| Originaltitel: Mortal Kombat II__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Simon McQuoid__Darsteller: Karl Urban, Adeline Rudolph, Ludi Lin, Jessica McNamee, Josh Lawson, Mehcad Brooks, Tati Gabrielle, Lewis Tan, Tadanobu Asano, Martyn Ford, Max Huang, Chin Han, Hiroyuki Sanada, Joe Taslim, Damon Herriman, Ana Thu Nguyen, Desmond Chiam, CJ Bloomfield, Ed Boon u.a. |
Genießt unsere Kurzkritik zum Film in Videoform.

Im Sequel „Mortal Kombat II“ kloppen sich unter anderem Karl Urban, Lewis Tan, Adeline Rudolph, Ludi Lin, Joe Taslim und Martyn Ford um das Schicksal der Erde
Das „Mortal Kombat“-Reboot von 2021 war offensichtlich auf eine Fortsetzung angelegt, stieß manchen Zuschauer dadurch vor den Kopf, dass das eigentliche Turnier auf einen späteren Film verlegt wurde. Aufgrund des Starts während der Pandemie und die gleichzeitige Veröffentlichung auf HBO Max war das mäßig berauschende Einspielergebnis nicht unbedingt ein Indikator für die Popularität des Films, weshalb das Sequel „Mortal Kombat II“ grünes Licht erhielt.
Die erneut von Simon McQuoid inszenierte Fortsetzung setzt nun auch direkt bei dem versprochenen Turnier an, füllt lediglich mit der Auftaktsequenz ein paar Lücken und gibt Neueinsteigern den Rahmen vor. In dem titelgebenden Turnier wird die Herrschaft verschiedener Reiche übereinander geregelt: Gewinnt ein Reich zehnmal in Folge, wird es Herrscher über den Verlierer. So sieht man zu Beginn, wie Shao Khan (Martyn Ford), Anführer des schurkischen Outworld-Reichs, sich zum Sieg über das friedliche Reich Edenia bereitmacht.
Lediglich dessen König Jerrod (Desmond Chiam) ist noch als Fighter im Rennen, wird im Duell gegen Shao Khan allerdings nur zweiter Sieger, was angesichts des Wortes „mortal“ in „Mortal Kombat“ den Exitus bedeutet. Shao Khan übernimmt nicht nur Edenia, sondern lässt Kitana, die kleine Tochter Jerrods, als seine eigene aufziehen. Dann springt der Film in die Gegenwart, in der die Erde bereits neun Turniere gegen Outworld verloren hat und in welcher dem irdischen Reich das gleiche Schicksal wie Edenia bei einer erneuten Pleite droht.
Der Vorgänger endete mit der Suche nach Johnny Cage (Karl Urban). Johnny ist früherer Martial-Arts-Profi und früherer B-Actionstar, tingelt aktuell aber nur noch zu Conventions und bemitleidet seine Existenz mit Hochprozentigem in der Kneipe. Als Lord Raiden (Tadanobu Asano) und Sonya Blade (Jessica McNamee) ihn für das Turnier anwerben wollen, hält er den Donnergott und Beschützer der Erde erst für einen „Big Trouble in Little China“-Cosplayer, kommt immerhin mit zu dessen Festung und seilt sich direkt wieder ab, als er hört, dass die Kämpfe auf Leben und Tod gehen. Gerade an der Johnny-Cage-Figur merkt man, dass „Mortal Kombat II“ wesentlich ironischer und augenzwinkernder als sein Vorgänger angelegt ist. Johnny geht nicht einfach todesmutig und selbstlos in den Kampf, sondern ist wesentlich geerdeter unterwegs, auch was seinen Überlebenswillen angeht.
Dummerweise hat seine Weigerung keinen Effekt auf die Götter, die ihn trotzdem als Kämpfer für die Erde auswählen, zusammen mit Sonya, Jax (Mehcad Brooks), Cole Young (Lewis Tan) und Liu Kiang (Ludi Lin). Auf Outworld-Seite stehen ihnen Shao Khan, Jade (Tati Gabrielle), Queen Sindel (Ana Thu Nguyen), der wieder zum Leben erweckte Kung Lao (Max Huang) und die mittlerweile erwachsene Kitana (Adeline Rudolph) gegenüber…
Schaut euch den Trailer zu „Mortal Kombat II“ an
Über den Franchise-Verlauf wurde die „Mortal Kombat“-Game-Reihe immer weiter mit Leben und Hintergrundgeschichten gefüllt, die über die ursprüngliche Konstruktion vom Turnier Earthrealm vs. Outworld hinausgingen. Es gab offizielle Ausgänge der Turniere (auch wenn die Spieler sich ihre Charaktere ja aussuchen konnten), es gab Backstorys wie die gemeinsame Special-Forces-Vergangenheit von Sonya und Jax oder Kitanas Herkunft. Doch am Ende des Tages sind meisten „Mortal Kombat“-Spiele Turnierprügler, bei denen man sich eine Figur aussucht, um sich im Idealfall bis zum Endboss durchzufighten, diesen zu besiegen und dann als Turniersieger dazustehen.
