| Originaltitel: Play Dirty__Herstellungsland: USA / Australien__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Shane Black__Darsteller: Mark Wahlberg, LaKeith Stanfield, Rosa Salazar, Keegan-Michael Key, Chukwudi Iwuji, Nat Wolff, Gretchen Mol, Thomas Jane, Tony Shalhoub, Hemky Madera, Alejandro Edda, Claire Lovering, Chai Hansen, Sebastian Carr, Nick Russell, Saskia Archer, Byron Coll u.a. |

Das Poster von „Play Dirty“.
B(l)ack in Business
Bumm. Bang. Irgendwas ist immer auf Kollisionskurs in der Welt von Shane Black. Manchmal Kugeln… oftmals Fäuste… zuverlässig immerzu Worte. Wie etwa im Sandkastenprolog seines neuesten Streichs „Play Dirty“, wo sich eine Gruppe professioneller Diebe nach einem erfolgreichen Einsatz in einer Hütte sammelt, um Bestandsaufnahme zu machen. Eine kleine Ablenkung, eine heftige Eskalation, und schon ist der Boden bereitet für zwei Stunden wie aus dem Effeff.
Nach sieben Jahren in der Versenkung kehrt eine Autorenlegende des Actiongenres also mit einem für die Amazon-Studios produzierten, locker aufgeschlagenen Heist-Thriller zurück. Das ist eine Formel, die durchaus mit Blacks Wohnzimmereinrichtung harmonieren dürfte. Nachdem er mit „Predator: Upgrade“ (2018) ein Vakuum voller Fragezeichen hinterlassen hatte, verweisen die Zutaten aber doch inzwischen eher auf die Handschrift des produzierenden Studios, das zuletzt unzählige ähnliche Plots für die Streaming-Premiere durchgewunken hat.
Ein Star mit Zugkraft, eine Verschwörung, viel Tempo, Spaß und Action… Malen nach Zahlen nennt man das, und gedanklich findet man sich schon mit einer weiteren ideenlosen Variation der immer gleichen Video-on-Demand-Grundversorgung ab, die sich permanent um sympathisch gezeichnete Soziopathen zu drehen scheint, die Schneisen durch das öffentliche Leben ziehen und einfach ihr Ding machen – wohl ein unerfülltes Begehr vieler gleichgeschalteter Streaming-Kunden, welches hier bedient werden soll.
Dann setzt der Vorspann ein. Stilisiert. Entrückt. Mit dissonantem Jazz versetzt. Fast ein wenig Bond-like, als solle die zugrundeliegende Romanfigur aus der Feder Donald Westlakes, die erstmals 1967 von Lee Marvin in „Point Blank“ und zuletzt 2013 von Jason Statham in „Parker“ gespielt wurde, auf entsprechendem Niveau serialisiert werden.
Der nicht ganz so normale Heist-Wahnsinn
Es ist ein erster Hallowach-Tupfer über einem ursprünglich zeitlosen Grundteig, der unter dem großen „A“ zuletzt zu einem grauen Brei zerflossen war und mittels Übersättigung beinahe schon droht, den Tod aller Western und Sandalenfilme und Katastrophenfilme zu sterben. Wenn Mark Wahlberg („Mile 22“) mitspielt, weiß man eben inzwischen auch aus Erfahrung, dass man es nicht gerade mit der Sorte Stoff zu tun hat, die das gewisse Etwas hat.
Wie die meisten Streifen in Wahlbergs Vita greift auch „Play Dirty“ zur Hefe aus dem Discounter-Angebot, was ihn essenziell zu einem weiteren dieser Inhalte macht, die man gemütlich wegsnacken oder einfach auslassen kann, ohne dass diese Entscheidung lebensverändernde Konsequenzen hätte. Black setzt immerhin alles daran, sein kleines Comeback innerhalb dieser Gruppe von Filmen besonders hervorzuheben, wenn man schon dazu gezwungen ist, unter diesen zahllosen Artefakten der Austauschbarkeit zu selektieren.

