsentieren. Aber in Wych Kaos findet er keinen guten Abnehmer, denn der setzt den Fight gefühlt seltsam schludrig in Szene. Häufig passt der Bildausschnitt nicht und einzelne Aktionen Kosugis verschwinden im Off. Explosionen setzt es auch keine mehr. Es fehlt durchweg an Highlights. Eines liefert Peter Weller, wenn er Bang mit einer historischen Streitaxt angreift. Leider kostet Kaos auch diesen Moment überhaupt nicht aus.
Immer mal wieder fallen zudem inszenatorische Nachlässigkeiten auf. Wenn etwa Jack Kesy nach seinem Krankenhausaufenthalt mehrfach oben ohne gezeigt wird, darf man zwar seine gewaltige Herz-OP-Narbe begutachten, von den SIEBEN Einschusslöchern sieht man allerdings nichts. Seltsam sind auch Szenen wie jene, wenn Bang hochgerüstet in ein Krankenhaus latscht und dort den Notfall-Helikopter klaut. Nachdem er losfliegt, wird das Fluggerät nie wieder gesehen, spielt keine Rolle und ist für den Film kackegal. Niemand hätte diese Szene gebraucht.
„Bang: Storm of Bullets“ zündet nicht
„Bang“ hat wahrlich seine Probleme. Die Story verfängt kaum, der Hauptdarsteller ist reichlich schwach und es dauert doch eine ganze Weile, bis Wych Kaos endlich Action macht. Die hat ihre Vorzüge. In Thailand scheint man beispielsweise noch viel mehr auf Bloodpacks und echte Explosionen zu setzen als im westlichen Kino. Der Bodycount ist beachtlich und die Laufzeiten der beiden Großactionszenen im Finale rocken.
Aber die Action packt einfach nicht zu. Viel zu häufig knallen nicht eingeführte Helden nicht eingeführte Bösewichte über den Haufen. Bang selbst wird ausgerechnet hier zu einer Art Nebendarsteller gemacht. Und die gebotene Ballerei gerät irgendwann repetitiv. Weil Höhepunkte und Abwechslung fehlen. Trotzdem ist, und das darf man nicht unerwähnt lassen, die gebotene Action den aktuellen B-Actionern aus den USA meilenweit überlegen. Denn das, was man hier zu sehen bekommt, ist eben auch wirklich Action.
Weitere Pluspunkte sind ein gut aufgelegter Peter Weller als Oberlump, der elektronische Score, ein paar im Filmgeschäft sehr selten gewordene nackte Hupen, durchgehend wertige Sets, eine hübsche Bebilderung mit vielen stylischen Regenmomenten und die insgesamt knackig kurze Nettolaufzeit von rund 80 Minuten.
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Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erschien am 29. August 2025 von dem Label Splendid Film. Die Datenträger haben eine Freigabe ab 16 und sind in der Form ungeschnitten. Extras zum Film findet man leider keine. Ihr könnt den Streifen auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
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