Egal welcher Kämpfer mit welchem Fatality durch den Wolf gedreht wird – schaltet man die Konsole neu ein oder schmeißt neues Geld in den Arcade-Automaten, dann sind sie alle wieder da. Das sind natürlich nicht die besten Voraussetzungen für eine filmische Umsetzung und so rascheln auch bei „Mortal Kombat II“ (so wie bei allen vorigen Adaptionen) merklich die Drehbuchseiten, wenn es darum geht die Zweikämpfe, also die Herzstücke des Ganzen, in einen erzählerischen Rahmen zu pressen.

Johnny Cage (Karl Urban) kann immer noch nicht so ganz glauben, wo er hier hinein geraten ist. Copyright: 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.
Nun waren ja schon im Vorgänger einige Charaktere draufgegangen, aber mit den nekromantischen Kenntnissen von Leuten wie Shang Tsung (Chin Han) und Ausflügen ins Totenreich Netherrealm schafft „Mortal Kombat II“ da Abhilfe. Außerdem macht der Film die Tür auf für die Rückkehr getöteter Figuren in möglichen Sequels, denn auch hier erwischt es einige Kämpfer auf Erden- und Outworld-Seite. Ansonsten dreht sich die Story um Allianzen zwischen verschiedenen Konfliktparteien und mögliche Betrügereien beim Turnier, denn Shang Tsung stattet Shao Khan mit jenem Amulett aus, das Kano (Josh Lawson) im Vorgänger stahl und welches ihn unsterblich macht.
Es gibt persönliche Animositäten, etwa zwischen Sonya und Kano oder den Bruderzwist zwischen Liu Kiang und Kung Lao, es gibt neue Freund- und aufkeimende Liebschaften, was die Figuren etwas runder macht und mehr als nur behelfsmäßiges Füllmaterial zwischen den Fights ist. Manchmal händeln McQuoid und Drehbuchautor Jeremy Slater („Godzilla x Kong: The New Empire“) dies ein wenig plump oder pathetisch, meist passt es aber.
Die Figur, die den Laden freilich zusammenhält, ist Johnny Cage. Der Hallodri und (vergleichsweise) Normalo erdet das Ganze zwischen den Mutanten und übersinnlichen Kriegern, seine Entwicklung ist außerdem zentral: Er muss lernen Verantwortung zu übernehmen, sein Potential zu entfalten und vor Problemen nicht davonzulaufen. Und das gelingt „Mortal Kombat II“ ohne Johnny gleich zur einzigen Hoffnung hochzujazzen, sondern ihn als wichtigen Unterstützer darzustellen. Mit seinen flotten Sprüchen und seiner Actionstar-Vita bringt er nicht nur Humor und Ironie in den Film, sondern auch eine liebevolle Verbeugung vor dem Martial-Arts-Genre, speziell den Direct-to-Video-Kloppern der 1990er.
Sieht man einen Ausschnitt aus dem fiktiven Reißer „Uncaged“ mit ihm in der Hauptrolle, dann ist die Optik nicht nur VHS-körnig, sondern auch der Lagerhallen-Drehort, die Soundeffekte, die cheesy Oneliner und die manchmal suboptimale Choreographie erwecken das Feeling jener Ära, in denen B-Studios und Billigproduzenten fleißig Genreware für den Videomarkt runterkurbelten, mit eigenen Stars wie Gary Daniels, Billy Blanks oder Don ‘The Dragon‘ Wilson und qualitativ schwankenden Ergebnissen. „Mortal Kombat II“ stellt sich freudig in diese Tradition und zollt damit seinen Ursprüngen Tribut, denn neben Kung-Fu-Reißern der 1970er waren natürlich auch die kostengünstigen Direct-to-Video-Klopper ein großes Vorbild für die „Mortal Kombat“-Game-Reihe.

Liu Kiang (Ludi Lin), Sonya Blade (Jessica McNamee) und Jax (Mehcad Brooks) gehören zu Johnnys Mitstreitern. Copyright: 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.