Mark Wahlberg als Parker. Copyright: Jasin Boland/Prime © Amazon Content Services LLC
Dies macht er so altväterlich auf archaische Muster setzend wie immer. Wie spitze Nadeln ragen seine Trademarks aus dem Fundament heraus und sorgen dafür, dass die Konzentration des Zuschauers nicht wie sonst üblich in nicht-filmische Gefilde abdriftet. Backpfeifengleich verteilt er Bonmots und krude Situationen im Offbeat-Takt, die der Illusion des einlullenden Konsensfilms einen Bruch verpassen sollen. Kollisionen eben, immer mit dem Kopf durch die Wand, um wach zu halten und vielleicht auch ein Stück weit den Zuschauer auf dem falschen Fuß zu erwischen.
Kollision mit Kollateralschäden
Manchmal ist ein Film aber besser beraten, die Kollision zu meiden, wenn man bereits absehen kann, dass sie nicht überzeugend umgesetzt werden kann. Wo computergenerierte Rennpferde und Pirouetten drehende Fluchtwagen ihre Wege kreuzen, begibt sich die Titelfigur Parker keineswegs auf das von ihr beschworene dicke Eis, sondern auf ganz dünnes. Black lässt sich in solchen Momenten zu jener Art von ästhetischen Geschmacklosigkeiten hinreißen, die moderne Filmproduktionen mit Mittelklasse-Budget stets tonal entgleisen lassen.
In dieser Phase ist auch „Play Dirty“ der befürchtete Eventstreifen, der am Ende von Youtubern wegen seiner miesen Effekte vernichtet wird, zumal der Pferdebahn-Abschnitt nur ein kleiner Vorgeschmack für das größte Action-Setpiece des Films rund um einen entgleisenden Zug ist, der nicht ganz ohne Anleihen an „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (1974) und „Runaway Train“ (1985) oder das zugehörige Tony-Scott-Erbe der auslaufenden 2000er („Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“, „Unstoppable“) auskommt, dabei aber nie die Bodenständigkeit und den Realismus der Thriller-Klassiker der 70er und 80er reproduziert bekommt, sondern eher an Comic-Action gemahnt. Würde Tobey Maguire erscheinen, um den Zug mit einem Netz auf den Schienen zu halten, niemanden würde es wundern.

Parkers Team. Copyright: Jasin Boland/Prime © Amazon Content Services LLC
Und doch gelingt es Black, den Streifen inmitten aller Zugeständnisse mit der Zeit an sich zu reißen. Wo man seine Manierismen anfangs noch in Verdacht hat, lediglich die öden Standards übertünchen zu wollen, werden sie irgendwann so dominant, dass sie weitgehend die Form des Films zu bestimmen beginnen. Obgleich manche Einlage anno 2025 wie aus der Zeit gefallen wirkt, kann man die Unangepasstheit der Sprache in Bild und Dialog nun wie ein gutes Guilty Pleasure genießen. Um endgültig wie ein Relikt der 80er zu erscheinen, ist der Stoff vielleicht nicht puristisch genug und der Look zu sehr auf Hochglanz gebürstet, aber es reicht immerhin, um Erinnerungen zu reaktivieren.
Ausbruchsversuch aus Schema F
Im Zuge (pun intended) dessen nimmt sogar die Handlung ein wenig Fahrt auf. Charaktervisagen wie Thomas Jane („Red Machine“) oder Tony Shalhoub („Pain & Gain“) kommen in ihren kleinen Rollen zwar kaum über Holzschnitte hinaus, doch das Kerngeschehen, das sich um das ambivalente Verhältnis zwischen der von Wahlberg gespielten Hauptfigur und seiner Komplizin Zen (Rosa Salazar aus „Alita: Battle Angel“) abspielt, spielt mit der Alles-kann-nichts-muss-Attitüde eines Guy Ritchie durchaus motiviert mit den wiederkehrenden Mustern neuerer Unterhaltungsfilme, die es mit der Glaubwürdigkeit bei der Motivation der handelnden Charaktere nicht so genau nehmen und teils haarsträubende Schlussfolgerungen aus ihren Anlagen ziehen, die sie bei genauerem Blick erst zu den eingangs genannten Soziopathen machen.

Rosa Salazar in „Play Dirty“. Copyright: Jasin Boland/Prime © Amazon Content Services LLC
Die Schießwut Parkers gerät beispielsweise zum Running Gag, während sich das eiskalte Vorgehen seiner Partnerin bis zum Ende nach moralischen Maßstäben erst recht nie ganz einordnen lässt. In einigen Abschnitten nimmt „Play Dirty“ die unreflektierte Perspektive auf das eigene Figurenmaterial selbst an, immer in dem Wissen, dass es den Moment geben wird, in dem sich die Perspektive entsprechend des Titels ins Gegenteil verkehrt. Das sorgt für eine gewisse Grundspannung, die den eigentlichen Schablonen abgeht.
„Play Dirty“: Hochglanz-Massenunterhaltung mit Schmutzflecken
Der Big Bang ist Shane Black allerdings nicht gelungen. Nahezu unbeachtet gerät sein Comeback zum Streaming-Tipp des Monats und dürfte im nächsten Monat folglich nicht mehr relevant sein. Vielleicht nicht ganz unbegründet; obwohl „Play Dirty“ unter dem Strich durchaus mehr zu bieten hat als mancher Rohrkrepierer aus den hauseigenen Studios, liegt die Latte eben auch nicht allzu hoch, und dieses Pferd springt definitiv nicht höher als es muss. Was die Wahlberg-Filme der letzten Jahre angeht, darf man das hier aber durchaus als „gute Wahl“ bezeichnen.
Knappe:
![]()
Sascha Ganser (Vince)
…
Gelungene Genreunterhaltung mit Old-School-Attitüde
Dass Regisseur und Drehbuchautor Shane Black ein großer Fan von Hard-Boiled-Literatur ist, wird nicht nur von ihm selbst gern angemerkt, sondern zieht sich auch als roter Faden durch sein Werk. Insofern ist es konsequent, dass er sich auch an „Play Dirty“, einer Adaption der Parker-Romane von Donald Westlake, für Amazon versuchen durfte.
Nach Lee Marvin in „Point Blank“, Mel Gibson in „Payback“ und Jason Statham in „Parker“ verkörpert nun also Mark Wahlberg die Figur. Parker ist ein Typ, dem sein Ruf vorauseilt, das merkt man schon zu Beginn, als ein Komplize erst das Maul aufreißt, aber ganz schnell ganz kleine Brötchen backt, als Parker seinen wahren Namen verrät. Zusammen mit seinem Kumpel Philly Webb (Thomas Jane) organisiert er den Überfall auf ein Wettbüro, es gibt ein Actionintermezzo auf der Pferderennbahn, als ein Hinzukommender seine Chance wittert, die Räuber überfällt, aber mit einer Kugel im Kopf endet. Der Auftakt etabliert Parker als Szenegröße, als jemanden, der unnötiges Blutvergießen vermeidet, aber im Zweifelsfall ohne mit der Wimper zu zucken tötet, und der einen Ehrenkodex besitzt.
Einem anderen Ehrenkodex folgt dagegen die neue Komplizin Zen (Rosa Salazar), die ihre Kollegen nach dem erfolgreichen Coup umnietet und mit der Beute türmt. Für sie gibt es „The greater good“, die Befreiung ihres Heimatlandes aus dem Griff des diktatorischen Präsidenten De La Paz (Alejandro Edda), und dazu braucht sie die 400.000 Dollar aus dem Überfall. Parker überlebt schwer verletzt, doch als er Rosa aufspürt, ist das Geld schon weg, Startkapital für den nächsten Coup: Zen will mehr als eine Milliarde Dollar in Kulturschätzen aus dem Besitz jenes Diktators stehlen, um es zum Wohle der Bevölkerung zu nutzen. Für Parker beginnt der Zwiespalt zwischen Ehrenkodex (der besagt Zen zu töten) und der Chance auf das nächste große Ding, wobei er sich vordergründig für letztere Option entscheidet.