Für Fans der Games enthält „Mortal Kombat II“ unzählige bekannte Austragungsorte, Topoi, Storyelemente und Figuren, natürlich darf auch der Techno-Track „Techno Syndrome“ von The Immortals als Hymne der Reihe nicht fehlen. Ganz wichtig als Fanservice natürlich auch: Die Fatalitys. Dementsprechend scheiden manche Verlierer ordentlich brutal aus dem Leben, werden aufgespießt, in Säure aufgelöst oder zersägt, mit dem derbsten Finisher als logischem Endpunkt. Das ist ordentlich gory und gut getrickst, macht vor weder Freund noch Feind halt und darf sich auf Szenenapplaus einstellen. Mit den mal farbenfrohen, mal düsteren Locations und dem comichaften Gewaltlevel findet „Mortal Kombat II“ jedenfalls genau jene Mischung aus buntem Quatsch und deftiger Unterhaltung für ein volljähriges Publikum, das bereits den Charme der Games ausmacht.
Natürlich steht und fällt ein „Mortal Kombat“-Film mit seinen Kampfszenen, doch auch hier liefert „Mortal Kombat II“ ab. Das Stunt- und Fight-Team unter der Führung von Jade Amantea („War Machine“), Michael Lehr („Day Shift“) und Malay Kim („The Mercenary“) jedenfalls hat einige tolle Ideen für die Choreographie, gerade wenn es um die Einbindung von Waffen wie Shao Khans Hammer, Jades Stab oder Kung Laos Klingenhut geht. Zu den klassischen One-on-One-Fights in den Arenen kommen einige Konfrontationen außerhalb des Turniers, an denen öfter auch mehrere Kämpfer beteiligt sind.
Das ist flott gemacht und in Sachen Kamera wie Schnitt meist übersichtlich inszeniert, zudem wird hier viel auf reale Moves und echte Kampfkunst gesetzt, weshalb es schade ist, wenn in einigen Fights die CGI-Kreationen etwas zu deutlich zum Einsatz kommen. So spielt mit Joe Taslim („The Night Comes for Us“) ein echter Könner mit, der Bi-Han (hier in der Form als Noob Saibot) jedoch nur kurz in echt verkörpert, für einen größten Teil seiner Kampfszene dann bestenfalls im Motion-Capturing-Verfahren, was etwas schade ist.

Kitana (Adeline Rudolph) tritt nicht ganz freiwillig für Outworld an. Copyright: 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.
Auch viele weitere Beteiligte sind vor allem wegen ihrer körperlichen Fähigkeiten dabei, sei es Max Huang („Hidden Strike“) oder hünenhafte Martyn Ford („Red Sonja“), der durch sein gigantisches Äußeres aber tatsächlich eine perfekte Verkörperung für Shao Khan abgibt. Schauspielerisch am ehesten gefordert ist Karl Urban („The Bluff“), der eine wahrhaft launige Performance als alternder, vorlauter Actionstar abliefert. Auch Adeline Rudolph („Hellboy: The Crooked Man“), Jessica McNamee („Meg“) und Ludi Lin („Aquaman“) schlagen sich in größeren Rollen wacker, mit Support durch Medcad Brooks („Spiel auf Sieg“), Tati Gabrielle („Uncharted“) und Lewis Tan („Cobra Kai“), dessen Stellenwert im Vergleich zum Vorgängerfilm merklich heruntergefahren wurde. Josh Lawson („Bombshell“) als Kano darf in einer Nebenrolle mal wieder ordentlich aufdrehen und für launigen Support sorgen, Hiroyuki Sanada („John Wick 4“) kurz seine Gravitas als Scorpion einbringen und „Mortal Kombat“-Videospiel-Schöpfer Ed Boon einen Cameo als Barkeeper hinlegen.
„Mortal Kombat II“ mag sich manchmal merklich bemühen eine Story um seine Turnierfights zu stricken, doch das war angesichts der Vorlage zu erwarten. Manchmal könnte es weniger CGI und noch mehr handgemachte Action sein, doch insgesamt liefert Simon McQuoid das bisher beste Kinoergebnis in Sachen „Mortal Kombat“ ab: Die Fights sind gut über den Film verteilt und einfallsreich choreographiert, Johnny Cage bringt ein willkommenes Maß an Humor und Auflockerung in den Film, der sich in der Tradition von B-Kloppern und Games verortet, seine Künstlichkeit eher als Feature herausstellt denn zu kompensieren versucht. Ein flottes Vergnügen für Actionfreunde und Fans der Vorlage, das durchaus Freude auf mögliche Sequels macht, die Produzent James Wan („Malignant“) und seine Firma Atomic Monster anteasern.
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Warner bringt „Mortal Kombat II” am 7. Mai 2026 in die deutschen Kinos, ungekürzt ab 16 Jahren freigegeben.
© Nils Bothmann (McClane)
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| Copyright aller Filmbilder/Label: Warner Bros.__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, ab 7.5.2026 in den deutschen Kinos |