Parker ist kein Robin Hood, sieht jedoch die Chance auf einen Zahltag und rekrutiert alte Freunde wie Grofield (LaKeith Stanfield), um den Coup durchzuführen – auch wenn sich die Beteiligten gegenseitig nicht wirklich vertrauen können…

Tony Shalhoub als Fieswicht in „Play Dirty“. Copyright: Jasin Boland/Prime © Amazon Content Services LLC
Ursprünglich sollte „Play Dirty“ von Blacks Freund und Mentor Joel Silver („Stirb langsam“) produziert werden, der sich gleich die Rechte an der kompletten „Parker“-Reihe sicherte, sodass „Play Dirty“ auf gleich mehreren Romanen basiert. Da Silver allerdings gegenüber Assistentinnen ausfällig wurde, wurde er von „Play Dirty“ entfernt (das „Road House“-Remake erschien bei Amazon dann noch mit seinem Namen). Gemeinsam hatten Black und Silver bereits „Kiss Kiss Bang Bang“ und „The Nice Guys“ gestemmt, zwei weitere Neo-Noirs – und die gezeichneten Vorspänne von „Play Dirty“ und „Kiss Kiss Bang Bang“ ähneln einander.
Doch wo die früheren Produktionen bewusst augenzwinkernd als selbstreflexive Actionkomödien angelegt waren, da meint „Play Dirty“ es ernst. Zumindest bis zu einem gewissen Grad, denn neben den Tough Guys der 1960er und 1970er standen hier auch die Actionhelden der 1980er und 1990er Pate, die Black mit Scripts zu Filmen wie „Lethal Weapon“ und „Last Boy Scout“ gleichsam mitprägte. Dementsprechend gibt es Oneliner und komödiantische Einlagen, aber ohne große Meta-Ebene oder Genrereflexion.
Insofern wandert „Play Dirty“ auf einem Grat. Einerseits ist es ein Hard-Boiled-Gangsterstoff, andrerseits liefert er aber auch den schwarzen, sarkastischen Humor ab, für den man Shane Black kennt. Der ergibt sich einerseits aus den Dialogen (gerade zwischen Parker und seinem Buddy Grofield), aber auch aus Situationen. In typischer Shane-Black-Manier werden Erwartungen genüsslich gebrochen (etwa wenn ein vermeintlich Toter wieder aufsteht, nur um gleich wieder erschossen zu werden), manche Figur fungiert als Comedic Sidekick, wie das Paar aus Brenda (Claire Lovering) und Ed Mackey (Keegan-Michael Key) oder der etwas verpeilte Fluchwagenfahrer Stan (Chai Hansen). Eine etwas andere, sarkastisch-zynische Komik ergibt sich aus dem Umgang mit dem Leben von Gegenspielern, etwa wenn Parker einen im Kofferraum gefangenen Gangster-Chauffeur in einer Straßenschießerei als Ablenkung und unfreiwilligen Partner benutzt.

Parker mit seinem Buddy Grofield. Copyright: Jasin Boland/Prime © Amazon Content Services LLC
Denn „Play Dirty“ ist nicht nur ein Gangsterfilm und ein Heist Movie, sondern auch ein Actionthriller, in dem es regelmäßig zu Konfrontationen kommt. Parker, seine Verbündeten und seine Gegner (wobei diese Rollen schnell wechseln können), gehen dabei mit Präzision und ohne viel Federlesen vor. In den Shoot-Outs nutzen sie die Deckung, verteilen Kopfschüsse und nutzen die Umgebung zu ihrem Vorteil. Den sauber gemachten Schießereien, Stunts und Verfolgungsjagden stehen ein paar unschöne CGI-Einlagen im Weg.
Beim anfänglichen Chaos auf der Rennbahn ist das zwar pferdefreundlich, könnte aber merklich besser getrickst sein. Besonders störend ist aber ein Hochbahn-Crash gegen Ende des zweiten Drittels, der in seiner Übertriebenheit ein ähnlicher Fremdkörper wie die Harrier-gegen-LKW-Szene in „Stirb langsam 4.0“ ist. Außerdem passt das Ganze kaum zur Figur von Parker, der sonst unauffällig bleiben und Zivilisten verschonen möchte, hier aber einen Unfall provoziert, bei dem Dutzende Fahrzeuge geschrottet werden und die Fahrer einem ungewissen Schicksal entgegenblicken.
Immerhin: Mark Wahlberg („Arthur der Große“) kauft man den Tough Guy mit Ehrenkodex ganz gut ab. Zwischen Profit und Prinzipien funktioniert er als Unterweltprofi, dessen Name allein Reaktionen hervorruft. Dass er New-York-Verbot hat, stärkt diesen Ruf nur, denn jeden anderen hätte die Mafia gar nicht davonkommen lassen. Deren Kopf verkörpert Tony Shalhoub („Tomboy“) mit Charisma und Spielfreude, wobei er sich die Bälle gut mit Nat Wolff („Death Note“) zuspielt, der als glückloser Schergenchef eine weitere wichtige Rolle spielt. Rosa Salazar („Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste“) als Gauner und Femme Fatale ist ebenfalls ein Gewinn, LaKeith Stanfield („Verschwörung“) eine ordentliche Ergänzung, die aber manchmal etwas neben Wahlbergs raumeinehmendem Parker untergeht. Keegan-Michael Key („The Bubble“), Claire Lovering („San Andreas“) und Chai Hansen („The 100“) setzen weitere Akzente, in Kleinstrollen schauen Thomas Jane („One Ranger“), Gretchen Mol („Donnie Brasco“), Nineties-Nikita Peta Wilson und Black-Spezi Yvonne Zima („Iron Man 3“) vorbei.

Parker gerät in Bedrängnis. Copyright: Jasin Boland/Prime © Amazon Content Services LLC
Mit diesem Ensemble dreht Black ein Hard-Boiled-Heist-Movie, welches sich in erster Linie damit zufrieden gibt das Genre zu bedienen. Spannung zieht sich aus der Frage, wie Parker in einer Gemengelage mit den Zens Rebellentruppe, der New Yorker Mafia und der Todesschwadron des Diktators oben auf bleibt, ob er seine Rache an Zen vollzieht, mit der er eine flirtende Zwangspartnerschaft hat (wobei die Antwort absehbar ist) und wieviel er von der Beute mit nach Hause nimmt. Wobei Grace (Gretchen Mol), die Witwe seines Kumpels Philly, es offen ausspricht: Kann er leben ohne Dinger zu drehen, kann er jemals genug haben?
Das macht auf altmodische Weise Vergnügen, verliert gegen Ende allerdings etwas den Tritt, wenn das Script von Black und seinen Co-Autoren Chuck Mondry und Anthony Bagarozzi den einen oder anderen Twist zu viel abfeuert, wenn es darum geht, wie weit Parker schon vorausgeplant und wie er welche Figur in die Falle gelockt hat. Manchmal könnte „Play Dirty“ sein Publikum noch mehr zu Komplizen machen, es noch mehr in die Planung der Coups mit einbeziehen, um eine größere Bindung zu schaffen, doch die typische Heist-Movie-Spannung zwischen minutiöser Planung und dem Unvorhergesehenen während der Ausführung kann Black immer noch heraufbeschwören.
„Play Dirty“ mag nicht ganz das große Ausrufezeichen setzen, dass man sich nach sieben Jahren Abwesenheit von Shane Black erhofft hatte, aber der Regisseur und Drehbuchautor fühlt sich sichtlich wohl im vertrauten Hard-Boiled-Crime-Milieu. Das Flair stimmt, ebenso die typischen Dialoge und Script-Überraschungen Blacks, die Action besitzt immer dann Druck, wenn sie handgemacht ist, und die Gradwanderung zwischen tougher Pulp-Thriller und Komik funktioniert ebenfalls. Gegen Ende übertreibt es das Script mit den Twists, die CGI-lastigen Szenen auf der Rennbahn und beim Hochbahn-Crash fallen aus dem Rahmen und sind eher lau getrickst. Als Genreunterhaltung mit Old-School-Attitüde ist „Play Dirty“ aber immer noch eine gelungene Nummer, etwas in Ehrfurcht vor den eigenen Wurzeln erstarrt, ohne großes Innovationspotential. Dass das Ganze an Weihnachten spielt, ist bei Shane Black natürlich Ehrensache, auch wenn es hier nur für etwas Schnee und ein paar Randerscheinungen wie eine Kappe mit Santa-Schriftzug reicht.
Knappe:
![]()
© Nils Bothmann (McClane)
Informationen zur Veröffentlichung von „Play Dirty“
„Play Dirty“ erschien am 1. Oktober 2025 direkt im regulären Programm von Amazon Prime. Eine Auswertung über andere Kanäle, etwa im Kino oder auf einem physischen Medium, ist somit nicht vorgesehen.
Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder und Screenshots/Label: Amazon MGM Studios__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein / Nein |





